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Gefunden, verarztet und aufgepäppelt

Hildesheim Gefunden, verarztet und aufgepäppelt

Selten hat etwas so gut zusammengepasst wie das kleine Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert und das Puppenmuseum von Irmtraut Schwenkler. Seit fast 25 Jahren „leben“ nun schon Puppen und Plüschtiere auf zwei Etagen in der Hildesheimer Dingworthstraße 3.

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Orgel in St. Michaelis in Hildesheim

Quelle: Rainer Dröse

Es war einst auf dem Flohmarkt in Hannover, als Schwenkler an einem „armen Ding“ ohne Arme und mit erheblichen „Verletzungen“ einfach nicht hatte vorbeigehen können. Viele kleine und große Puppen in erbarmungswürdigem Zustand, zum Teil sogar aus dem vorletzten Jahrhundert, hat Schwenkler seither gefunden, in ihre Puppenklinik eingewiesen, verarztet und aufgepäppelt.

Was etwa zehn Jahre lang eine Puppenklinik war, ist heute ein entzückendes Museum mit allem aus Porzellan, Celluloid oder Stoff, was einmal geliebt und geknuddelt wurde. Das betagteste Exemplar der Sammlung ist eine 170 Jahre alte Ebenholzpuppe aus Japan, die auf einer Auktion in Nürnberg erworben wurde. Auf Flohmärkten und bei Versteigerungen war Schwenkler schon immer unterwegs. Die gelernte Zahntechnikerin hat das nötige Fingerspitzengefühl für Filigranes und setzt ihre Schätze von Käthe Kruse, Schildkröt, Minerva und anderen Herstellern so in Szene, dass sich kleine, aber auch große Besucher daran erfreuen können.

Noch immer repariert die Museumschefin „abgeliebte“ Puppen und Kuscheltiere. Da hat sich im Laufe der Jahre manche Anekdote angesammelt wie die von einem Kapitän a. D. aus Hamburg, der ihr seinen arg mitgenommenen Teddy per Post zuschickte mit der Bitte um Restaurierung. Die Puppenmutter tat ihr Bestes und lieferte den Glücksbringer, der immer mit auf große Fahrt gegangen war, persönlich in Hamburg ab. Wie üblich in einem Museum können Besucher die Exponate nicht kaufen. Wer sich aber verliebt in eine der schönen alten Puppen, kann sich von Schwenkler ein Duplikat anfertigen lassen, samt Accessoires. Schönen Schmuck stellt sie ebenso her wie historische Miniaturgebäude, etwa das Knochenhaueramtshaus von Hildesheim.

Zurzeit wird das Museum für die neue Saison aufgepeppt. Vom 1. März an sind Besucher montags und dienstags von 10 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr willkommen. Auch schon vor der offiziellen Wiedereröffnung können aber Besichtigungstermine unter Telefon (0 51 21) 4 30 70 und (01 76) 48 09 01 30 vereinbart werden.

Hildesheim mangelt es nicht an Sehenswürdigkeiten. Der Marktplatz etwa, der 1945 in Schutt und Asche lag, glänzt heute wieder mit schönstem Fachwerk. Denn mit den hier in der Nachkriegszeit hochgezogenen Betonfassaden mochten sich die Hildesheimer nicht abfinden. So bekam der Markt seit den 1980er Jahren nach und nach sein altes Antlitz weitgehend zurück. Mit dabei war auch das besonders imposante, 26 Meter hohe Knochenhaueramtshaus, in dem sich heute das Stadtmuseum befindet, und das Tempelhaus, das heute die Tourist-Information, Telefon (0 51 21) 1 79 80, www.hildesheim.de, birgt.

Nach 1945 wiederaufgebaut werden musste auch die Kirche St. Michaelis am Michaelisplatz, die jetzt ihr 1000-jähriges Jubiläum feiert. Was ihr Gründer Bischof Bernward einst als Erstausstattung stiftete, konnte über die Zeiten gerettet werden und ist ab 27. Februar in der Ausstellung „Bernwards Schätze“ im Dommuseum zu sehen, darunter Reliquien vom Kreuz Christi.

Monika Ukermann

öffentliche Verkehrsmittel mit dem Regionalexpress von Hannover Hbf etwa halbstündlich bis Hildesheim, vom Bahnhof aus mit Bus-Linie 1 bis zum Puppenmuseum, Haltestelle Moritzberg
mit dem Auto auf der B6 nach Hildesheim
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