Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 13 ° Regen

Navigation:
Was tut eine Zeitung in unübersichtlichen Zeiten?

Wir über uns Was tut eine Zeitung in unübersichtlichen Zeiten?

Ob Weltpolitik oder Themen aus der Nachbarschaft: Auf der Suche nach dem ganzen Bild haben die mündigen Bürger immer schon ein stilles Bündnis mit ihren Journalisten, ihrer Zeitung geschlossen. Weil es eben gut ist, mehr zu wissen, sich auszukennen, andere Sichtweisen zu erleben. Ihre HAZ lädt Sie gern dazu ein, dieses Bündnis zu bekräftigen.

Voriger Artikel
Das ist Ihre neue gedruckte HAZ
Nächster Artikel
Das denken die Leser über die HAZ
Quelle: HAZ

Was für ein Tempo. Unsere Welt ändert sich rasant; Geschwindigkeit und Schwindeligkeit liegen derzeit nicht nur sprachlich eng beieinander. Die Wirtschaft rast im digital-globalen Wettbewerb, die Politik taumelt nur noch mit Mühe hinterher – und viele Menschen kommen gleich gar nicht mehr mit. Hier bei uns und in der Welt erst recht. Sie suchen ihr Heil in der Flucht vor Krieg oder anderem Elend, in der Abschottung oder einfach hinter der jeweiligen Nation mit irgendeinem „starken Mann“ (oder einer Frau), die es schon irgendwie richten werden. Überall in Europa werden die Schotten dichtgemacht – geistig, kulturell und zuweilen auch schon ganz praktisch mit Zäunen und Mauern.

Wer das nicht versteht, einfach alle Sorgenbürger für verwirrt hält, hat kaum ein Herz. Wer die Verwirrung aber einfach so hinnimmt, hat wenig Verstand.

Was tut eine Zeitung in derart unübersichtlichen Zeiten? Nicht wenige Menschen bei uns sagen, die Medien seien längst selbst zum Teil des Problems geworden. Auch wer nicht „Lügenpresse“ gröhlt, hat doch zuweilen Fragen an die Glaubwürdigkeit und die Grundüberzeugungen von Journalisten bei ihrer Beschreibung der Welt. Warum auch nicht? Wo harte Fragen gestellt werden, wo Menschen sich konstruktiv über den richtigen Weg streiten, da ist die Demokratie in ihrem Element. Wir Journalisten haben oft ausgeteilt, da können wir auch mal etwas einstecken.

Immer öfter jedoch wird so ein Streit um Fakten und fundierte Meinungen zur Ausnahme. Seit sich im Netz von Menschen wie Maschinen geschaffene Meinungsblasen überlebensgroß präsentieren, ist das Streitgespräch nicht selten früh zu Ende. Weil niemand mehr zuhört, weil niemand mehr erkennen will, dass die Wahrheit ein rares Gut ist, und kein Mensch sie kaum je voll erfasst. Von dieser Erkenntnis jedoch lebt die Demokratie und mit ihr die Freiheit. Die freie Presse gehört dazu.

Und ihre Leser erst recht. Denn wer danach fragt, was wirklich los ist, woher es kommt und was es bedeutet, steht eben nicht in der Gefahr, in die „Echokammer“ abzurutschen, in der nur noch das eigene Wort widerhallt. Auf der Suche nach dem ganzen Bild haben die mündigen Bürger so immer schon ein stilles Bündnis mit ihren Journalisten, ihrer Zeitung geschlossen. Weil es eben gut ist, mehr zu wissen, sich auszukennen, andere Sichtweisen zu erleben. Ganz gleich, ob es um Weltpolitik oder Themen aus der Nachbarschaft geht. Ist es an der Zeit, dieses Bündnis zu bekräftigen, vielleicht auch zu erneuern? Und so vielleicht manche Meinungsblase zum Platzen zu bringen? Ihre Hannoversche Allgemeine Zeitung lädt Sie besonders gern dazu ein. Seien Sie willkommen!

Ihr Hendrik Brandt, Chefredakteur der HAZ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wir über uns
HAZ Service

Sie wollen ein Abonnement bestellen oder Ihre Daten ändern? Oder wollen Sie sich die Zeitung an den Urlaubsort nachschicken lassen? Nutzen Sie unseren HAZ Service. mehr

Von Redakteur Hendrik Brandt