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Der Zug der Zeit

Museumsnachbarn Der Zug der Zeit

Dem Monarchen wird ein prägnantes Bonmot zugeschrieben: „Ich will keine Eisenbahnen im Lande“, soll König Ernst August gewettert haben.

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Ein Zinnmodell der Ersten Hannoverschen Eisenbahn aus dem Jahre 1834

Quelle: Handout

„Ich will nicht, dass jeder Schuster und Schneider so rasch reisen kann wie ich.“ Ganz unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt zeigt die Anekdote doch eines: Die neue Zeit, die Epoche der Fabriken und Dampfloks, brachte ein Moment sozialer Gleichheit ins gesellschaftliche Gefüge, eine Demokratisierung des Reisens. So gesehen waren die Eisenbahnen so etwas wie das Gegenteil der königlichen Prachtkutschen.

In Ernst Augusts Königreich rollte die erste Bahn mit einer aus England importierten Lokomotive 1843 auf einer Art Teststrecke von Hannover nach Lehrte. Rasch wuchs das Schienennetz; allein im August 1846 fuhren bereits 51 785 Menschen im Königreich mit der Bahn – Hannover hatte gerade 42 000 Einwohner. Die erste 1846 in Hannover hergestellte Lokomotive trug den Namen „Ernst August“.

Ein Zinnguss aus dem 19. Jahrhundert findet sich im Historischen Museum oberhalb der Kutschenhalle. „Das war ein Erwachsenenspielzeug für arrivierte Herren, ähnlich wie Zinnsoldaten“, sagt Museumsdirektor Thomas Schwark. Der Zug war in dieser Hinsicht nichts anderes als ein Vorläufer elektrischer Eisenbahnen.

Der erzkonservative Ernst August konnte durchaus eine praktische Ader haben. Mag ihm der Eisenbahnbau auch kein Herzensanliegen gewesen sein, so erkannte er doch, dass er ökonomisch unverzichtbar war. Die „vorübergehenden Nachtheile“, bemerkte der Monarch 1838, wögen wenig, wenn es darum gehe, „das Wohl der Gesammtheit dauernd zu befestigen“. Der König selbst, ein altgedienter Kavallerieoffizier, reitet noch heute. Passenderweise vor dem Hauptbahnhof.

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