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So schmecken Klassiker aus Eritrea im Hawashait

Kost-Probe So schmecken Klassiker aus Eritrea im Hawashait

Ein Afrikaner in Döhren: Im Hawashait pflegt man die Küche Eritreas - und die ist scharf und würzig. Im Zentrum steht die Entdeckerlust, auch weil mit den Händen gegessen werden kann.

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Für Entdecker: Chefin Almaz Mengesteab (links) und Mitarbeiterin Lydia Siegert servieren Tumtumo und Kifto mit Injera – dem traditionellen Fladenbrot.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Auf „Hawashait“ muss man nicht mit „Gesundheit“ antworten. Denn Hawashait steht für „ein Gefühl von Wohlbefinden und Geborgenheit“. So wird es auf der Begrüßungsseite der Speisekarte erklärt. Hawashait ist ein kleines Dorf im Westen Eritreas – und nun ist es auch der Name eines Restaurants mit afrikanischer Küche in der Borgentrickstraße in Döhren.

Im Hawashait in der Südstadt gibt es eritreische und afrikanische Küche. 

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Früher war hier das S Werk 13, in dem es ambitionierte gutbürgerliche Küche gab. Der wuchtige Biertresen, die roten Bodenfliesen, das schwere Gestühl und die festen Sitzbuchten, all das ist geblieben. Zwar haben die neuen Betreiber die holzgetäfelten Säulen mit orangefarbenen Tüchern umhüllt, zwar wurden einige kleine Tische aufgestellt, die lustige Bastmützen tragen, zwar liegen jetzt bunte Tücher auf den Tischen - doch so ganz lässt sich die frühere deutsche Gaststättengemütlichkeit nicht abschütteln. Das geht anders. Mit den Speisen.

Preiskategorien

günstig (Hauptgerichte bis 10 Euro), 
moderat (bis 15 Euro), gehoben (um 20 Euro)

Der Kellner trägt Dreadlocks und ein freundliches Lächeln im Gesicht. Geduldig erklärt er uns den Unterschied zwischen Tumtumo und Bami Tumtumo. (das anderswo auch Timtimo und Bami Timtimo genannt wird). Beides sei gut, sagt er, aber er selbst würde, wenn er vor die Wahl Tumtumo oder Bami Tumtumo gestellt werden würde, sich immer eher für das klassische Tumtumo entscheiden. Bamia Tumtumo sei mit Okraschoten und das sei nicht so sein Geschmack.

Und was ist mit Kitfo? Eine gute Wahl, sagt der Dreadlockkellner und schaltet sein Lächeln noch eine Stufe heller. Also bestellen wir Kitfo (9,50 Euro), das laut Speisekarte aus gebratenem Rindfleisch und gekochtem Quark besteht, und Tumtumo (für 6,50 Euro), in dem sich Linsen, Zwiebeln, Tomaten und Peperoni befinden – und keine Okraschoten. Nach erstaunlich kurzer Zeit schon bringt uns der Kellner zwei mit Deckeln verschlossene Tongefäße: das Kitfo und das Tumtumo.

Das Restaurant

Hawashait
Borgentrickstr. 13,
30519 Hannover
Telefon: (05 11) 83 20 10
 Internet: www.hawashait.de
Preiskategorie: günstig     

Tumtumo, der vegane Linsenbrei, ist reich gewürzt und dabei doch so mild, dass Geschmacksnuancen zu erkennen sind. Ganz anders ist das bei Kitfo; das Rinderhack in öliger Soße ist ein geschmacklicher Vulkan. So scharf! Wie das brennt! Holla, da muss man hecheln. Hölle, Hölle, Hölle. Nun ja: Ich hatte ja auch nicht ausdrücklich die milde Variante bestellt. Eine junge Dame, die irgendwie zum Team des Hauses zu gehören scheint, sieht, wie ich leide und schafft schnell einen Teller Joghurt herbei. So geht’s. Und, doch ja, der heiße Fleischtopf hat auch was.

Zu vielen Gerichten gehört Berbere, eine hausgemachte eritreische Gewürzmischung. Ingwer, Zimt, Knoblauch, Nelken und Koriander spielen dabei eine wichtige Rolle, aber auch Chilipfeffer. Auch beim Zigni Begih (10,50 Euro), einem eritreischem Gulasch mit Lammfleisch, war wieder reichlich Berbere dabei, diesmal allerdings moderater, die Hechelatmung blieb aus.

Zu den Speisen, die alle in glühend heißen Tontöpfchen auf den Tisch kommen, wird Injera gereicht, ein säuerliches Fladenbrot. Man rupft ein Stück vom Brot ab, mit dem man die Speisen dann aufnehmen kann. So kann man mit der Hand essen, ohne seine Finger in die Soße tunken zu müssen. Der Kellner zeigt gern, wie es geht. Das Brot ist recht fluffig, wie ein Schwamm nimmt es auch die Soße auf. Am Ende allerdings wird die Handhabung recht kompliziert, denn da ist das Brot schon ziemlich aufgeweicht. Die Bedienung ist sehr aufmerksam, wenn abzusehen ist, dass ein Fladenbrot nicht ausreicht, wird flugs ein neues gebracht.

Dass manche Speisen eher derb als raffiniert schmecken, dass der Salat auch schon mal versalzen sein kann, ist im Grunde kein wirkliches Problem, denn im Zentrum steht hier die Entdeckerlust und der Reiz des Neuen.
Im Hawashait geht es sehr familiär zu. An den vielen Tischen sitzen nicht nur zahlende Gäste, sondern offensichtlich auch viele Freunde und Familienmitglieder. Die Gastgeber sind von großer Herzlichkeit und erklären freundlich die Besonderheiten der eritreischen Küche. Und jeden Sonnabend gibt es nachmittags eine Kaffeezeremonie. Da gehören dann alle zur Familie.     

Mein Fazit: Scharfe Gerichte
 zu kleinen Preisen.     

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