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Das „La Scala“ bleibt bodenständig

Italienische Küche Das „La Scala“ bleibt bodenständig

Das Ristorante „La Scala“ in Isernhagen-Süd serviert klassische italienische Küche zum moderaten Preis und liegt auf der Qualitätsskala ziemlich weit oben.

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Inhaber Rosalino Levantino serviert im „La Scala“ einen Vorspeisenteller.

Quelle: Insa Catherine Hagemann

Isernhagen-Süd. Wer beim Stichwort „La Scala“ gleich an große Oper denkt, der hat sich verstiegen. Zwar ist in der Musik eine Scala eine Tonleiter. Meist aber meint die italienische Scala einen Maßstab, eine Leiter oder eine Treppe. Und an welchem Punkt der Skala wir das Restaurant „La Scala“ ansiedeln würden, das wollten Leser von uns wissen. Also fuhren wir in den Norden Hannovers an einen Platz, den wir vor Jahren häufiger besucht hatten, als damals noch Biagio Tropeano hier italienische Spitzenküche bot.

Es hat sich einiges verändert in seinem damaligen Domizil, auch wenn der Grundriss geblieben ist. Die Wände sind jetzt karminrot – dass da die ausgehängten Gemälde ein bisschen untergehen, muss kein Schaden sein (die Liebe italienischer Gastronomen zur bildenden Kunst ist ein Kapitel für sich). Der Boden ist jetzt im Hauptraum mit Holzdielen ausgelegt. Und gab es früher eigentlich auch schon die Außentische zum Parkplatz hin?

Die Speisekarte ist deutlich bodenständiger als beim experimentierfreudigen Tropeano und dessen kreativem Küchenchef Kai Bachmann: „La Scala“ bietet eben klassische italienische Küche. Die Tagesempfehlungen stehen auf einer Tafel, die an den Tisch gebracht wird: Das hat den großen Vorteil, dass man weiß, was man später zahlen wird. So mancher Gast hat schon unliebsame Überraschungen erlebt, wenn der Wirt nur anpries, er habe da „eine schöne Fisch“, der dann teuer auf der Rechnung stand.

Vorab reicht man gutes, etwas briocheartiges Brot und dazu ein Öltellerchen, auf dem man mit Balsamico schöne Muster auf dem Öl gemalt hat. Brotteller gibt es nicht: Wer da tunkt, tropft auf eigene Gefahr des Hauses.

Die „Antipasto piccolo“ (7,70 Euro) waren für uns groß genug. Man muss den Teller als Gesamterlebnis nehmen, denn manches ist sehr salzig (Oliven, getrocknete Tomaten), anderes zu lasch gewürzt – und die Auberginenscheibe ist in jedem Falle zu roh. Das stört beim Fenchel weniger, der mit einer mayonnaisigen Sauce überrascht. Das ist insgesamt solide, aber nicht mehr. Schon besser ist das Vitello tonnato (die halbe Portion 8 Euro): mürbes Kalbfleisch unter einer wohlschmeckenden Sauce, die aber den Thunfisch gut verbirgt und dafür mit vielen Kapern punktet. Überzeugend in Würze und auch Schärfe sind die Spaghetti alla Vongole (13,90 Euro): reichlich, auch was die Muscheln angeht. Und ein kleines Kunststück ist die Fegato di Vitello (16,90 Euro), denn zwei so dünne Scheiben Kalbsleber (mit reichlich Salbei) so zart und saftig zu braten, das ist schon bemerkenswert. Die Gemüsebeilage ist italienertypisch durchwachsen: gute Kartoffeln, leidlich bissfeste Bohnen mit etwas Speck und eher lasche Brokkoliröschen, unter denen sich Chili und Knoblauch verbergen. Die offenen Weine sind allesamt gut trinkbar: Pinot Grigio und Bianco Sicilia je 3,30 Euro, der nicht auffällig stärkere Chardonnay kostet 3,80 Euro. Bedient werden wir laut Rechnung von Luciano und Jan, die das sehr sympathisch machen. Aber weil die gegen Ende der Mittagszeit auch mal essen wollen, drängt uns niemand Dessert oder Espresso auf.

Beim zweiten Besuch kommt wieder das Öl mit dem Balsamico-Muster auf den Tisch, noch ehe wir den Wunsch loswerden können, doch auf den Balsamico zu verzichten.

Die Tortellini in Brodo (3,60 Euro) sind gut, aber auch etwas unauffällig, die Brühe ist sehr dezent. Überzeugender sind wieder die Hauptgerichte (von der Tageskarte). Die gegrillte „Orata“ war perfekt (18,90 Euro): So saftig muss man eine Dorade erst mal hinbekommen. Und der Teller war groß genug, dass man die Operation am Fisch gut vollziehen konnte. Dazu gibt es wahlweise Gemüse oder einen reichlichen, teilweise etwas grob geschnittenen Salat mit viel zu viel Balsamico. Das T-Bone-Steak (21 Euro) hätten wir nur dann geschafft, wenn wir einen Holzhackervormittag hinter uns gehabt hätten. Das Fleisch ist sehr gut gebraten, der Gemüseteller dazu wie üblich etwas durchwachsen: gute Kartoffeln, sehr guter Blumenkohl (leicht knofelig) und eher belanglose, wenn auch bissfeste Böhnchen.

Diesmal ist Zeit und Platz für ein Dessert: ein Orangenparfait (6,40 Euro), das aber trotz der Verzierung mit Orangenzesten mehr nach Amaretto als nach Orange schmeckte. Das lag, meinte Kellner Jan auf unsere Anmerkung hin, vielleicht daran, dass die geschmacksintensiveren sizilianischen Orangen, mit denen man sonst arbeitet, nicht mehr lieferbar waren. Gut geschmeckt hat das Parfait dennoch. Ebenso wie das klassische – und reichliche – Tiramisu (5,90 Euro).

Diesmal tranken wir eine Flasche sizilianischen Grillo aus dem Hause Zanu, den uns Kellner Jan als frischen Sommerwein empfohlen hatte (18,90 Euro). Nicht nur damit lag er richtig.

Das Ristorante „La Scala“ befindet sich in Isernhagen-Süd im Branchenführer der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

Rainer Wagner

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