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Der Palast der großen Frauen Selbst ist der König

Hausbesuch Selbst ist der König

Die einstige Herzogin von Celle begrüßt jeden Besucher persönlich. „Erzlisch willkommen in meinem Schloss …“ Eleonore d’Olbreuse erscheint nicht etwa als Schlossgespenst, sondern auf einem Bildschirm.

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Blick in das Paradezimmer

Quelle: Stefan Arend

Moderne Medien begegnen einem bei der Besichtigung des Celler Residenzschlosses auf Schritt und Tritt. Hightech in barockem Ambiente – passt das zusammen? Durchaus. In kaum einem anderen Schloss Niedersachsens wird der Besucher auf so anschauliche Weise in die Vergangenheit entführt wie in Celle. Schon beim Auftakt im „Großen Festsaal“ kann man sich über Projektionen und eingespielte Filme ein Bild vom spätmittelalterlichen Leben machen, das hier geherrscht hat.

In Filzpantoffeln geht es dann weiter ins Barockzeitalter, in Räume mit altem Parkettboden und Stuckdecken von Tornielli, alten Meistern und modernen Medien. Mithilfe einer Drehscheibe lässt sich im ersten der Prunkzimmer spielerisch die territoriale Entwicklung der welfischen Fürstentümer erkunden. Ein Berührungsbildschirm präsentiert eingescannte Stiche von Merian.

Im zweiten Prunkzimmer trifft der Besucher Eleonore d’Olbreuse wieder, diesmal auf einem Originalgemälde neben ihrem Gatten. Das dritte Prunkzimmer ist Tochter Sophie Dorothea gewidmet. Eine Drehscheibe zeigt, welch bedeutende Bewerber um die Prinzessin gebuhlt haben. Wer möchte, kann sich einen Kopfhörer aufsetzen und in die Liebesbriefe hineinhören, die Sophie Dorothea mit ihrem Geliebten, Graf Philipp Christoph von Königsmarck, gewechselt hat.

Die Geschichte ihrer Urenkeltochter Carolin Mathilde ist ähnlich aufbereitet, und im „Königssaal“ lassen sich die englischen Monarchen aus dem Hause Hannover bestaunen – von Georg I. bis Georg V. Auch der Besucher darf sich wie ein König fühlen, einen bereitliegenden Königsmantel anlegen und sich selbst krönen. Und sobald man sich die Krone aufgesetzt hat, erklingt die Krönungsmusik, die Georg Friedrich Händel für Georg II. bei der Thronbesteigung in London komponiert hat. Erhebend!

Wie die Herrscher seinerzeit ihre Macht inszeniert haben, wird auch im Audienzgemach und Paradezimmer erfahrbar. In einem weiteren Raum ist unter dem Oberthema „Der Weg ins Exil“ auch der Niedergang des Königreichs Hannover zu besichtigen. Wie sehr Celle bis heute von der Residenzzeit geprägt ist, kann der Besucher am Ende der Ausstellung bei einer „Spurensuche“ im Stadtbild erkunden.

Führungen gehen auch in die Schlosskapelle. Die prächtige Ausgestaltung mit Gemäldezyklen beeindruckt – zumal in Celle Protestanten herrschten, die sich der Schlichtheit verschrieben hatten. Aber Frömmigkeit ist das eine, Prunksucht das andere. Und auch in einer Kapelle ging es nicht nur darum, die Größe des himmlischen Vaters zu demonstrieren, sondern auch die Macht des irdischen Herrn.

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Chronik

Die Geschichte des Celler Schlosses geht auf das Jahr 1190 und wie die Stadtgründung Münchens auf Heinrich den Löwen zurück.

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