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Auf den Spuren der Steinzeit

Hildesheimer Wald Auf den Spuren der Steinzeit

Vorbei an uralten Bäumen und einem mittelalterlichen Kloster bis hin zu den mehr als 3.000 Jahre alten Hügelgräbern an den Wällen der Beusterburg - der Hildesheimer Wald lockt Wanderer mit einer Fülle historischer Spuren.

Wenn die Autos nicht wären auf der kurvenreichen Landstraße zwischen Heyersum und Betheln (Kreis Hildesheim), läge der Nordwestrand des Hildes-heimer Waldes fast noch in einem Dornröschenschlaf. Die Gegend bietet sich für eine abwechslungsreiche Wanderung an. Auf rund elf Kilometern überraschen die bewaldeten Hänge mit ihrer Artenvielfalt, das Vorland lockt mit herrlicher Fernsicht. Ob dafür die hier vor 5000 Jahren lebenden Menschen wohl schon einen Blick hatten? Sie hinterließen Spuren, von denen einige bereits durch Wissenschaftler enträtselt worden sind.

Das Auto bleibt am schmalen Parkplatz in Höhe des Waldstücks Osterholz auf halbem Weg zwischen Heyersum und Betheln stehen. Wenige Schritte nördlich davon zweigt ein Feldweg hinauf zum Rand des Hildesheimer Waldes ab. Dort knickt er scharf nach rechts, um bald darauf nach links allmählich aufwärts zu führen: „Schierenberg“, verrät die für diese Tour nützliche Wander- und Freizeitkarte der Region Hildesheim, erhältlich im Buchhandel oder bei Hi-Reg, Bischof-Janssen- Straße 31, Hildesheim, Telefon (0 51 21) 3 09 21 71, www.hi-reg.de. Sie erleichtert die Orientierung auf der nicht durchgängig markierten Route.

Hinter ein paar Fichten ist der Kammweg erreicht, dem man nun nach rechts folgt. Ein wenig versteckt sich das umgedrehte „T“ der Fernwanderroute zwischen Calenberger Land und Harz, die auch durch den Hildesheimer Wald führt. Man könnte auf dieser direkt von Bad Nenndorf bis Goslar laufen. Das ist an einem Tag natürlich nicht zu schaffen. Deshalb genügen drei Kilometer, bis an einer größeren Wegkreuzung der Hinweis „Haus Escherde“ zu finden ist. Ein blaues Andreaskreuz bietet zusätzliche Orientierung.

War bisher schon der Wald durch seine Vielfalt an Baumarten spannend, lässt sich mithilfe eines Bestimmungsbuchs auf dem Weg ins Beustertal noch mehr entdecken. Ein morastiges Gelände wird durchquert, in dem sich das Wasser der „Warmen Beuster“ sammelt. Später stehen Nordmanntannen in Reih und Glied in einer Plantage. Erst schneidet sich der winzige Eddinghausener Bach tief ins Gelände rechts neben dem Weg ein, dann erinnert in einem kleinen Eibenwald ein Gedenkstein an einen gefallenen Kriegsfreiwilligen. Und kurz bevor eine lange hohe Mauer in den Blick fällt, säumen knorrige Weiden den Weg.

Haus Escherde ist erreicht, ein 1203 erstmals erwähntes Frauenkloster, das durch die Säkularisierung 1810 seine Funktion verlor. Heute ist es staatliche Domäne. Die Klosterkirche mittendrin hat aber weder eine geistliche noch eine weltliche Verwendung. Im nahen „Klosterstübchen“ kann man an Wochenenden mittags einkehren. Gleich hinter dem kleinen Gasthaus führt rechts ab ein breiter Feldweg immer geradeaus zurück zum Ausgangspunkt.

In der langen Birkenallee sollte man sich immer mal wieder umdrehen und den Blick auf die Gegend mit den markanten Kirchtürmen von Escherde, Gronau und Betheln genießen. Wenn noch Zeit ist, folgt man dem Hinweisschild zu den Wällen der Beusterburg. Zur Infotafel über die steinzeitliche Anlage ist es allerdings einen guten Kilometer weit. Hinweise auf weitere Spuren der Vorzeit gibt es nur ein paar Schritte vom Parkplatz entfernt: Im Osterholz liegen 84 registrierte Hügelgräber. Das mehr als 3000 Jahre alte Gräberfeld, das einst dreimal so groß war, ist ein weiterer Beweis für frühe Ansiedlungen.

Mit dem Auto über B 3 und B 1 nach Heyersum, dort rechts ab. Der Parkplatz Osterholz befindet sich nach knapp drei Kilometern auf der rechten Seite. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist nur werktags bis Haus Escherde möglich.

Bernd Althammer

31032 Betheln, Haus Escherde 52.116797 9.818357
31032 Betheln, Haus Escherde
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