Sein rotbraunes Äußeres ist durch viele aneinanderhängende Körpersegmente gekennzeichnet - er gehört schließlich zu den Ringelwürmern. Kopf- und Schwanzende lassen sich dadurch unterscheiden, dass die vorderen Körpersegmente und der Kopf etwa fingerdick sind. Nach hinten wird der insgesamt 20 bis 40 Zentimeter lange Wurm deutlich dünner. Charakteristisch sind auch die roten Kiemenbüschel an der vorderen Körperhälfte. Durch diese Hautausstülpungen nimmt der Wurm Sauerstoff aus dem Wasser auf.
Draußen auf dem Sand lässt sich der erwachsene Wattwurm nie blicken, er meidet die Gesellschaft anderer und lebt im wahrsten Sinne des Wortes zurückgezogen. Seine Behausung ist eine u-förmige Röhre im Schlick, die er pragmatisch nutzt: An einem Ende fällt mit organischem Material versetzter Wattboden hinein, den der unten liegende Wurm am laufenden Band verschlingt. Nachdem die Nährstoffe herausgefiltert sind, scheidet er den übrig bleibenden Sand alle halbe Stunde am anderen Röhrenende wieder aus - erkennbar an den spagettiförmigen Sandkothaufen, die so typisch für das Watt sind. Wattvögel erkennen an ihnen, dass sich ein rotbraun geringelter Leckerbissen unter dem Sand verbirgt und hacken mit schnellen Schnabelhieben nach dem Wurm. Um sich zu schützen, kann er einzelne Schwanzsegmente abstoßen. Der Rest lebt dann weiter - etwas kürzer als zuvor.
Für das Watt ist der kauzige Ringelwurm ein echter Gewinn. Denn auf einem Quadratmeter Wattboden leben durchschnittlich 40 Exemplare. Und die schaffen es locker, in einem Jahr die oberen 20 Zentimeter des Sandbodens umzuwälzen, was wiederum die Lebensbedingungen für alle anderen Bewohner verbessert.
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