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Die Geister, die Münchhausen rief Eintauchen in die Renaissance

Hausbesuch Eintauchen in die Renaissance

Von außen betrachtet sieht Schloss Bevern heute fast wieder aus wie vor 400 Jahren. Geht man aber hinein, werden die Spuren sichtbar, die der Lauf der Zeit hinterlassen hat.

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Nächtlicher Spuk

Lebensgeschichte des Schlossherrn Statius von Münchhausen via Kopfhörer

Quelle: Heinrich Thies

Bauschutt und Gerümpel, verblasste Wandmalereien und aufgebrochener Putz führen dem Besucher in etlichen Räumen vor Augen, dass die Renovierung ein mühevoller Weg ist. Auch im Großen Saal muss man viel Fantasie aufbringen, um sich vorzustellen, welcher Luxus einst geherrscht hat, wo heute Staub und Spinnennester die Wände überziehen. Immerhin kam der 38 Meter lange und zwölf Meter breite Festsaal ganz ohne Stützen aus – eine bauliche Meisterleistung, die nach wie vor Bewunderung hervorruft.

Mehr Inventar gibt es in der historischen Bibliothek zu entdecken. Unter den zahlreichen Erstausgaben, die hier ausgestellt sind, finden sich Unterrichtswerke der nahe gelegenen Klosterschule Amelungsborn aus dem 16. Jahrhundert; „Nützliche Versuche zur Erkenntnis der Natur und Kunst“ heißt zum Beispiel eines dieser Bücher.

Ein anderer Raum ist mit Mobiliar aus napoleonischer Zeit möbliert. Es soll eigens für den Besuch des „Besatzerkönigs“ Jerome von Westfalen hergestellt worden sein. Andere Gemächer, die heute als Tagungsräume zu buchen sind, stammen aus der Zeit, in der das Schloss ein Kinderheim war. Schlichte Jugendstilelemente erinnern daran.

Auch die 1717 errichtete Schlosskapelle ist in der „Kinderheimzeit“ neu gestaltet worden. Wandgemälde mit biblischen Motiven und ornamentale Deckenmalereien schmücken die Kapelle im Stil der Neorenaissance. Schlosserbauer Statius von Münchhausen zog es seinerzeit jedoch vor, die Dorfkirche von Bevern zu besuchen. Hier ließ er sich 1633 auch begraben.

Wer Näheres über das Leben des verarmten Edelmannes und seine Zeit erfahren möchte, taucht auf Schloss Bevern in die „Erlebniswelt Renaissance“ ein. An 19 Lebensstationen kann der Besucher Bilder zum Sprechen bringen, und Statius spricht „persönlich“ zu seinen Gästen. „Ich bin eine ganz große Nummer an der Weser“, tönt der einstige Baulöwe, bis er am Ende seine Pleite eingestehen muss: „Mein Gott, dass es so weit kommen musste, Sie sehen mich als gebrochenen Mann …“

Nicht überall funktioniert das mit EU-Geld finanzierte High-Tech-Projekt so gut wie in Bevern. Das Hochzeitshaus in Hameln, das ursprünglich den Mittelpunkt der Erlebniswelt bilden sollte, musste zwei Jahre nach der Eröffnung wegen technischer Probleme und ausbleibender Besucher geschlossen werden. Weiter geöffnet ist neben Schloss Bevern das Mausoleum in Stadthagen. Mit Hörspielen und Klangkulissen kann sich der Besucher an der letzten Ruhestätte des Fürsten Ernst von Holstein-Schaumburg in die Zeit der Reformation versetzen lassen.

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