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Zwischen Rathaus und Rad-Haus

Einbeck Zwischen Rathaus und Rad-Haus

Zwischen Harz und Solling liegt das für sein Bier bekannte Städtchen Einbeck. Neben einem „Bierpfad“ mit Informationen zur Braugeschichte und dem markanten Rathaus hat Einbeck aber auch noch viel mehr zu bieten.

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Zwischen Harz und Solling liegt das für sein Bier bekannte Städtchen Einbeck.

Quelle: Udo Heuer

Überall auf den Fußwegen liegen Fässer. Aber man stolpert nicht darüber, weil es nur gemalte Behälter für jenes Getränk sind, für das Einbeck seit über 600 Jahren bekannt ist. Auch das heute von vielen Brauereien in Deutschland hergestellte „Bock-Bier“ stammt – als „Ainpöckisch Bier“ – ursprünglich aus Einbeck.

Freunde des Gerstensaftes wissen das genau – oder lernen dies auf dem 2,3 Kilometer langen „Bierpfad“ kennen, der innerhalb der alten Wallanlagen an sieben Stationen allerlei Interessantes in Wort und Bild rund um die Einbecker Braugeschichte erläutert. Gruppen können anschließend ein Bierdiplom erwerben, von dem Getränk kosten oder bei einem Empfang einen „historischen Braumeister“ erleben. Näheres über Termine und Kosten erläutert die Tourist-Information unter Telefon (0 55 61) 3 13 19 10 oder unter www.einbeck.de.

Einbeck hat aber noch mehr zu bieten. Eine kleine Broschüre schlägt gleich drei Rundgänge zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten vor. Natürlich ist das Rathaus am Marktplatz Ausgangspunkt, markant wie wohl kein zweiter Verwaltungssitz in Niedersachsen. Denn drei erkerartige und mit Spitzhelmen versehene Vorbauten haben Einbeck ein unverwechselbares Wahrzeichen beschert.

Doch es ist nicht allein diese Fassade, die staunen lässt. Über 400 Fachwerkgebäude reihen sich in den Altstadtstraßen. Hinzu kommen 120 spätgotische Bürgerhäuser, die mit ihren reichen Verzierungen früheren Wohlstand ausdrücken. Und so kann es vorkommen, dass 250 Straßenmeter gleich eine halbe Stunde beanspruchen, um geschnitzten Zierrat, Figurenschmuck und Inschriften zu studieren oder über manchen schrägen Balken den Kopf zu schütteln.

Irgendwann steht man dann vor dem Stadtmuseum im Steinweg (geöffnet Dienstag bis Sonntag von 11 bis 16 Uhr). Dass es zugleich ein „Rad-Haus“ ist, verdankt die Stadt dem findigen Kaufmann August Stukenbrok, der schon lange vor dem Ersten Weltkrieg Deutschlands erstes Versandhaus eröffnete und neben Fahrrädern auch Nähmaschinen, Sportartikel und Elektrogeräte verkaufte. Und weil es in Einbeck auch die Zweiradfabrik Heidemann gab, lag es nahe, einen Teil des Museums der Geschichte des Fahrrades zu widmen.

In geradezu verblüffendem Ambiente stehen dort der Nachbau der ersten Draisine, ein Tretkurbel-Velociped von 1865 oder auch ein dreirädriges Damen-Gesellschaftsrad von 1875. Dass gerade das Radfahren zur Emanzipation der Frau beigetragen hat, dürfen Besucherinnen gern ausprobieren: Beinkleider nach historischen Vorbildern hängen ebenso bereit wie breite Röcke. Und natürlich muss man einmal den Sattel eines richtigen Hochrads erklimmen. Das Museum macht es leicht dank Trittstufen und Plattform.

Im Rad-Haus ist Anfassen und Ausprobieren durchaus erlaubt. Es gibt eine Spielstation für Kinder und viele Erläuterungen über technische Details. Dass Klappräder keineswegs eine Erfindung für den Kofferraum im Auto waren, sondern schon im Krieg massenhaft an Fallschirmen vom Himmel fielen, erfährt man hier auch. Übrigens: Wer mit dem eigenen Rad das Museum ansteuert, findet dort nicht nur einen passenden Stellplatz. Eine Luft- und Wasserstation ist rund um die Uhr geöffnet.

Bernd Althammer

Öffentliche Verkehrsmittel Mit der Bahn bis Salzderhelden und weiter mit Bus 230 nach Einbeck.
Mit dem Auto Mit dem Auto über die A 7 (Abfahrt Seesen) oder über die B 3.
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