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Gespensterfreies Märchenschloss "Das Leben ist nicht komfortabel"

Schlossbesitzer im Gespräch "Das Leben ist nicht komfortabel"

Nachgefragt bei Lippold von Klencke, Besitzer und Bewohner der Hämelschenburg.

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Hausherr Lippold von Klencke

Quelle: Heinrich Thies

Würden Sie als Schlossherr nicht lieber in früheren Jahrhunderten leben – einer Zeit, in der die Hämelschenburg noch mit herrschaftlichem Leben erfüllt war?

Nein, ich begrüße es sehr, dass wir heute in einer Demokratie leben. Ich finde es gut, dass die Machtbefugnisse nicht mehr vererbt werden, und einfacher ist das Leben auch geworden.

Ist es ein Fluch oder ein Segen, Besitzer eines so großen Schlosses zu sein?

Fluch wäre zu hart, aber eine große Belastung und besondere Verantwortung ist es schon. Die Schlossanlage ist ein wertvolles Kulturgut und das Hauptwerk der Weserrenaissance. Da kommt es ganz entscheidend darauf an, unterschiedliche Herausforderungen miteinander in Einklang zu bringen. Man muss immer wieder geeignete Nutzungsmöglichkeiten finden, Rücksichten auf den Denkmalschutz nehmen, teure Bauerhaltungsmaßnahmen finanzieren und den steigenden Anforderungen des Fremdenverkehrs gerecht werden.

Trägt sich das Schloss durch den Besucherverkehr mit Führungen, Café und Museumsladen?

Leider nicht. Aber die Besucher tragen dazu bei, dass die reizvolle Anlage erhalten werden kann und öffentlich zugänglich ist. Wir haben ja eine aufschlussreiche Geschichte zu erzählen; Familiengeschichte verbindet sich bei uns mit Landesgeschichte und reicht von der Reformation bis zur Gegenwart.

Wie lebt es sich eigentlich im Schloss?

Das Leben im Schloss ist weder komfortabel noch billig. Die Räume sind hoch, die Treppen steil, die Flure lang und die Dächer irgendwo immer undicht. Man muss hier schon eine Menge selbst machen – vom Rasenmähen bis zum Teichsäubern. Dafür macht uns die schöne Anlage mit den Gärten, der Kunst und ihrer bewegten Geschichte große Freude. Unser Leben ist hier allerdings auch eingebunden in die nachhaltige Bewirtschaftung eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebes und die Zugehörigkeit zu dem Dorf und der Kirchengemeinde Hämelschenburg. Auch das macht Arbeit und Freude.

Trübt die Auseinandersetzung mit den Denkmalpflegebehörden diese Freude nicht bisweilen?

Ja. Die denkmalpflegerischen Entscheidungen sind oft subjektiv und gehen zu wenig auf die Erfahrungen und Zielsetzungen der Eigentümer ein. Ich habe außerdem das Gefühl, dass das Land Niedersachsen sich immer mehr aus der Denkmalpflege zurückzieht. Die Verlagerung der Zuständigkeiten auf die Landkreisebene hat nicht gerade zur Erhöhung der Fachkompetenz bei den Behörden geführt. Es fehlt bisweilen an Verständnis und Unterstützung.

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