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Auf zum Hochmoor

Bissendorf Auf zum Hochmoor

Schaurige Geschichten haben sich die Menschen seit jeher über das Moor erzählt. Sie haben es zerstört oder entwässert, um es für ihre Zwecke nutzbar zu machen.

Resser Straße, Bissendorf 52.520871 9.712513
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Unterwegs im Kleinen Deister

Bissendorfer Moor

Quelle: Tim Schaarschmidt

Heute stehen Niedersachsens Moore weitgehend unter Schutz - vor allem, wenn sie so wertvoll sind wie das Hochmoor bei Bissendorf. Fast baumfrei breitet es sich auf rund 110 Hektar aus. Seine Torfschicht beträgt an den höchsten Stellen bis zu sieben Meter - gewachsen in einer langen Zeit. Denn in jedem Jahr bildet sich allenfalls eine ein Millimeter starke neue Schicht. Die Füße oder Maschinen der Menschen würden so etwas natürlich schnell zerstören. Folgerichtig ist das Gebiet weitflächig abgesperrt. Aber hier und da darf man sich dem Naturwunder doch nähern und mit Kamera und Fernglas Voyeur sein.

Vor dem Weg ins Bissendorfer Moor könnte man die ganze Gegend um den kleinen Wedemarker Ortsteil Wiechendorf erkunden und auf rund elf Kilometern das Nebeneinander von Weiden und Feldern, Wald und Moor inspizieren. Große Attraktionen am Wegrand sind nicht zu erwarten. Es ist eher die ländliche Beschaulichkeit und der immer wieder reizvolle Blick in die flache Landschaft, die den Ausflug belohnen. Genau an der Kreuzung in Wiechendorf befinden sich die Bushaltestelle und ein winziger Parkplatz gleich neben dem Denkmal für die Gefallenen.

Jetzt sucht man sich den Ziegeleiweg und folgt ihm in Richtung der Fahrradroute Mellendorf. Hilfe bieten die gesamte Strecke über kleine Schilder oder farbig bemalte Baumrinde mit der Markierung „R 2“. Eine Kartenskizze kann man sich aus dem Internet unter www.wedemark.de in der Rubrik Tourismus/Wander- und Radwege herunterladen.
Hinter dem idyllischen Lönssee biegt man links ab, überquert die Landstraße und läuft durch das Waldstück Henjeskamp, um sich kurz vor dem Waldende wieder nach links zu wenden. Wieder wird eine Landstraße überquert. So gelangt man nach Schadehop. Noch vor den wenigen Häusern geht es spitzwinklig links ab und durch Feld und Wald wieder auf Wiechendorf zu. Am Ende der dortigen Straße Westerfeld wird die etwas belebte Landstraße erreicht. Nach links ist ihr vorsichtig bis zum nächsten Feldweg nach rechts zu folgen. Auf diesem geht es schnurgeradeaus weiter.

Manchmal gucken Pferde neugierig über den Koppelzaun. Im Graben gibt braunes Brackwasser einen ersten Hinweis, dass das Moor nicht mehr weit ist. Noch einmal öffnet sich der Blick in die Landschaft; in der Ferne leuchten die weißen Stämme zahlloser Birken - ein weiterer Hinweis auf die sumpfiger werdende Vegetation. Ein großes Schild erläutert die Bedeutung des Naturschutzgebiets.

Wenige hundert Meter weiter führt ein komfortabler hölzerner Steg zum Beobachtungsturm, der einen guten Überblick über das Bissendorfer Moor bietet. In der Ferne muss sich der sagenumwobene Muswillensee befinden; ein auch „Moorauge“ genannter Kolk. Im Moor hält sich noch ein wenig länger als anderswo der etwas triste, welke Zustand der Flora. Aber bald sprießen hier Wollgras und Sonnentau, Glockenheide und Moos. Mit Glück lassen sich Falter und Libelle, Regenpfeifer und Kiebitz entdecken. Am Totholz schillert Schwamm in braunen und ockerfarbenen Tönen. Der „R 2“ begleitet noch eine Weile in östlicher Richtung den Moorrand, um sich dann nach Norden wieder der offenen Gemarkung zuzuwenden. An einer größeren Fahrwegkreuzung ist die linke Route die richtige: Sie endet an der Kreuzung in Wiechendorf.

Bernd Althammer

öffentliche Verkehrsmittel mit der S-Bahn-Linie 4 bis Bissendorf und weiter mit Linienbus 690 (Bissendorf-Mühlenberg) und 698 nach Wiechendorf; Sonntags mit S 4 bis Mellendorf und Anruftaxi; dieses mindestens 45 Minuten vorher bestellen unter (0 50 31) 17 55 00
mit dem Auto über Langenhagen Richtung Mellendorf, vor Scherenbostel nach links in die Resser Straße abbiegen; Parkplatz direkt am Ortseingang auf der linken Seite hinter dem Denkmal
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