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Wo einst die Hochöfen glühten

Ilsede Wo einst die Hochöfen glühten

Freiwillig hätte früher wohl kein Mensch die Hüttenwerke Ilsede betreten. Das riesige Gelände mit seinen bis zu 4500 Arbeitsplätzen wirkte wie ein Moloch aus finster anmutenden Gebäuden, schier endlosen Schienensträngen, verwinkelten Rohrleitungen, lärmenden Maschinen und stinkendem Schornsteinqualm.

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Ein Pfad führt zu Sehenswürdigkeiten der Industriegeschichte: Wasserturm auf dem Gelände der ehemaligen Ilseder Hütte.

Quelle: Bernd Althammer

Die Silhouette beherrschte das Ortsbild der Gemeinde und schreckte Erholungssuchende gewiss ab. Heute dagegen ist der Bereich des früheren Hochofenwerks durchaus attraktiv: Üppiges Grün breitet sich auf der einst so malträtierten Fläche aus; und ein „Industriepfad“ schlängelt sich zu Schautafeln und baulichen Resten der früheren Anlage.

Etliche Gegenstände aus Fabrik und Alltagsleben aus 150 Hüttenjahren stehen in der so genannten Umformerstation auf dem Ilseder Gelände. Diese kann mittwochs und freitags von 11 bis 17 betreten werden. Wer an anderen Tagen oder am Wochenende kommt, muss sich unter Telefon (051 72) 20 21 anmelden – oder sich mit einem Blick durch eines der großen Fenster begnügen.

Anschaulicher noch sind die verbliebenen Originaleinrichtungen auf dem Hüttengelände. Da sieht man die riesige Umlenkscheibe, über die das Förderseil des Erzbergwerks „Emilie“ rollte. Ein Schlackenpfannenwagen transportierte die heißen Verhüttungsreste zur weiteren Verwertung. Die Reste eines Hochofens dokumentieren dessen Durchmesser von 8,60 Metern: Hier entstand aus Erz bei Temperaturen bis zu 2200 Grad Roheisen – in 123 Betriebsjahren 50 Millionen Tonnen.

An manchen Tagen können Besucher den Kugelwasserturm als Aussichtspunkt erklettern. Dann lässt sich in luftiger Höhe noch viel besser das Ausmaß des Geländes erfassen, das neben der Darstellung der Industriegeschichte inzwischen auch wieder Platz bietet für neue Gewerbeansiedlungen sowie Kunst und Kultur. Gerade wird die riesige, unter Denkmalschutz stehende Gebläsehalle als Veranstaltungszentrum hergerichtet. Übrigens: Das Gebäude am Fuß des Kugelbehälters, das einst als Büro diente, wurde von Betriebsangehörigen liebevoll als „Café Kröpcke“ bezeichnet.

Weitere Stationen des Pfads informieren unter anderem über die Kokerei und andere Verwertungsbetriebe, über Transportwege und -mittel und auch über das Kraftwerk, das der Produktionsstätte die nötige Energie lieferte. Wer sich das alles nicht merken kann oder es später noch einmal nachlesen will, besorgt sich beim Büro des Planungsverbands „Ilseder Hütte“, 31241 Ilsede, Telefon (051 72) 986 63 30, oder über www.ilseder-huette.de die „Industriepfadbroschüre“. Das Büro befindet sich direkt auf dem Gelände.

Weiteren Stelen die an die Industriegeschichte erinnern stehen in Peine, Ilsede, Adenstedt und Lengede. Wer werktags nach Lengede kommt, kann sich im Rathaus eine neue Dauerausstellung zum Grubenunglück vor 45 Jahren ansehen. Sie ist montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Wochenendtermine müssen über Telefon (053 44) 890 erfragt werden.

Bernd Althammer

öffentliche Verkehrsmittel mit der Bahn bis Peine, weiter mit den Buslinien 530 oder 501 nach Ilsede
mit dem Auto über die A 2, weiter über Peine nach Ilsede
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