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Edler Schnaps im Zeichen der Burg Carl Graf von Hardenberg: „Wir müssen alte Gebäude neu nutzen“

Interview Carl Graf von Hardenberg: „Wir müssen alte Gebäude neu nutzen“

Carl Graf von Hardenberg erzählt über das Schlossleben, die Spiritousenfabrik und seine Vorfahren.

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Geschichte des Schlosses

Carl Graf von Hardenberg

Quelle: www.der-hardenberg.com

Graf Hardenberg, wie lebt es sich eigentlich in einem so großen Schloss?

Dadurch, dass wir hier mit drei Generationen wohnen, ist es sehr angenehm. Meine Mutter, meine Frau und unsere drei Kinder, die zwischen 20 und 28 sind, erfüllen das Haus mit viel Leben.

Welche Bedeutung hat es für Sie als Unternehmer, einem so alten Adelsgeschlecht zu entstammen?

Das spielt eine große Rolle. Wir wirken seit hier fast 1000 Jahren, jede Generation steht vor einer anderen Herausforderung. Man trägt eine große Verantwortung, den Betrieb so gut wie möglich zu erhalten und die Tradition des Hauses mit den Anforderungen der Gegenwart zu vereinbaren. In den Siebzigern haben wir zum Beispiel ein altes Gehöft in eine Golfanlage umfunktioniert. Wichtig ist, für die alten Gebäude eine sinnvolle Nutzung zu finden. So haben wir etwa unsere Verwaltung in einem früheren Bullenstall untergebracht. Wichtig ist mir, dass Firmensitz und Kornbrennerei hier erhalten bleiben. Auch im Bereich der Forstwirtschaft geht es um den Erhalt überkommener Werte. Außerdem bin ich mir der Verantwortung für die Region bewusst. Ich war 15 Jahre Bürgermeister.

Bereitet es Ihnen als zweitgrößten Spirituosenfabrikanten Deutschlands kein schlechtes Gewissen, dass so viel Missbrauch mit Alkohol getrieben wird?

Nein. Das ist ein gesellschaftliches Problem – besonders das Komasaufen bei Jugendlichen. Mit Verboten kommen wir da nicht weiter. Wir müssen uns um die Familien kümmern, damit die jungen Leute gar nicht erst auf die Idee kommen. Da läuft viel schief, das belastet mich auch.

Welcher Ihrer berühmten Vorfahren ist Ihr größtes Vorbild?

Der preußische Staatskanzler Carl August von Hardenberg. Der hat mit seinen Reformen viel bewegt und sich durchgesetzt, obwohl er auf Gegenwehr getroffen ist. Ich bin dabei, eine Ausstellung über ihn zu erwerben, die im Preußischen Museum in Potsdam gezeigt wurde. Die wollen wir bei uns zeigen – schließlich ist der Mann hier aufgewachsen.

Können Sie ein Novalis-Gedicht auswendig?

Da erwischen Sie mich auf dem falschen Fuß. Ich habe die Gedichte von Novalis gelesen und schätze sie. Das war ein enormer Typ. Leider hat er zu kurz gelebt.

Wäre es für Sie denkbar, auch das Schloss der Öffentlichkeit zugänglich zu machen?

Nein. Früher war hier ja alles geschlossen. Ich habe Anfang der Neunziger mit der Restaurierung der Burg begonnen und Führungen ermöglicht. Auch den Park habe ich geöffnet. Aber einen kleinen Privatbereich muss man sich schon erhalten.

Klein?

Na ja, drei Generationen passen rein.

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