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Eine Villa voller Märchen

Bad Oeynhausen Eine Villa voller Märchen

Es grünt bereits im Kurpark von Bad Oeynhausen. Die hohen Eichen nahe dem Theater recken zwar noch kahl und grau ihre mächtigen Äste in die Luft. Aber die Stiefmütterchen bilden einen blühenden Teppich; die Osterglocken tragen dicke Knospen oder blühen bereits.

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Kaiserpalais in Bad Oeynhausen

Quelle: Rainer Dröse

Deshalb lohnt sich schon ein ausgiebiger Spaziergang durch das grüne Herz der Kurstadt, auch wenn die große Fontäne noch nicht emporschießt und fleißige Arbeiter der prächtigen Wandelhalle erst wieder neuen Schliff geben.

Weil kaum Leute unterwegs sind, kann man in aller Ruhe das prächtige Kaiserpalais und etliche andere Sehenswürdigkeiten studieren. Informationstafeln an markanten Punkten erleichtern den Rundgang. Eine große Hilfe ist die Tourist-Information im Haus des Gastes, Telefon (057 31) 13 00, www.badoeynhausen.de. Dort gibt es unter anderem einen Ortsplan, mit dessen Hilfe sich neben dem großen Kurpark auch die weiteren grünen Oasen erkunden lassen: das reizvolle Siekertal mit dem Wasserspektakel „Aqua Magica“ und dem ab Mitte März wieder geöffneten Museumshof (Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr), die „Oeynhausener Schweiz“ oder gar der etwas abseitige Sielpark. Wer nicht so gut zu Fuß ist, kann den „Wolkenschieber“ nutzen: eine kleine Bahn, die etwa ab Ostern wieder nach festem Fahrplan nachmittags an Werktagen (außer Montag) sowie an Wochenenden auch vormittags ihre Runden dreht und auf drei verschiedenen Routen die genannten Ziele und weiteres Sehenswerte ansteuert. Das unbegrenzt nutzbare Vergnügen ist für ein Tagesticket von drei Euro zu haben; Kinder bis zur Größe von 1,20 Meter zahlen gar nur einen Euro. Der „Wolkenschieber“ hat seinen Namen von den Helfern, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts Kurgäste auf ihren Rollstühlen schoben.

Am Rande des Sielparks, im Brunnenmeisterhaus in der Sielallee, ist Oeynhausens süßeste Versuchung zu finden: Dienstags bis freitags ab 14 Uhr und an Wochenenden ab 10 Uhr werden hier vor den Augen der Gäste Bonbons gekocht. Für kleine Leute gibt es dort sogar Podeste, damit ihnen auch ja nichts vom Handwerk rund um die Nascherei entgeht. Klebrige Finger darf man nicht mehr haben, wenn dann Oeynhausens nächste Attraktion auf dem Programm steht. Als einzige Einrichtung seiner Art lädt das Märchen- und Wesersagenmuseum zum Besuch. Zum Eingang der Villa direkt am Kurpark weisen überlebensgroße Figuren. Und innen wimmelt es nur so von Szenen und Symbolen der Überlieferungen aus alter Zeit. Vor einer Vitrine dürfen Eltern und Kinder miteinander rätseln, in welchen Märchen die ausgestellten Gegenstände wohl eine Rolle gespielt haben könnten.

Junge Besucher ziehen sich in eine Leseecke zurück, besteigen ein rollendes Schiff oder setzen sich an den natürlich mit einem Märchenspiel ausgestatteten Computer. Erwachsenen wird die Bedeutung der Märchen erläutert bis hin zu modernen künstlerischen Arbeiten, wie zum Beispiel einem Leporello, auf dem ein immer wiederkehrender roter Punkt die Erlebnisse von Rotkäppchen darstellt.

Wer sich lieber durch aufmerksames Zuhören in das Reich der Zwerge, Hexen und Feen entführen lassen möchte, muss seinen Ausflug so planen, dass er am ersten Freitag eines Monats Punkt 16 Uhr im Erzählraum Platz nimmt. Da wird den Zuhörern zwischen fünf und 99 Jahren nichts vorgelesen, sondern von versierten Mitgliedern eines speziellen Erzählkreises eine ganze Menge in freier Rede vorgetragen. Das weckt mitunter so große Neugier, dass hinterher zu Hause das Märchenbuch aus Kindertagen wieder hervorgeholt wird.

von Bernd Althammer

öffentliche Verkehrsmittel mit der Bahn in ca. einer Stunde bis Bad Oeynhausen, von dort in wenigen Minuten zum Kurpark, Haus des Gastes und Märchenmuseum
mit dem Auto über die A 2 bis Kreuz Oeynhausen, weiter über A 30 und B 61 direkt in die Kurstadt; Parkplätze in Bahnhofsnähe
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