Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Vom Naturschutz und dem Kohlebergbau
Deister-Spaß - Das Ausflugsmagazin für den Deister

Wandertipp 5 Vom Naturschutz und dem Kohlebergbau

Für Wanderfreunde ist der Deister zu jeder Jahreszeit ein reizvolles Ziel. Ein idealer Ausgangspunkt für eine abwechslungsreiche Tour ist die Deister-Alm zwischen Hohenbostel und Bantorf. Eine Wandertipp von Carola Faber.

Voriger Artikel
Gipfelträume mit Kaffee und Kuchen
Nächster Artikel
Klein Amerika, Walterbachtal und Nienstedt
Quelle: Faber

In Richtung Kammweg, den Bad Nenndorfer Wanderwegen 2 und 3 folgend, führt die Route erst leicht bergauf. Auf dem abwechslungsreichen Weg gibt es einiges zu entdecken. Schautafeln entlang der Strecke weisen auf die vielfältige Vegetation und Tierwelt sowie auf die Historie des Deisters hin. Schon nach wenigen Gehminuten eröffnet ein Bilderrahmen im Großformat einen ungewöhnlichen Blick in den Wald. Der Rahmen ist eine Installation der Niedersächsischen Landesforste. Unter dem Motto „300 Jahre Nachhaltigkeit – mach Dir ein Bild davon“ wird der Blick durch den Holzrahmen auf besondere Aussichten in Wäldern, die bereits seit 300 Jahren nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit bewirtschaftet werden, gelenkt. Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft bedeutet, dass nicht mehr Holz dem Wald entnommen wird als nachwächst – um den Holzbestand für zukünftige Generationen zu sichern und den Wald als vielfältigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu erhalten. Der Weg führt weiter geradeaus und leicht bergan bis zu einer Gabelung, wo die Strecke den Bad Nenndorfer Wanderweg 2 verlässt und der Route 3 weiter folgt, die den längsten zusammenhängenden Wanderweg in Europa, den Fernwanderweg E 1, kreuzt. Er verläuft auf dem Hauptkamm des Deisters zwischen Bad Nenndorf und Springe.

Zur Person

Carola Faber ist Autorin der Heimatzeitungen in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und Neuen Presse. Sie ist oft im Deister unterwegs und hält mit der Kamera Ausschau nach interessanten Fotomotiven.

Auf der gewählten Wanderroute gibt es Hinweistafeln zu Pflanzen und Geschichte der Landschaft, außerdem Schilder und Spruchtafeln zu entdecken. So lautet beispielsweise die Aufschrift auf einer kleinen Tafel an einem Baum: „Wanderer, der Du des Weges kommst und Deine Hand an mich legen willst, höre mich, ehe Du mir Böses tust! Ich bin die Glut in Deinem Herd in kalten Winternächten. Ich bin der Schatten, der freundlich Dich vor Sonne schützt ...“ Nach ein paar Minuten ist auf der rechten Seite ein kleines Häuschen mit der Aufschrift „Onkel Bruns Hütte“ zu entdecken. Hier führt die Strecke nach links auf einen kleinen Pfad, der von zwei großen Findlingen flankiert wird. An der T-Kreuzung geht es rechts auf dem breiten Weg weiter. An der nächsten Abzweigung (etwa nach zwei Kilometern der Gesamtstrecke) setzt sich die Route links bergab fort und kreuzt kurz darauf auf einem schmalen Pfad einen Weg.

Der Pfad mündet bald in eine breite Straße. Weiter führt die Rundtour in Richtung Hohenbostel. Kurz vor den ersten Häusern führt die Strecke nach links weiter und am alten Sportplatz vorbei. Dort an der T-Kreuzung geht es noch einmal nach links. Kurz darauf kann der Wanderer auf der linken Seite mit dem sogenannten Mundloch des Hohenbosteler Stollens ein Zeugnis der Bergbaugeschichte am Deister entdecken. Die Hannoversche Bergadministration begann 1831 im staatlichen Forst oberhalb von Hohenbostel mit den Arbeiten am Hohenbosteler Stollen. Nachdem die Bergleute über den Zeitraum von fast zehn Jahren etwa 1000 Meter in Richtung des Feggendorfer Stollens auf der anderen Seite des Deisters gegraben hatten, erreichten sie das 97 Zentimeter starke Kohleflöz. Eine Verbindung zum Feggendorfer Stollen wurde 1862/63 hergestellt. Mit Pferdefuhrwerken wurde die Kohle vom Hohenbosteler Stollen über eine extra angelegte Kohlenstraße (die heutige B 65) bis nach Hannover transportiert. 1877 verlegten Arbeiter auf der Strecke sogar einen Schienenstrang für eine Pferdebahn. Nachdem 1896 die Kohlenfelder abgebaut waren, wurde der Betrieb eingestellt. Von hier führt der Weg leicht bergab wieder bis zur Deister Alm zurück.

Start und Ziel: Deister Alm, Lüttringhäuser Weg 50, Barsinghausen – Ortsteil Bantorf Länge: ca. 6 Kilometer, Dauer: ca. 1,5 Stunden Niveau: für Anfänger geeignet

Von Carola Faber

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wandern im Deister