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Das „Marani“ verspricht Abwechslung für Gaumen und Gemüt

Georgische Küche Das „Marani“ verspricht Abwechslung für Gaumen und Gemüt

Wer geschmacklich Neues und Originelles ausprobieren will, ist im „Marani“ genau richtig. Die georgische Küche überrascht mit würzigen Raffinessen, das Restaurant überzeugt mit gutem Service und viel Sinn fürs Detail.

Engelbosteler Damm 3 30167 Hannover 52.38211 9.72526
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„Banco“ - ein Treffpunkt für Genießer

Chefin Tinatin Kvatchadze präsentiert in ihrem Restaurant "Marani" in der Nordstadt georgische Vorspeisen.

Quelle: Christian Burkert

Nordstadt. Dass die Georgier gerne Gutes trinken, das wussten wir schon, aber wie originell die georgische Küche ist, das haben wir erst jetzt erfahren: im „Marani“, einem neuen Restaurant am Engelbosteler Damm. Und diese Entdeckung war ein rundum erfreuliches Erlebnis, weil hier doch einiges anders ist und anders schmeckt – und zwar gut (und obendrein ist es auch noch günstig!).

Wer nach dem Blick in die Karte ein bisschen ratlos ist, sollte sich einfach der Wirtin Tinatin Kvatchadze anvertrauen, die nicht nur erläutert, sondern auch Rat weiß, wenn sich meine Begleiterin nicht entscheiden kann, ob sie nun als Vorspeise die gebratenen Auberginen oder die Spinatcreme versuchen soll: Also serviert sie uns zwei Auberginenröllchen und zwei Spinatwürfel (4,50 Euro). Die Spinatcreme ist würzig, die mit einer Walnusspaste gefüllten Auberginen-Röllchen aber sind noch pfiffiger aromatisiert (Korianderkörner, nicht Koriandergrün). Diese Vorspeise ist ebenso vegetarisch wie die mit einem dezent knofeligen Walnussmus gefüllten Paprikaröllchen (4,50 Euro), aber auch Fleischesser kommen hier nicht zu kurz.

Etwa beim Tschakapuli (10,50 Euro): Lammfleisch in Weißwein mit Estragon, Lauchzwiebeln und Mirabellen gegart und wieder sehr individuell gewürzt. Die Mirabelle kehrt bei unserem zweiten Besuch als einer von zwei georgischen Dips wieder (dass der Tkemali heißt, haben wir später gegoogelt): Der fast essigfrische Ton kommt übrigens von der Frühreife des Obstes. Als zweiter Dip wird Adschika gereicht, bei der rote Peperoni für Schärfe sorgen.

Serviert werden die Dips in kleinen Porzellanschälchen, denn auf Stil achtet man hier auch im Kleinen (bis hin zur Tischwäsche). Das passt zum aufgeräumten, aber durchaus ansprechenden Ambiente mit dunklen Lederstühlen und historischen Fotos an den hellen Wänden. Folklore fehlt, wenn man von einer kleinen Ikone am Tresen absieht. Die Dips gehören zum Schaschlik, das unter Georgiern angeblich Mzwadi heißt. In jedem Fall wird Schweinefleisch in einer Weißweinmarinade eingelegt und dann gegrillt.

Die Fleischportion ist mehr als reichlich: zwei Spieße mit purem und meist schierem Schweinefleisch, das vielleicht trocken aussieht, aber nicht ist. Die verführerisch krossen Kartoffelschnitze kannten wir schon vom ersten Besuch. Da gab es sie nicht nur zum Tschakapuli, sondern auch zum Ostri (10,50 Euro), dem in Rotwein geschmorten Rindfleisch. Dazu passte ein georgischer Rotwein: Der Saperavi (4,20 Euro) ist ein kräftiger Dunkelroter, der Mukuzani (5,80 Euro) komplexer und weicher.

Auch wenn es in Georgien mehr zugelassene Rebsorten (38) als Sprachen (23 aus sechs Sprachfamilien) gibt, handelt es sich beim Mukuzani um einen Saperavi aus eben der Mukuzani-Region. Während der würzige weiße Tsinandali eine Cuvée aus Rkatsiteli und Mtsvane sein soll. Wem das alles zu verwirrend ist, der kann ja beim gut gezapften und gut gekühlten Radeberger (0,3 l für 2,30 Euro) bleiben. Das passte schließlich auch zum Tafelspitz in Rotwein mit Meerrettich (6 Euro): Die handwarmen Rindfleischscheiben sind mit einer Rotweinsauce bedeckt, in der frische Meerrettichflöckchen für den allerdings nicht sehr (vor)lauten Pfiff sorgen.

Unbedingt versuchen sollte man die Chinkali. Aber die Portion mit zehn Teigtaschen wäre eine Herausforderung. Meine Begleiterin begnügt sich mit vieren (die dann für ganze 3,90 Euro auf der Rechnung stehen) und ist ebenso glücklich wie satt: Georgische Chinkali sind offenbar die kaukasische Antwort auf asiatische Wan Tans – gekochte, dünne Teigtaschen mit einer saftig-würzigen Hackfleischfüllung. Auch hier wieder ungewohnte Aromen, originelle Geschmacksnoten.

Danach nehmen wir noch ein Stück Walnusskuchen für den heimischen Nach-Tisch mit nach Hause (1,80 Euro). Und der Kuchen ist wie das ganze Restaurant: ansprechend, unaufgeregt, doch je genauer man hinsieht und reinschmeckt, desto raffinierter ist es.

Im Hintergrund läuft übrigens leise Musik, die für uns georgisch klingt. Aber Ray Charles hätte auch gepasst: „Georgia on my mind“.

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