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Vom Schloss zur Schlosserei

Bückeburg Vom Schloss zur Schlosserei

An der Fassade der Bückeburger Schlosskirche blinken fünf Buchstaben in der Sonne.

Schloss Bückeburg 52.258907 9.044139
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Schloss Bückeburg am Abend

Quelle: Rainer Dröse

Der Anfang der lateinischen Worte „Exemplum religionis non structurae“ („Ein Zeugnis des Glaubens, nicht der Baukunst“) formt sich zu „Ernst“ und damit zum Namen des Mannes, der zwischen 1601 und 1622 das kleine Bückeburg zur vornehmen Residenzstadt ausbauen ließ. Diese ist das ganze Jahr über attraktiv – wegen Schloss und Hubschraubermuseum, Fürstlicher Hofreitschule oder Mausoleum.

So kann man nicht nur den Sitz des Fürstenhauses Schaumburg-Lippe kennen lernen, sondern eben auch so manche Heimstatt von Handel und Handwerk, von großen Bauern und kleinen Leuten.

Eine Fahrradroute führt vom Schloss bis hin zu einer Schlosserei im Handwerkerviertel Neue Straße, vom ältesten Kirchlein bis zum jüngst restaurierten Fachwerkgebäude. Und wer sein Rad nicht mitbringen möchte, kann allein in Bückeburg zu Fuß 17 Stationen erreichen – und hat damit bestimmt den ganzen Tag zu tun.

Am besten, man besorgt sich das Faltblatt mit Hinweisen auf den einzelnen Besichtigungspunkten und Skizzen für Stadt und Umland, mit deren Hilfe man sich kaum verlaufen kann (erhältlich bei der Schaumburger Landschaft, Schlossplatz 5 in Bückeburg, Tel. (057 22) 956 60, www.schaumburgerlandschaft.de).

Da kann man im Schloss nicht nur sehen, wie Fürst Ernst vor 400 Jahren prunkvoll gelebt hat. Interessierte erhalten auch einen Eindruck von der nagelneuen Hackschnitzelheizung, die dem heutigen Hausherrn im Winter die Füße wärmt. Im Staatsarchiv (auch im Schloss) kann man sich in die Schaumburger Geschichte vertiefen, ein antiquarisches Buch kaufen oder sich in der Staffage des alten Fürsten und seiner Gemahlin Hedwig fotografieren lassen. Pferdeliebhaber statten vielleicht der Hofreitschule einen Besuch ab. Technikinteressierte wenden sich dem Hubschraubermuseum zu: Im ehemaligen Burgmannshof und einem modernen Anbau am Sablé-Platz werden 44 Hubschrauber und 400 weitere Exponate gezeigt. Dass die europaweit einmalige Helikopterschau ausgerechnet hier zu sehen ist, liegt an der militärischen Tradition der Stadt: Vor ihren Toren sind die Heeresflieger stationiert.

Deren Flugplatz Achum ist zwar nicht zu besichtigen, dafür aber lädt das Dörfchen Petzen die Radler ein: zum Besuch der ältesten Kirche der Gegend mit ihren historischen Hals- und Handeisen zur Bestrafung von Ganoven. Am Rethof in Scheie haben sich aus 15 Generationen Backhaus und Bauerngarten erhalten. Auf bessere Zeiten wartet dagegen noch ein Fachwerkgebäude in der dortigen Hauptstraße 20: Diese frühere Schmiede und Drechslerei macht mit ihrem anschaulichen Kontrast den enormen Aufwand deutlich, der zum Erhalt historischer Gebäude notwendig ist.

Eine solche Sanierung hat der Meierhof in Achum bereits hinter sich, in dem jetzt ein Hofcafé lockt, oder auch der in Selliendorf mit seiner wechselvollen und mitunter auch traurigen Geschichte. Am kleinen Fachwerkhaus „Forst Sandfurt“ in Röcke findet sich endlich das winzige Gegenstück zur prunkvollen Fürstenresidenz: So haben einst kleine Leute gelebt. Junge Besucher können hier unter Anleitung Lehmziegel herstellen und kleine Gebäude konstruieren.

Zurück in Bückeburg bleibt vielleicht noch Zeit für das älteste Museum im Schaumburger Land, das auch etwas über Schaumburger Trachten oder berühmt gewordene Einwohner verrät. Wer sich dagegen gleich im Herderhaus einfindet, könnte den Hofprediger und Volksliedersammler Johann Gottfried Herder oder seinen Freund Matthias Claudius leibhaftig erleben.

von Bernd Althammer

öffentliche Verkehrsmittel mit S-Bahn oder Regional-Express in 35 bis 45 Minuten bis Bückeburg
mit dem Auto über die A 2 (Abfahrt Bad Eilsen-West) oder über die B 65 nach Bückeburg, Parkplätze in Schlossnähe
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