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Der Traum von der Trutzburg Streifzug unterm Schirmgewölbe

Hausbesuch Streifzug unterm Schirmgewölbe

Die Geschichte der Welfen ist eng mit der Marienburg verknüpft – bei einem Streifzug durch das Gebäude wird dies deutlich.

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Wegweiser für Entschlossene

Prächtiges Gewölbe: Die Bibliothek der Königin Marie beeindruckt mit Blattgold.

Quelle: Rainer Dröse

Zwei herausragende Vertreter des alten Adelsgeschlechts geben sich bereits im Innenhof die Ehre: Heinrich der Löwe (um 1129–1195) und der erste welfische Kurfürst Ernst August (1629–1698) sind dort in wetterfesten Skulpturen verewigt.

Wie bei echten Burgen wird auch der Innenhof der Marienburg beherrscht von einem mächtigen Zentralbau. Der Bergfried ragt weit hinaus über Türme und Baumwipfel und beherbergt die Eingangshalle mit der blattgoldverzierten Sternendecke. Zu sehen ist auch das Schlossmodell aus Kork, das es dem blinden König Georg V. erlaubte, seine Marienburg zu ertasten.

Nächste Station ist der Rittersaal. Hier sind vor allem die Silbermöbel zu bestaunen, die Anfang des 18. Jahrhunderts in den berühmten Augsburger Silberschmieden gefertigt wurden und 1731 in den Besitz Georgs II. gelangten. Der englische König und hannoversche Kurfürst ist im Rittersaal ebenso zu sehen – im Kreise seiner welfischen Vor- und Nachfahren. Leider sind die Porträtierten dieser Ahnengalerie nicht durch Namensschilder gekennzeichnet – wie es überhaupt an Informationstafeln im Schloss mangelt. Doch ohne Führer wird sowieso keiner eingelassen.

Weiter geht’s in den Salon von Königin Marie. Hier lohnt ein Blick nach oben: Die Kassettendecke aus Eiche, Ahorn und Nussbaum ist mit detailreichen Schnitzarbeiten verziert und somit die kostbarste Decke im Schloss. Aber auch der Kamin und die Rosenholzmöbel können sich sehen lassen. Nicht minder eindrucksvoll ist die Bibliothek: Das prächtige Schirmgewölbe ist mit Blattgold veredelt, die Rundbilder der Decke zeigen Größen der deutschen Geistesgeschichte wie Martin Luther oder Johann Wolfgang von Goethe.
Ein anschließender Raum erlaubt den Blick ins herrschaftliche Zimmer einer jungen Dame aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die sich ihre Bildung mühsam zu erarbeiten hatte. Prinzessin Mary, jüngste Tochter Georgs V., brütete im Studierzimmer einst über ihren Hausaufgaben; Hefte mit ihrer Handschrift erinnern daran.

Höheren Zwecken diente die Schlosskapelle. Bei Führungen wird der Blick auf die romantische Christusstatue gelenkt. Sie zeigt Jesus nicht am Kreuz, sondern mitten im Leben. Aufgewertet wird der schlichte Sakralbau mit dem Wandgestühl durch eine alte Furtwängler-Orgel, der immer noch Töne zu entlocken sind. Für Genüsse anderer Art sorgte einst die Schlossküche. Der gusseiserne Herd mit hochmoderner Technik soll der Stolz von Königin Marie gewesen sein. Wenn auch heute nichts mehr köchelt und brutzelt, so vermittelt das Kochgeschirr aus Kupfer noch immer einen lebendigen Eindruck davon, wie es in dieser Küche mal zugegangen ist.

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Information

Öffnungszeiten : Die Winterpause auf der Marienburg endet am 15. März. Danach ist sie bis zum 2. November täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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