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Der bewegte Stein

Brelinger Berge Der bewegte Stein

Mindestens 10.000 Jahre sind die „Findlinge“ vom Eispanzer vorangeschoben worden. Seit einigen Monaten gibt es einen fünf Kilometer langen Weg der „Bewegten Steine“ - in einem Gebiet, das selbst durch die Eiszeit geformt wurde: die Brelinger Berge.

Bennemühlen 52.581859 9.726178
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Entdeckungstour per Rad: „Tag des offenen Denkmals"

Wanderer können bald einen geologischen Lehrpfad begehen. Geplant ist ein fünf Kilometer langer Rundweg.

Quelle: Christian Behrens

Wer will, kann sich gegen einen geringen Obolus auch der Führung einer Geologin anschließen; Treffpunkt und Termine sind unter (0 51 30) 58 13 65 zu erfahren. Dank Schildern und einer Broschüre, die an den Startpunkten in Brelingen, Oegenbostel oder Bennemühlen erhältlich ist, kann sich jeder aber auch allein auf den Weg machen. Anfassen und ausprobieren ist an manchen der acht bereits fertigen Stationen ausdrücklich erlaubt.

Bester Startpunkt ist der Parkplatz am Friedhof Bennemühlen. Dort bleibt das Auto stehen; Bushaltestellen und S-Bahn sind nicht allzu weit entfernt. Nach wenigen Schritten in nordwestlicher Richtung stößt man bereits auf den Rundweg, der mit kleinen Dreiecken an hölzernen Säulen oder großen Findlingen bezeichnet ist.

So gelangt man zu „Sortiermaschine“ und „Eiswürfel“, streift ein Moorgebiet und entdeckt einen Findlingsstapel: Hier sind Granit, Quarzporphyr, Gneis und Sandstein übereinandergetürmt. Das sieht nicht nur ulkig aus, sondern erlaubt auch die Unterscheidung der rauen Oberflächen. Kurz vor dem Verlassen des anschließenden Waldstücks wird nach links abgebogen. Dann kann man bald Steine „hören“: den hellen Ton des Basalts, den dumpfen des Granits. Granit ist grobkörnig und oft voller Risse, sodass sich die Schallwellen schwerer ausbreiten.

Ein kleiner Abstecher führt zu merkwürdigen Kugeln auf einer Waldlichtung: um das 8000-Fache vergrößerte Pollen von Schwarzkiefer und Eichen. Die Originale geben wichtige Aufschlüsse über das Alter der Steine und das einst vorherrschende Klima. Was der Wind auf den scheinbar so harten Oberflächen anrichtet, dürfen Wanderer ein Stück weiter ausprobieren: Mit einer Kurbel lässt sich ein Ventilator in Gang setzen, der Sand über große Steine bläst. Täte man dies unablässig, würden sie glatt.

Zu guter Letzt kann man durch „Fernrohre“ doch glatt bis ins 820 Kilometer entfernte Oslo und zu den Älandinseln blicken. Leider versperren die Ausläufer des Brelinger Waldes den direkten Blick. Doch die Richtung stimmt: Von dortigen Gletschern wurden die Steine einst hierhergeschoben. Kurz vor den schon vom Start bekannten Häusern liegt ein letztes Monument am Wegesrand. Es beschreibt anschaulich, was übrig bleibt, wenn Wind, Eis und Geröllmassen den Oberflächen zusetzen.

Der Rückweg zur Bushaltestelle verläuft durch die Straße Am Mergelberg, zum Bahnhof weiter über Alte Chaussee und durch die Felder Richtung S-Bahnhof. Entlang der Kreisstraße fehlt nämlich ein Radweg.

Mit dem Auto über die L 190 bis Elze, dort links ab Richtung Brelingen. Hinter dem Ortsende von Bennemühlen führt nach rechts eine kleine Straße zum Friedhof.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln S-Bahn-Linie 4 bis Bennemühlen und zu Fuß in etwa 30 Minuten zum Start. Oder nur bis Bahnhof Mellendorf und weiter mit Bus 694 oder 697 nach Bennemühlen (Alte Schule).

Bernd Althammer

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