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Edler Schnaps im Zeichen der Burg Ein Schlosspark auch für Alltagsmenschen

Hardeberger Schlosspark Ein Schlosspark auch für Alltagsmenschen

Zwischen Schloss, Kornbrennerei und Burghotel erstrecken sich idyllische 230.000 Quadratmeter.

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Geschichte des Schlosses

Paul, der Schwimmer, im Schlossteich - ein "Alltagsmensch" im herrschaftlichen Park.

Quelle: www.der-hardenberg.com

Nein, es sind nicht gerade die Spitzen der Gesellschaft, die in Hardenberg den Schlosspark bevölkern. Der Biertrinker zum Beispiel mit seinem blöden Gesichtsausdruck oder die gut gepolsterte Nackte, die da gelangweilt im Gras liegt. Von Adel keine Spur. Das gilt auch für Paul, den Schwimmer mit der komischen Taucherbrille, der seinen dicken Bauch in einen Schwimmring gezwängt hat und seinen Schädel unter einer blauweißen Badekappe verbirgt.

Das Gemeinsame dieser Typen ist, dass sie einem irgendwie bekannt vorkommen und seltsam erstarrt wirken in ihren Posen. Bei genauerem Hinsehen handelt es sich nicht um lebende Zeitgenossen, sondern um Skulpturen. „Alltagsmenschen“ hat die Wittener Bildhauerin Christel Lechner ihre lebensgroßen Figuren genannt, von denen einige den Schlosspark zu Hardenberg bevölkern.

Es hat etwas Symbolisches: Wo einst der Adel unter sich blieb, darf sich jetzt das Volk bewegen. Und besonders in der warmen Jahreszeit nutzen viele diese Möglichkeit. Alltagsmenschen aus Fleisch und Blut schlendern durch die sanft geschwungene 230.000 Quadratmeter große Parklandschaft, die sich zwischen Schloss, Kornbrennerei und Burghotel erstreckt und mit den grünen Hügeln des Leinetals zu verschmelzen scheint. Ein Bach schlängelt sich vorbei an knorrigen Buchen, Eichen und Trauerweiden.

Das Schloss ist für Besucher tabu. Der Fachwerkpalast ist der Grafenfamilie vorbehalten, die den Rittersaal mit den porträtierten Vorfahren der vergangenen 800 Jahre und andere Repräsentationsräume nur für Empfänge öffnet. Zu besichtigen ist hingegen die Kornbrennerei, die Einblicke in die Schnapsproduktion der Vergangenheit gewährt.

Auch die Burgruine ist öffentlich zugänglich – im Rahmen von Führungen. Das baufällige Gemäuer birgt manche Gefahren. Doch ein Besuch der einstigen Doppelburg mit der großen Kapelle und dem gotischen Torbogen lohnt sich; bei sachkundiger Anleitung gewährt sie tiefe Einblicke in das Alltagsleben des Mittelalters. Doch nicht alles, was mittelalterlich aussieht, ist es auch: Manche Bauelemente wie etwa ein Turm kamen erst im 19. Jahrhundert hinzu. Stellenweise erobert sich die Natur bereits den Burgberg zurück. So wächst aus einem Torbogen ein mächtiger Ahornbaum. Doch die dicken Mauern künden nach wie vor von der Pracht vergangener Zeiten. Wie luxuriös diese Burg ausgestattet war, lässt sich daran ermessen, dass jedes der drei Stockwerke über einen Kamin verfügte.

Wer sich am Kamin wärmen möchte, begibt sich besser ins Burghotel unterhalb der Ruine. Dort brennt an kühlen Tagen ein Feuer, und während des gesamten Jahres warten dort manch fürstliche Tafelfreuden auf den Gast – und manch andere Annehmlichkeit der Gegenwart.

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