Stadthagen. Ein Steinbruch im Schaumburger Land gibt überraschende Geheimnisse aus einer Zeit vor rund 140 Millionen Jahren preis. Normalerweise werden in diesem Gebiet auf dem Bückeberg südlich von Stadthagen Felsblöcke gebrochen, die als „Obernkirchener Sandstein“ begehrt sind.
Vor vier Jahren musste die Produktion eingestellt werden: Mehr als 2000 Dinosaurier-Spuren wurden entdeckt. Diese Vielfalt alter Fährten können Besucher am besten erkennen, wenn sie bei tiefstehender Sonne das Betriebsgelände betreten. Dann bieten Schatten und Mulden den besten Eindruck von diesem historischen „Wildwechsel“.
Warum sich in den Tiefen des Steinbruchs die Abdrücke der Urtiere erhalten haben, liegt am Abbauverfahren: Sandstein muss nicht gesprengt werden. Radlader greifen in die Schichtungen hinein und lösen Rohblöcke heraus. Auf so einer Ebene waren dann die Fährten zu erkennen. Sie sind inzwischen einzelnen Dinosauriern zugeordnet und vermessen worden. Als Sensation gilt eine Spur eines vogelartigen Raubsauriers.
Zu allen Zeiten des Jahres können sich Wanderer von einem Informationspavillon direkt am Jugend-Bildungs- und Freizeitcentrum (jbf-Centrum) auf einen 4,6 Kilometer langen Erlebnispfad begeben. Neun Stationen weisen auf Besonderheiten in der Natur hin und gehen natürlich auch auf die Saurierfunde ein. Im Steinbruchgelände selbst sind Wege und Rampen vorgegeben und so gestaltet, dass sie auch mit Kinderkarre oder Gehhilfe benutzbar sind.
Mit dem Auto über die A 2 (Abfahrt Bad-Eilsen-Ost) und weiter über Buchholz in Richtung Obernkirchen. Hinter dem Gasthaus „Süße Mutter“ nach rechts und gleich wieder nach links abbiegen. Die Waldstraße endet am jbf-Centrum. Dort stehen auch Parkplätze zur Verfügung. Der Info-Pavillon befindet sich links vom jbf-Centrum. Weitere Informationen unter www.dinos-natur.de im Internet.
Bernd Althammer
HAZ.de Anmeldung
