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Gipfelträume mit Kaffee und Kuchen
Deister-Spaß - Das Ausflugsmagazin für den Deister

Wandertipp 6 Gipfelträume mit Kaffee und Kuchen

Wer hoch hinaus will, muss auch etwas dafür tun. Also Wanderschuhe schnüren – und los gehts! Ein Wandertipp von Stephan Fuhrer.

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Vom Naturschutz und dem Kohlebergbau
Quelle: Fuhrer

Das Auto lassen wir auf dem Parkplatz am Waldfriedhof nahe des Ortseingangs der Wennigser Mark zurück. Unser erstes Ziel: kein geringeres als der höchste Punkt des Deisters – der Annaturm. Auf einem kleinen Rundweg soll es danach über die Wasserräder wieder nach unten in die Ebene gehen. Auf uns warten herrliche Ausblicke und jede Menge frische Waldluft. Doch am Anfang steht der mühselige Aufstieg. Um auf den Kamm zu kommen, müssen wir rund 280 Höhenmeter überwinden. Die ersten Meter in Richtung Georgsplatz verlangen uns aber nur wenig ab. Die Tour startet in flachem Geläuf. Da bleibt genügend Luft, um den Blick über Wiesen und Weiden schweifen zu lassen. Nach wenigen Metern befinden wir uns bereits im Landschaftsschutzgebiet. Auf der rechten Seite liegt die Wennigser Mark, eine noch junge Siedlung, die im 19. Jahrhundert von Wennigser Bergleuten gegründet wurde, um den Weg zur Arbeit im Wilhelmstollen oberhalb von Egestorf zu verkürzen.

Zur Person

Stephan Fuhrer ist freier Autor für kulinarische Themen und in seiner Freizeit gerne und oft in der Natur unterwegs – besonders in den Wäldern in und um seinen Wohnort Hannover.

Das Forsthaus am Georgsplatz, einst im Auftrag von König Ernst August II. von Hannover von dessen Hofbaumeister Laves errichtet und heute in Privatbesitz, lassen wir links liegen und begeben uns in den Anstieg zum Annaturm. Die Straße zum Kamm hinauf ist geteert, für den normalen Autoverkehr aber gesperrt. Dennoch ist Vorsicht geboten. Nicht selten rasen Mountainbiker in hohem Tempo talwärts an uns vorbei. Vom Forsthaus an geht es nun drei Kilometer bergauf, abwechselnd durch Laubund Fichtenwälder. Das Sonnenlicht gleißt durch die Baumwipfel. Neben uns plätschert der Forellenbach, an dessen Lauf wir nun Höhenmeter um Höhenmeter überwinden. Nach zwei Dritteln des Anstiegs sind wir schon ein bisschen nass geschwitzt. Hinter einem Schutzgehege könnten wir eine ausgeschilderte Abkürzung zu den Wasserrädern nehmen. Aber jetzt sind wir schon so weit gekommen – jetzt wollen wir auch ganz nach oben! Nach einem letzten fiesen Stich kommen wir schließlich nach gut 60 Minuten Gehzeit auf den Kammweg.

Wir gehen den noch einmal leicht ansteigenden Weg nach links in Richtung Annaturm (Dienstag bis Sonntag täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet). Dann ist der höchste Punkt des Höhenzuges, der 405 Meter über dem Meer gelegene Bröhn, erreicht. Höher geht es nur noch, wenn wir die 115 Turmstufen hinauf zur Aussichtsplattform erklimmen. Doch zuvor stärken wir uns in der urigen Waldgaststätte mit Kaffee und Kuchen. Mit neuer Kraft steigen wir danach problemlos die stählernen Treppen hinauf und genießen von dem einst zur Landvermessung errichteten, 28 Meter hohen Bauwerk den Blick über das weite Land. Mit diesen Eindrücken fällt uns der Rückweg leicht. Wir gehen den Kammweg noch gut einen Kilometer weiter und nehmen den ersten Waldweg, der nach links abzweigt. Dann folgen wir den Wegweisern in Richtung der gut drei Kilometer entfernten Wasserräder. An unserem nächsten Ziel angekommen, bestaunen wir eine Weile die fantasievollen Miniaturmühlen, die auf einem Lauf von rund 100 Metern entlang der Feldbergquelle in den wärmeren Monaten aufgebaut sind.

Natürlich geben wir auch gerne ein bisschen was in die kleine, aufgestellte Spendenbüchse für die vielen Stunden der ehrenamtlichen Arbeit. Dann geht es weiter talwärts, vorbei am idyllisch gelegenen Blankenteich und dahinter links ab in Richtung Georgsplatz. An der nächsten Weggabelung folgen wir dem Hinweisschild zum Parkplatz – und sind dann doch ein bisschen geschafft, als wir unseren Ausgangspunkt wenige Minuten später erreichen. Müde, aber glücklich – schließlich kann man sich nicht jeden Tag als Gipfelsieger fühlen.

Start und Ziel: Waldfriedhof, Wennigser Mark Länge: ca. 9 Kilometer, Dauer: ca. 2,5 Stunden Niveau: Für Fortgeschrittene

Von Stephan Fuhrer

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