Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Das Restaurant „83 Seaside“ verwöhnt nicht nur mit guter Aussicht

Deutsche Küche Das Restaurant „83 Seaside“ verwöhnt nicht nur mit guter Aussicht

Wer geht schon zum Essen ins Schwimmbad? Dort reicht es meist nur für Pommes mit Beilage und Eis am Stiel. Doch es gibt auch Essen mit Stil: im Aspria. Aber das ist ja auch nicht irgendein Strandbad, sondern ein „Spa + Sport Club“. Wer hier essen geht, geht mit dem Genuss ganz bestimmt nicht baden.

Rudolf-von-Bennigsen-Ufer 83, 30519 Hannover 52.34267 9.75529
Google Map of 52.34267,9.75529
Rudolf-von-Bennigsen-Ufer 83, 30519 Hannover Mehr Infos
Nächster Artikel
„Anno 1901“ - ein Restaurant mit Tradition

Kostprobe im Restaurant Seaside im Badeclub Aspria am Maschsee.

Quelle: Martin Steiner

Südstadt. Wer geht schon zum Essen ins Schwimmbad? Dort reicht es meist nur für Pommes mit Beilage und Eis am Stiel. Doch es gibt auch Essen mit Stil: im Aspria. Aber das ist ja auch nicht irgendein Strandbad, sondern ein „Spa + Sport Club“. Der verspricht „Energy for Live“ und setzt den Slogan seit dem Frühjahr mit dem Restaurant „83 Seaside“ in die nahrhafte Tat um. Der Name des Restaurants (es gibt auch noch das Bistro „Sunrise Suite“ im Erdgeschoss) verweist auf die Hausnummer am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer und auf die Lage; „seasidiger“ geht es in Hannover kaum.

Allerdings muss diese Perspektive erst erobert werden. So einfach kommt man hier nämlich nicht hinein. Also am besten anmelden, in jedem Fall bekommt man am Empfang ein Plastikkärtchen: wenn man entweder den Personalausweis hinterlegt oder einen Vorschuss auf die Zahlkarte buchen lässt. Abgerechnet wird dann beim Abschied – wer allerdings abrechnungstechnisch einen ordentlichen Beleg braucht, muss den oben im Restaurant mitnehmen.

Die Mühe lohnt sich: Die Aussicht(en) sind prächtig. Damit ist nicht der Blick auf die Nacktduscher gemeint, die aus der Sauna kommen. Die sind erstens weit genug weg, zweitens muss nicht hinschauen, wen’s stört, und drittens ist das, was sich am Horizont erhebt, viel aufregender: das Neue Rathaus.

Wer also auf der Terrasse im Freien sitzt, der hat einen Logenplatz in Hannover. Da kann nicht einmal Norbert Schus „Die Insel“ ganz mithalten, die quasi ums Eck angrenzt. Bei unserem ersten Besuch wurde dort drüben hörbar eine Hochzeit gefeiert. Den volkstümlicheren Klängen setzte dann im „Seaside“ ein DJ gepflegte Lounge-Music-Klänge aus Edellautsprechern entgegen: nicht als Revanche, sondern weil das hier donnerstagabends beim „after workout“ üblich ist. Damit müssen die Vergleiche dann aber auch schon aufhören, weil man hier einen ganz anderen Küchenstil pflegt – zu sympathischen Preisen. Und mittags gibt es (bis 17 Uhr) obendrein ein schlichteres Lunch-Angebot.

Zum Auftakt serviert man zweierlei Weißbrot; Olivenöl (ziemlich intensiv), Salz- und Pfeffermühle und Schälchen stehen bereit. Der „gegrillte Thunfisch an Rucolasalat mit karamelisierten Kirschtomaten und Olivenbrot“ (12,50 Euro) sieht innen etwas grau aus, ist aber trotzdem medium gegart. Der Rucola allerdings ist schlapp. Ein bisschen unkonventionell ist das „Saltimbocca vom Kalb“ (17,50 Euro), denn hier wird das Salbeiblatt in die Mitte der zusammengeklappten Fleischscheibe gesteckt, statt unter die aufgelegte Schinkenscheibe. Prompt dominiert der salzige Schinken, was aber wieder zu den mit gratiniertem Käse aromatisierten Polentastücken passt: Man hat es hier gerne würzig.

Hält sich aber erstaunlich zurück beim hausgemachten Joghurt-Maracujaeis (5,50 Euro), bei dem der dazugereichte Joghurt etwas unmotiviert wirkt und weder Limettencreme noch Minzpesto deutliche Akzente setzen. Da ist der sündhafte Double Chocolate Cake (2,80 Euro) schon verführerischer.

Beim zweiten Besuch zwingt uns der hannoversche Sommer nach drinnen – der Weg führt vorbei an Fitness-Maschinen. Und im pfiffig gestylten Restaurant (in dem etwa gebündelte Treibholzäste die Garderobe darstellen) sitzen dann Sportler im Bademantel neben einer Hochzeitsgesellschaft. Das Brautpaar hat sich nicht etwa hier bei Sport oder Wellness kennengelernt, sondern will nur die Aussicht genießen.

Der Service entschuldigt sich bei uns, dass der unerwartete Trubel alles etwas durcheinandergebracht habe, aber wir fühlen uns auch diesmal gut betreut. Dass bei meinem argentinischen Entrecote (22,50 Euro) der angekündigte Beilagensalat fehlte, fällt auch uns erst auf, als wir schon zu Ende gegessen hatten. Die Kartoffelspalten dazu waren wirklich fast kross, das nicht allzu ausladende Steak war perfekt gebraten, obschon niemand gefragt hatte, wie wir das Fleisch denn gegart wünschen: Man bietet hier Steaks immer medium an, wer es anders haben will, muss sich rühren.

Zuvor hatte ich ein sehr geschmacks-intensives Paprikasüppchen mit gebratener Jacobsmuschel (7,50 Euro). Meine Mittesterin begann mit „Pepperonata-Crostini an Friseespitzen“, die aber von gerupfter Rucola vertreten wurden, und Parmaschinken (7,50 Euro): Die Crostini hätten durchaus als Zwischenimbiss gereicht. Aber eine kleine Portion Risotto alla Milanese (8,50 Euro) mit Rindfleischhuftstreifen und Granatapfelkernen war dann doch noch zu schaffen – dass es Risotto und Pasta auch in halben Portionen gibt, ist höchst lobenswert.

Das Team der Peppermint-Gastronomie, die hier am Werke ist, leistet also gute Arbeit. Und wem der Küchenstil dann doch ein bisschen zu groovy ist, der kann hier einfach ein schönes Glas Wein trinken, aber es gibt natürlich gesundheitsbewusst auch Nichtalkoholisches. Die Weinkarte ist zwar nicht riesig, aber kenntnisreich zusammengestellt und bietet neben Klassikern auch trendige deutsche Winzer wie Bischel, Van Volxem, Scherner-Kleinhanß oder Thomas Hensel. Glasweise gibt es etwa einen sehr angenehmen Lugana (5,30 Euro) oder einen sympathischen Bardolino Rosé (4,20 Euro). Der Sauvignon Blanc von Antonutti (7 Euro) ist eher untypisch intensiv und die Cuvée aus Merlot und Cabernet Sauvignon (7,20 Euro) für einen Roten aus dem Veneto doch recht heavy. Aber wer will, kann das alles ja hinterher hier wieder abarbeiten. Das ist allerdings im Preis nicht inbegriffen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Restauranttests

Lust auf ein gutes Restaurant in Ihrer Nähe, aber noch keine Idee welches es sein soll? Lassen Sie sich inspirieren: Hier finden Sie die HAZ-Restauranttests übersichtlich auf einer Karte.

Kostprobe im Jo's Food & Craft

Nicht nur die tollen Burger, Rippchen und Salate sind Gründe im Jo's Food & Craft einzukehren, meint HAZ-Feinschmecker Hannes Finkbeiner. Eine exzellente Auswahl an Craft-Bieren und selbst gemachten Limonaden rundet das Angebot weiter ab.

Eine Auswahl der schönsten Biergärten in der Region Hannover – mit Foto, Öffnungszeiten und Preisen.

Wann finden in Hannover die Wochenmärkte statt? Eine Übersicht mit allen Märkten in den Stadtteilen.