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Kurort lockt mit Schlosspark und historischer Papiermühle

Lipper Land Kurort lockt mit Schlosspark und historischer Papiermühle

Die adelige Sommerresidenz im Städtchen Schieder begeistert Besucher mit Attraktionen rund um den nahe gelegenen See. Besonderes Highlight ist eine der letzten Papiermühlen Deutschlands, die noch immer voll funktionsfähig ist.

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Seit zwei Jahren ist der Schlosspark in Schieder für Besucher wieder geöffnet. Der Heimatverein bietet Führungen durch die historische Papiermühle an.

Schieder. Wenn Rudolf Graf zur Lippe-Brake nicht gewesen wäre, wer weiß, ob das kleine Städtchen Schieder im Lipper Land nicht immer noch ein beschauliches Dasein führen würde. Aber der adelige Herr ließ genau hier vor gut 300 Jahren seine Sommerresidenz errichten, ergänzte sie um einen üppigen Schlosspark und nutzte das Brunnenquellwasser für Kneippkuren. Heute macht nicht nur der Park neugierig: Der nahe Schiedersee ist als größtes aufgestautes Gewässer in der Region Ziel von Ausflüglern. Er lockt sie mit Familienpark, Spiellandschaft und sogar einem kleinen Passagierdampfer. Auch Technikinteressierte kommen in den kleinen Kurort. Denn hier steht eine der letzten Papiermühlen Deutschlands, die dazu noch komplett funktionsfähig ist.

Schlosspark und Mühle liegen nur wenige Spazierminuten von einander entfernt. Während aber der erst vor zwei Jahren wiedereröffnete Garten jederzeit begehbar ist, muss sich der Heimatverein bei der Vorstellung des Mühlengebäudes auf die Wochenenden zwischen Mai und Oktober beschränken: Sonnabends von 15 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr ist das Anwesen gegen ein kleines Eintrittsgeld geöffnet. Gruppen können sich für Führungen an anderen Terminen unter den Rufnummern (0 52 82) 61 15 oder 2 18 anmelden. Ein Faltblatt mit Informationen über den Schlosspark kann bei der Touristinformation, Domäne 3, 31816 Schieder-Schwalenberg, Telefon (0 52 82) 6 01 71, www.schieder-schwalenberg.de angefordert werden.

Den besten Eindruck von der Anlage erhält man von der oberen Terrasse. Von dort führt der Weg zum Prinzenhaus und weiter in den Schlossgarten hinein. Hier versteckt sich der „Butterborn“. Der steinerne Keller diente der fürstlichen Familie als Kühlschrank. Vom Nordeingang des Parks hat man einen herrlichen Blick durch die von 260 Linden gesäumte Allee. Auf dem Weg zurück zum Schloss geht es am erst kürzlich für besonders gelungene Restaurierung ausgezeichnete Gewächs- und Gartenhaus vorbei. Am Schloss angekommen, das heute ein Restaurant beherbergt, geht es nach rechts und mit der Hauptstraße talwärts. Links ab weist bereits ein Schild auf die nahe Papiermühle hin.

Die Mühle wurde mit Rudolfs Erlaubnis 1703 konzessioniert. Lange Zeit dienten Lumpen als Rohstoff, um nach mehreren Arbeitsgängen von Hand wertvolles Büttenpapier zu schöpfen. Noch heute stehen hier der Sortiertisch, der jetzt 300 Jahre alte Lumpenschneider und das Einweichbecken. Als vor 140 Jahren sich Holz für die Papierherstellung durchsetzte, disponierten die Mühlenbetreiber um. Sie setzten Kollergang, Siebmaschinen, Pressen und Glättwerk ein. Der Antrieb der meisten Geräte erfolgte durch zwei oberschlächtige Wasserräder, deren Kraft über Achsen und Riemen weitergeleitet wird. Fortan verwandelte sich Altpapier zu Aktendeckeln: Vergorene Zeitungen und Kataloge wurden zu grauen, braunen und blauen Umschlägen, wie sie unter anderem auch in den niedersächsischen Staatsarchiven Verwendung fanden. Erst 1989 endete der professionelle Betrieb, doch jederzeit könnten die Geräte wieder in Betrieb genommen und neue Pappen aus alten Zeitungen hergestellt werden.

Zu guter Letzt steigen die Besucher aus den niedrigen winkligen Räumen hinauf auf den großen Dachboden: Durch schmale Gauben pfeift der Wind und trocknet die frisch erstellten Bögen.

So geht es nach Schieder: Mit der S-Bahnlinie 5 bis in den Ort und über die Emmer direkt in den Kurpark. Dann kann der Spaziergang am Nordeingang und durch die Lindenallee beginnen, ergänzt um einen Abstecher nach links zum „Butterborn“. Mit dem Auto geht es über die Bundesstraße 217 nach Hameln und über Lügde nach Schieder. Parkplatz direkt am Bürger- und Rathaus in Schlossnähe.

Bernd Althammer

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