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Hameln-Pyrmont

Sportlicher Aufstieg zum Grießemer Berg


Wo früher Reisende mit Karren und Gepäck nur mühselig vorankamen, erklimmen heute Wanderer den Gipfel des Grießemer Bergs. Die alte Poststraße führt auf steilem, schnurgeraden Weg von Bad Pyrmont nach Hameln - und besticht mit atemberaubenden Aussichten.

Unbehaglich wurde Reisenden vor gut 200 Jahren zumute, wenn sie nur an den Grießemer Berg dachten. Die wichtige Verbindung zwischen Emmerthal und Hummetal, Bad Pyrmont und Hameln verlangte einen steilen Auf- und Abstieg auf unbefestigtem schnurgeradem Weg. Heute rollen Autos und besonders gern Motorräder in bequemeren Serpentinen hinauf und hinab: Die alte Poststraße bleibt Wanderern vorbehalten.

Eine elf Kilometer lange Tour von Tal zu Tal ist landschaftlich sehr reizvoll. Das Auto bleibt auf einem kleinen, etwas verwahrlosten Parkplatz in der Ortsmitte von Grießem (Gemeinde Aerzen, Kreis Hameln-Pyrmont) stehen. Am nordöstlichen Ortsende geht es auf dem Unteren Weg allmählich bergan. Das spüren bald auch die Beinmuskeln. Denn am Waldrand verlangt ein schnurgerader, steiler und beschwerlicher Weg links ab volle Aufmerksamkeit.

Im „Eichgrund“ geht es nur mühsam hinauf. Oben auf der Höhe kommt dann endlich ein breiter Fahrweg in Sicht, der nach rechts um eine Erhebung namens „Kalte Nase“ herumführt. Bis hierher gibt es keine Markierung, sodass die amtliche Wanderkarte „Naturpark Weserbergland“ oder die Rad- und Wanderkarte „Hameln- Bad Pyrmont“ aus dem Publicpress-Verlag (beide erhältlich im Buchhandel) nützlich sind.

Gut hundert Meter nach der Einmündung einer von links aus dem Tal kommenden breiten Fahrbahn geht es rechts ab. Man muss schon genau hinschauen, um die Rundwanderwegs-Hinweise 4 und 5 oder das weiße Dreieck einer Fernroute zu entdecken. Die Orientierung fällt spätestens nahe dem Stumpf der verrottenden „Jägerbuche“ leichter. Ein Schild, zeigt an, dass es nun weiter Richtung Sennhütte gehen muss. Dafür wendet man sich auf dem bald erreichten Hauptweg nach links und biegt in Höhe von Infotafel und Ruhebank rechts ab.

Vor dem Lokal „Sennhütte“ (Montag Ruhetag) führt die Teerstraße ins Tal, bis rechts der Fürstenweg und bald der Philosophenweg mit dem Richtungshinweis „Erdfälle“ immer am Waldrand entlangführt. In der Ferne ragt die zweithöchste Erhebung der Region, der Köterberg, empor. Im Tal liegen Stadtteile von Bad Pyrmont. Vor dem Landhaus Stukenbrock (Mittwoch Ruhetag) hält man sich zunächst auf breitem Waldweg, verlässt diesen aber in einer Rechtskurve nach links und bleibt an einem Abzweig ebenfalls links, um fast direkt am Waldrand rechts abzubiegen.

So stößt man auf die alte Poststraße, die nach rechts steil aufwärts bis zur Passhöhe führt. Dort erinnert ein Obelisk an den Bauherrn der Serpentinen, Friedrich Graf zu Waldeck und Pyrmont. Für das fürstliche F musste die vorherige Aufschrift weichen: „6 Stunden von Hameln, 1 Stunde von Pyrmont“, hatte die Stundensäule noch 1783 verraten. Die Beschwerlichkeit dieser Route belegt der Bericht eines Reiseschriftstellers von 1789: Eines der Zugpferde sei völlig erschöpft zusammengebrochen. Der Kutscher besann sich seines Rotwein-Proviants und flößte dem Tier eine halbe Flasche ein. So wurde der Gaul wieder munter.

Heutige Passanten haben da eher das Panorama im Blick. Saalberg, Hummetal und der ferne Süntel lassen sich noch eine Weile bewundern, wenn man sich am Waldrand auf einem Wiesenweg allmählich wieder der Landstraße nähert und dort kurz darauf rechts ab durch eine breite Senke zurück nach Grießem marschiert.

Mit S-Bahn 5 bis Hameln und weiter mit Bus 30. An Wochenenden sind An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht möglich. Mit dem Auto auf B 217 und B 1 über Hameln nach Grießem.

Bernd Althammer

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