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Alioli

Spanische Küche Alioli

Spanien stand auf unserem Programm: genauer das „Alioli“, das sich zugleich Restaurant und Tapas-Bar nennt – und beides auch ist, zwar nicht gerade ein Hort der Raffinesse, aber mit Wohlfühlcharakter.

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Fisch satt: Chef Zoran Zuijerac serviert im „Alioli“ in Anderten.

Quelle: Uwe Dillenberg

Das "Alioli" liegt in Anderten in der Nähe der Hindenburg-Schleuse. Eigentlich etwas versteckt, aber derzeit wegen einer Baustellenumleitung durchaus am Weg. Die Innenenrichtung ist urig, der Wirt auch. Dieses Restaurant war zuletzt ein Italiener und davor wohl ein Kartoffelhaus – davon künden noch die Klotüraufschriften „Deern“ und „Kerls“. Es gibt geflochtene Stühle, die Tischsets bieten eine Kurzfassung der Speisenkarte.

Man kann im Restaurant „Alioli“ natürlich auch (für 2 Euro) die namensgebende Knoblauchcreme bestellen, muss das aber nicht, weil sie erstens sowieso zusammen mit Weißbrot auf den Tisch gestellt und offenbar auch zu (fast?) jedem Gericht gereicht wird. Aber die Creme ist lecker, nicht zu penetrant – der Rest muss sich am nächsten Tag zeigen. Wir bekamen keine Reklamationen unserer Umwelt zu hören. König Knoblauch regiert hier offenbar sanft. Auch diese „Tapas Bar“ zeugt von jenem Missverständnis, das die spanischen Tapas auf ihrem Weg von einer spanischen Bar in deutsche Lokalitäten verwandelt hat. Eigentlich sind es kleine Appetithäppchen, die auf einem „Deckel“ (alias Tapa) Platz haben. Aber bei den eingedeutschten Spaniern wurden daraus ausgewachsene Vorspeisen. Die Chipirones à la Plancha (8 Euro) etwa machen zusammen mit den Patatas Bravas (2,50 Euro) meine Mitesserin fröhlich satt. Die gegrillen Tintenfische sind zart und äußerst wohlschmeckend. Die Kartoffeln verblüffen durch eine latente Süße, die uns Wirt Pepe auf Nachfrage ganz einfach erklärt: Er habe aus Versehen mehlig kochende Kartoffeln gekauft, die mehr Stärke (und damit mehr Süße) enthalten, aber ich habe dennoch den Verdacht, dass der Koch auch etwas süßes Paprikapulver an die Kartoffeln getan hat. Die angenehm scharfe Salsa obendrauf macht aus diesen Kartoffeln einen verführerischen Sattmacher.

Dienstags bis donnerstags gibt es „Fisch satt“ (für 10,90 Euro): vier verschiedene Fischsorten zusammen mit Kartoffeln und einem Salat, wie er so einfallsreich selten in einem mediterranen Lokal gereicht wird. Womit nicht nur die Stifte von blauen Karotten gemeint sind, die origineller aussehen als schmecken. Der Fisch ist teils in Ordnung, teilweise aber auch außerordentlich. Wer noch nicht satt ist, bekommt nachgelegt, aber wir sind zufrieden. Am Donnerstag gibt es übrigens auch „Gambas satt“ (für 12,90 Euro). Aber wir probieren stattdessen den Mittagstisch: vier Gerichte für je 6,50 Euro stehen zur Auswahl, dazu wahlweise Salat oder eine Tagessuppe. An diesem Tag ist das eine bodenständige Gemüsesuppe, in der wir auch etwas Fleisch finden. Von der Temperatur her ist die Suppe auf dem Weg zur (kalten) Gazpacho, aber sie schmeckt herzhaft. Die Albondigas Espagnola sind ebenfalls wohlschmeckend: Die Mettbällchen sind angenehm fluffig, die sehr tomatenmarkige Soße hätte allerdings etwas pikanter ausfallen dürfen. Die Alcachofas con Mejillones (5,50 Euro) genügen meiner Begleiterin mit etwas Weißbrot durchaus als Mahlzeit: Das ist eine Art warmer Artischockensalat mit vollfleischigen Muscheln.

Danach passt diesmal noch ein Dessert: Der Flan (3,50 Euro) wird mit ordentlich Licor 43 (der angeblich 43 Zutaten birgt) übergossen. Und weil der Wirt an diesem Mittag etwas vergesslich ist und sich als vatertagsgeschädigt outet, gibt es einen zweiten Pudding gratis. Solche Großzügigkeit gehört zum Stil des Hauses – und hat ihm sichtlich viele Stammgäste eingebracht. Es schadet also nicht, zu reservieren, solange das Wetter die Gartenplätze nicht freigibt.

Die Rechnung nennt den Gastgeber Pepe, die Visitenkarte Pepito, aber eigentlich heißt er Zoran, kommt aus dem ehemaligen Jugoslawien und ist von einer schlitzohrigen Herzlichkeit. Damit ist nicht nur der Brandy aufs Haus gemeint oder der kleine Anis-Abschiedsschluck nach dem Mittagessen.

  • Raucherraum
  • Preiskategorie: günstig

Das Restaurant „Alioli“ in Anderten im Branchenführer.

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