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„Bachelle’s Restaurant“ überzeugt mit unschwerer Kost
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Deutsche Küche „Bachelle’s Restaurant“ überzeugt mit unschwerer Kost

Vor knapp drei Jahren sind wir hier in Vinnhorst schon einmal testen gewesen. Damals hieß das Haus „Hellmann’s“, heute „Bachelle’s Restaurant“.

Alt-Vinnhorst 1, 30419 Hannover 52.419932 9.695339
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Das „Café mahlwerk“ serviert im Landesmuseum

Der Tradition verpflichtet: Inhaber Ralf Bachelle serviert in Vinnhorst.

Quelle: Körner

Hannover-Vinnhorst. Geblieben ist nicht nur ein falscher Genitiv im Namen, sondern auch die angenehm altmodische Inneneinrichtung. Fast fühlt man sich hier wie in einem Landgasthof, und bis zur Stadtgrenze ist es ja auch nicht weit.

In der Tat hat das Lokal eine ländliche Vergangenheit, an die nostalgische Fotos an den Wänden erinnern. Gegründet wurde es 1891 als Waldgaststätte im Kurhaus Mecklenheide am Rande von Forst und Heide. Bald war es als Ausflugsziel beliebt und nach dem Straßenbahnbau 1928 auch leicht zu erreichen. Es kamen auch schlechtere Zeiten, und 1968 sollte das Haus abgerissen werden. Aber dann wurde es doch gerettet, und heute kann man dort wieder speisen wie schon vor weit mehr als hundert Jahren.

Diese Tradition verpflichtet natürlich. Die Küche ist vornehmlich deutsch ausgerichtet, aber auf der Karte findet sich auch eine Abteilung mit Pastagerichten. Die deutschen Speisen, die wir probierten, sind reichlich bemessen, die Rezepte jedoch in Richtung Leichtigkeit überarbeitet worden.

Vor allem im Umgang mit Gemüsen beweist die Küche ein glückliches Händchen. Sie kommen im gerade richtigen Garzustand, durch den noch eine gewisse Bissfestigkeit bewahrt ist, auf den Tisch. Und endlich einmal gibt es Rotkohl, der nicht fast zu Matsch zerkocht ist. Auch ansonsten, um das Fazit gleich vorweg zu nehmen, gehen wir nach unseren beiden Besuchen zufrieden nach Hause.

Bei unserem ersten Testdurchlauf probierte ich eine niedersächsische Hochzeitssuppe (4,50 Euro), die gut schmeckte und in der mit Fleischklößchen und Eierstich alles drin war, was dazugehört. Dass dies auch Gemüse sein kann, war mir allerdings neu. Eine Mittesterin nahm gebackenen Ziegenfrischkäse (6,90 Euro), der gefiel. Es gibt saisonale Sonderkarten in „Bachelle’s Restaurant“. Und für das jetzt begonnene Jahr sind Aktionswochen geplant, die von Steaks bis Matjes, von Spargel bis Schlachtefest mit Grünkohl reichen.

Von der Sonderkarte aß eine Begleiterin Hirschkeule (16,90 Euro), die nicht so trocken war, wie Wild dies leicht werden kann. Es gefielen auch eine Filetpfanne mit im Speckmantel gebratenen Schweinefilets (14,90 Euro) und Zander mit Lachs auf Spinat (13,90 Euro), außen kross, innen saftig. Ich hatte mich für Wiener Schnitzel (15,90 Euro) entschieden - der Zusatz „original“ auf der Karte ist überflüssig, denn Wiener Schnitzel muss vom Kalb kommen. Dieses Gericht ist wie Bratkartoffeln eine Nagelprobe für deutsche Küche. Sie wurde bestanden.

Die guten Erfahrungen, die wir bei unserem ersten Besuch gemacht hatten, bestätigten sich bei unserem zweiten. Meine Mittesterin kann sich für Rinderrouladen begeistern, und so bestellte sie sich eine nach Omas Art (12,90 Euro). Ich habe besagte Oma zwar nicht gekannt, aber die Probandin meinte, die Roulade schmecke wirklich so, wie sie das aus Kindertagen gewohnt sei. Der Rotkohl dazu war, wie oben erwähnt, gut. Das gleiche traf auf das Gemüse zu meinem Heidschnuckenbraten (14,90 Euro) zu. Das Fleisch war es, bei aller Wertschätzung für schmückendes und vitaminhaltiges Beiwerk, auch.

Ekkehard Böhm

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