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Zu Fuß über den Deister: Die schönsten Wege
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Wandern Zu Fuß über den Deister: Die schönsten Wege

Wandern liegt voll im Trend: Der Deister bietet ideale Voraussetzungen für das Naturerleben auf zwei Beinen. Viele der gut ausgeschilderten Routen und Ziele sind frei kombinierbar. Ein besonderer Tipp sind die Fernwanderwege, die über den Deister führen.

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Wöltjebuche, Bielstein und Taternpfahl
Quelle: Siegfried Borgaes

Deister. Der Kansteinweg
In Hannover-Badenstedt beginnt der Kansteinweg. Er führt über Gehrden nach Wennigsen, von dort aus über den Deister und endet nach 87 Kilometern in Alfeld an der Leine. In drei bis vier Tagesetappen können Wanderer auf dem Kansteinweg die schönsten Seiten des Weser-Leine-Berglands erkunden. Wer will, kann auch den etwa neun Kilometern langen, mit einem „K“ markierten Weg von Wennigsen nach Springe laufen. Der mit einem Dreieck gekennzeichnete Weg taucht am Waldkater in den Wald ein und führt erst langsam und dann doch recht steil zur Wöltjebuche. Auf der Springer Seite geht es dann auf der Jägerallee in die Stadt und auf der anderen Seite im Kleinen Deister weiter durch den Wald.
Calenberger Weg
Wer Kultur und Geschichte sucht, der ist auf dem Calenberger Weg richtig. Dieser führt von Bad Nenndorf immer am Deisterrand entlang und berührt einige Sehenswürdigkeiten. Die Klöster Barsinghausen und Wennigsen liegen ebenso auf seinem Weg wie das königliche Forsthaus Georgsplatz an der Wennigser Mark. Am Wennigser Waldkater kreuzt der mit einem auf dem Kopf stehenden „T“ markierte Calenberger den Kansteinweg. Bei Argestorf führt der Calenberger Weg in den Deister und zweigt am Taternpfahl nach Völksen ab. Er endet an der Marienburg bei Pattensen.
Längs über den Deister
Von Bennigsen nach Lauenau führt ein Weg, der einmal längs über den Deister ausgeschildert ist, und der zunächst vom Steinkrug bis zur Wöltjebuche führt. Er wechselt dann auf die Westseite des Deisters über Köllnischfeld nach Nienstedt. Der Weg mit den zwei weißen Querbalken wird auch als Hügelgräberweg bezeichnet. Mehr als 90 bronzezeitliche Grabhügel sind allein zwischen Bennigsen und Nienstedt bekannt. Eines dieser Gräber liegt an der Münder Heerstraße am Köllnischfeld und ist mit einem Holzschild markiert. Für die rund 25 Kilometer sollten um die sechs Stunden eingeplant werden.
Der Fernwanderweg E1
Der längste zusammenhängende Wanderweg in Europa ist der Fernwanderweg E 1. Zwischen Bad Nenndorf und Springe folgt er dem Deister in voller Länge auf dem Hauptkamm. Der Europa-Fernwanderweg ist auf rund 7000 Kilometern vom Nordkap bis Salerno in Süditalien ausgeschildert. Die Streckenführung bis Sizilien ist noch in Planung. Der Weg E 1, der bereits 1929 geplant wurde, ist in Deutschland mit einem weißen „X“ auf schwarzem Grund gekennzeichnet. In der Region Hannover erreicht der E 1 von Celle kommend Fuhrberg und führt weiter durch die Wedemark. Über die Leine geht es mit einem Schlenker weiter zum Steinhuder Meer, von dort nach Bad Nenndorf und an der Cäcilienhöhe in den Deister. Dort beginnt die Drei-Türme-Route: Den Anfang macht der Nordmannsturm bei Nienstedt (382 Meter). Das nächste Etappenziel auf dem Kammweg ist der Annaturm auf dem höchsten Punkt des Deisters (405 Meter). Am ehemaligen Forsthaus Köllnischfeld geht es weiter zum Springer Ebersberg. Der E 1 macht an der Deisterpforte einen weiten Bogen nach Bad Münder. Auf der gegenüberliegenden Seite werden beide Deister-Türme vom Süntelturm (437 Meter) in der Höhe getoppt, der vom Parkplatz Bergschmiede zu erwandern ist. Vom Süntel geht es über den Schweineberg nach Hameln.
„E 1 – Das Buch zum Weg. Zu Fuß von Flensburg zum Bodensee“, Karin Baseda-Maass, Verlag Buch her!, Hamburg, 12,68 Euro.
Der Roswithaweg
Auf der Sonnenseite des Deisters verläuft der mit „R“ gekennzeichnete Roswithaweg. Er verbindet die Weserstadt Nienburg mit Bad Gandersheim. Auf dem Pilgerweg der „Hrotsvitha“, die um 938 geboren wurde, können Wanderer zwischen Nienstedt und Bad Münder vom Deisterrand ins Deister- Süntel-Tal schauen. Besonders geeignet ist die Ausflugsgaststätte Ziegenbuche mit Autoparkplatz in Bad Münder (An der Ziegenbuche 6) für einen Foto: Annika Kamißek 14 Deister-Spaß: Wandern kurzen Abstecher auf dem Roswithaweg. Von dort stößt der aus Richtung Nettelrede kommende Pilgerweg mit dem Europäischen Fernwanderweg 1 zusammen, der vom Köllnischfeld und Ebersberg nach Bad Münder führt. Oberhalb der Deisterpforte ist dieser schmale Fußweg besonders romantisch. In Höhe der Deisterpforte, am Großen Graben, weist das „R“ über die Brücke auf die andere Seite der Bundesstraße 217. Im Kleinen Deister führt der Roswithaweg zur Wolfsbuche und zum Ausflugslokal Salzburg bei Coppenbrügge. Marienau und der Ith-Kamm sind weitere Stationen auf dem Weg in Richtung Bad Gandersheim.
Ein Taternpfahl als Grenze
Ein Holzpfahl auf dem Deisterkamm erinnert an das Schicksal der Sinti und Roma: der Taternpfahl, der vom Schiefen Brink kommend die Grenze zum Stadtgebiet Springe markiert. Eigentlich ist der Name in der heutigen Zeit politisch nicht korrekt. Denn mit den „Tatern“ waren früher die Sinti und Roma gemeint. Eine Tafel neben dem geschnitzten Pfahl erinnert an die unrühmliche Geschichte des Platzes. Demnach hat Herzog Georg-Wilhelm von Celle-Lüneburg den Pfahl 1635 aufstellen lassen. Auf der Grenze der Ämter Wennigsen und Springe mussten die „Tatern“ an dieser Stelle im Deister drei Tage rasten, ehe sie mit einem reitenden Jäger nebst Begleitung nach Springe weiterziehen durften. Dort durften sie auf dem Tivoli campieren und sich „durch Kesselflicken und Wahrsagen“ Geld verdienen, wie es auf der Hinweistafel heißt. Nach drei Tagen mussten sie die Stadt spätestens wieder verlassen. Der Waldweg stellte früher die kürzeste Verbindung über den Deister dar und kann somit als Vorläufer der heutigen B 217 gelten.
Der Weg zur Alten Taufe
Der Parkplatz am Nienstedter Pass ist idealer Ausgangspunkt für große und kleine Wanderungen. Der Vorteil: Auf der Passhöhe in 277 Metern Höhe ist schon ein gutes Stück des Weges nach ganz oben geschafft. Auf dem Kammweg geht es in beide Richtungen noch einmal 100 Meter bergauf. Sowohl der Nordmannsturm als auch der Annaturm stehen rund zwei Kilometer vom Nienstedter Pass entfernt. Der Weg zur Wallmannhütte (offiziell Seelzer-Thurmer-Weg) ermöglicht einen abwechslungsreichen Rundweg über rund zehn Kilometer. Dazu folgt der Wanderer zunächst der Straße in Richtung Nienstedt. Nach rund 100 Metern liegt rechts ein kleinerer Parkplatz, von dem der Waldweg abzweigt. Hinter der Wallmannhütte taucht nach insgesamt drei Kilometern eine Felswand auf, zu der ein Pfad hinaufführt. Von oben gibt der Wald den Blick auf das verträumte Nienstedt frei. Auf dieser Route folgen Wanderer nun den Hinweisschildern zum Kammweg und zur Alten Taufe. Die alte germanische Opferstätte liegt etwa 30 Meter abseits des Weges. Von dort geht es auf dem Kammweg zurück zum Ausgangspunkt. Eine Stärkung gibt es auf halber Strecke in der Wegschänke am Nordmannsturm. Der Turm bietet ebenfalls eine tolle Aussicht, die für den langen Marsch mehr als entschädigt.
Der Söltjerweg
In Bad Münder ist ein Rundweg ausgeschildert, der genau der Grenze zu den Nachbarkommunen folgt. Der Rundweg ist 56 Kilometer lang und trägt das Söltjersymbol der Stadt. Der Einstieg in den Söltjerweg, der Deister und Süntel gleichermaßen berührt, ist von jedem Punkt aus möglich. Zwei Tipps für kleine Abstecher: von der Ziegenbuche am Deister über den Panoramaweg in den Talgrund. Am Ende des Tals führt links der Schäfersteig wieder hinauf. Der Forststraße in Richtung Ziegenbuche folgen, wo sich der Kreis nach etwa sechs Kilometern wieder schließt. Wer will, kann die Strecke verkürzen und nur den Panoramaweg laufen. Tipp 2: Durch das schönste Tal im Deister fließt der Walterbach. Von Nienstedt folgen Wanderer dem „S“ des Söltjerweges in das als Naturschutzgebiet ausgewiesene Tal, vorbei an grünen Wiesen und dem Hexenteich. Vor Eimbeckhausen zweigt ein Weg ab, der mit „W2“ ausgeschildert ist. Er führt am Schlepperdenkmal mit herrlicher Talsicht vorbei und über den Hasselberg nach etwa acht Kilometern zurück nach Nienstedt.
Der Bergmannsweg
Auf dem etwa 20 Kilometer langen Bergmannsweg zwischen Bad Münder und Osterwald können Wanderer ein Stück Vergangenheit erleben. An der Strecke liegen mehrere ehemalige Bergwerke sowie Sand- und Kalksteinbrüche, aus denen schon in vorindustrieller Zeit Bodenschätze geborgen worden sind. Tonvorkommen ermöglichten Töpfern aus der Region die Herstellung von Keramik. ZahlDeister- Spaß: Wandern 15 reiche Fuß- und Fahrwege, die unter anderem für den Transport von Waren und Materialien genutzt wurden, überzogen Deister, Süntel, Nesselberg und Osterwald. Im 20. Jahrhundert verloren die Bergwerke und Steinbrüche dann ihre wirtschaftliche Bedeutung, die Wege gerieten in Vergessenheit. Heute werden sie touristisch genutzt und bieten Wanderern und Spaziergängern eine interessante Tour zu den Überresten der industriell geprägten Vergangenheit. Der Bergmannsweg von Bad Münder nach Osterwald führt über Altenhagen, Brünnighausen, Dörpe und Salzburg. Er verbindet mehrere Teilstrecken miteinander, die den alten Wegen von damals folgen. Die beeindruckenden Panoramablicke und die abwechslungsreiche Landschaft machen eine Wanderung auf dem Bergmannsweg zu einem ganz besonderen Erlebnis. Die Tour dauert etwa acht Stunden. Gekennzeichnet ist die Route mit einem Bergmann auf gelbem Grund.
Wanderhilfen
Einen Überblick über alle Wanderwege im Deister können sich Wanderer mit der Karte „Wandern im Deister“ der LGN-Niedersachsen verschaffen. Das Amt für Landvermessung und Geobasisinformation hat eine Karte im Maßstab 1:25 000 herausgegeben. Die Karte ist in den Touristinformationen der Deisteranrainer und im Buchhandel für 8,90 Euro erhältlich. Über den Söltjerweg in Bad Münder informieren Faltblätter und Karten, die beim Tourismus-Service Bad Münder, Telefon (0 50 42) 92 98 04, kostenlos erhältlich sind.

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