12°/ 9° bedeckt

Navigation:
Abo bestellen HAZ-Shop HAZ Media Store AboPlus HAZ Service
Ein Gewinn für Döhren - „Schumacher’s Restaurant“
Mehr aus Restauranttests

Deutsche Küche Ein Gewinn für Döhren - „Schumacher’s Restaurant“

Seit fast einem Jahr bieten Andrea und Holger Schumacher in ihrem Café-Restaurant im ehemaligen Döhrener Gesellschaftshaus frische Traditionsküche ohne überflüssigen Schnickschnack.

Wiehbergstraße 2, 30519 Hannover 52.335045 9.762777
Wiehbergstraße 2, 30519 Hannover Mehr Infos
Nächster Artikel
Kleine (Geschmacks-)Freiheit im „Vogelfrei“

Traditionsbewusst, aber nicht altbacken: Andrea Schumacher serviert in Döhrens Feinschmeckerecke.

Quelle: Emine Akbaba

Hannover-Döhren. Maschseeblick, singende Wirte, Riesenpizzas: Manche Gastronomen in Hannover können wuchern mit der Lage ihres Restaurants oder ungewöhnlichen Talenten. Die meisten
wirken jedoch eher im Stillen, ohne große Schlagzeilen zu machen. So wie „Schumacher’s Restaurant“ in Döhren.

Etwas unscheinbar liegt es an der Wiehbergstraße, einer Adresse, die Feinschmeckern allerdings durchaus ein Begriff ist. Denn direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite lockt das Gourmetrestaurant „Titus“. Zwei Seiten der Küchenwelt treffen sich dort: Während Dieter Grubert im „Titus“ versucht, Lebensmittel in neue Aggregatzustände zu verwandeln, setzen Andrea und Holger Schumacher in ihrem Café-Restaurant im ehemaligen Döhrener Gesellschaftshaus seit März 2012 auf lange erprobte Küchentraditionen. Es wird ordentlich geschmort und gebraten, wie es schon Generationen zuvor gelernt haben – ohne altbacken und schwerfällig zu wirken. Dazu arbeitet Küchenchef Holger Schumacher saisonorientiert: Grünkohl, Spargel, Matjes – so kommt man gut durchs Jahr.

Eine Zeitreise verspricht das Gastronomenpaar auf seiner Internetseite – und diese beginnt beim ersten Besuch mit einer Cremesuppe vom Hokkaidokürbis (4,80 Euro), die zwar weniger cremig als vielmehr breiig, dafür aber ausgesprochen fein abgeschmeckt ist. Der Kürbis ist schön unaufdringlich, einige Tupfer Kürbiskernöl verleihen der Suppe gleichwohl die richtige Erdung. Als einfacher Snack kommt der auf den Punkt gegrillte Garnelenspieß mit etwa zwölf Stück (5 Euro) daher, der von einer leichten Knoblauchsoße begleitet wird. Alles wirkt hausgemacht, gerade weil die Aromen ausgewogen und nicht zu aufdringlich sind – so auch die Kräuterbutter, die mit leicht geröstetem Weißbrot zu Beginn als Appetitmacher serviert wird.

In die Jahreszeit passt das Hirschgulasch mit Spätzle (16,90 Euro). Die Fleischstücke sind mürbe, die Spätzle zahlreich, die Soße harmonisch – das könnte ein Lieblingsgericht werden. Wer sich gerne an den Skiurlaub erinnern möchte, kann auch zu den Käsespätzle (9,90 Euro) greifen. Ganz anders als in mancher Berghütte liegen diese aber nicht schwer im Magen. Die Mischung von Spätzle und Käse ist ausgewogen, nur etwas mehr Röstzwiebeln hätten es sein können. Zu all dem passt der trockene Chianti (0,25 Liter für 6,20 Euro), der auf Wunsch auch in kleineren Mengen serviert wird.

Viel Platz für ein Dessert ist eigentlich nicht mehr, doch die Neugier siegt. Also her mit dem Vanille-Marzipan-Parfait mit Waldfruchtsoße (6,90 Euro), dessen schwere Süße das Mahl ordentlich abschließt.

Für die Mittagspause bietet „Schumacher’s Restaurant“ ein zusätzliches Gericht unter 10 Euro, das gilt jedoch nicht am Wochenende. So bedienen wir uns am Sonntagmittag von der regulären Karte.

Zum Auftakt darf es dieses Mal ein kleiner Salat (3,50 Euro) sein. Die frischen Zutaten wie Paprika, Gurken und überraschenderweise Zucchinischeiben schmecken, das Honig-Balsamico-Dressing ist recht süß geraten. Sehr auffällig ist auch die Weinnote bei den Schweinemedaillons mit Weißwein-Sahne-Champignons (16,50 Euro). Die drei Fleischstücke sind saftig gebraten, die Champignons frisch. Die Spätzlebeilage kennen wir schon, also bestellen wir stattdessen Bratkartoffeln. Kein Problem für die Küche, lecker für den Gaumen. Die Bratkartoffeln mit Zwiebeln und etwas Speck begleiten auch das saftige Schweinenackensteak (11,90 Euro), das von einer ordentlichen Portion Schmorzwiebeln bedeckt wird. So bleibt auch nach dem zweiten Besuch die Erkenntnis, dass „Schumacher’s Restaurant“ für Döhren ein Gewinn ist.

„Schumacher’s Restaurant“ im HAZ-Branchenführer.

Ralf Heussinger

Voriger Artikel Voriger Artikel
Nächster Artikel Nächster Artikel
Anzeige
Das "Leonardo" im Tiergarten

Im Restaurant "Leonardo" gibt es einen täglich wechselnden Mittagstisch - dazu gehören auch einfache Gerichte wie Frikadellen, Fischfilet, Schweinebraten oder Currywurst.

Restauranttests

Restauranttests

Unter dem Motto "Kostprobe" testen Gastronomie-Experten der HAZ Restaurants in Stadt und Region. Alle Tests der letzten Jahre haben wir für Sie in einem Schlemmer-Archiv mit rund 100 Restaurants zusammengestellt. mehr

Anzeige