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So schmeckt es im Restaurant "Der Zauberlehrling"

Finkbeiners Kostprobe So schmeckt es im Restaurant "Der Zauberlehrling"

HAZ-Feinschmecker Hannes Finkbeiner war zu Besuch im Restaurant und Weinkeller "Der Zauberlehrling". Dort hat es ihm sehr gut gefallen, der Zauberlehrling überzeugt mit großer Kochkunst und erlesenen Weinen. 

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Kostprobe im Restaurant "Der Zauberlehrling" 

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Mit würziger, kerniger Säure gleitet der eiskalte Mosel-Riesling (7,50 Euro) an diesem heißen Sommerabend über den Gaumen. Der Tropfen hebt augenblicklich unsere Stimmung, sodass wir gleich um die Weinkarte bitten – die sich wirklich sehr schön liest. Eine große Anzahl toller Winzer ist im Zauberlehrling vertreten, die Jahrgangstiefe ist beeindruckend, das Sortiment umfasst echte Raritäten. Schwerpunkte sind Deutschland und Frankreich. Ein großer Teil besteht allerdings aus edelsüßen, nicht trockenen Weinen – eine persönliche Vorliebe des Inhabers. Dafür sind die Preise recht fair kalkuliert. Weinliebhaber werden ihre Freude haben.

HAZ-Feinschmecker Hannes Finkbeiner testet das Restaurant Zauberlehrling. 

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Sinne auf Empfang

Aber wir sind ja zum Essen gekommen, und in diesem Zusammenhang nicht zu vergessen: Uns wird ein Gruß aus der Küche serviert wird, der gleich erahnen lässt, dass im Zauberlehrling nicht auf kleiner Flamme gekocht wird. Wir bekommen ein butterzartes Rehfilet auf süßlichem Zwiebelconfit und Karottencreme gereicht, beim zweiten Besuch überrascht uns das Restaurant mit einer Blutwurst auf Selleriepüree mit Apfel und Walnuss – das sind feinste Appetithäppchen.Unser Menü startet dann mit einer erfrischenden Krustentier-Gazpacho (14,50 Euro). Erfrischend nicht nur wegen der Temperatur der kalten Suppe, sondern auch wegen der tollkühnen Würzung.

Nach nur einem Löffel sind unsere Sinne voll auf Empfang. Wir erhaschen etwas aromatischen Safran, beißen auf knackig-salzigen Queller – eine Pflanze die in Küstenregionen vorkommt –, schmecken die cremige Eigelbemulsion. Zusätzlich wurde im Stil einer vietnamesischen Frühlingsrolle Garnelenfleisch mit Schmand und Dill in etwas Reispapier eingewickelt. Das lässt sich in dem tiefen Teller nur unhandlich zerteilen, schmeckt aber grandios.

Der Salat mit Hummer, Algen, Austernpilzen, Äpfeln und Beeren (17,50 Euro) wurde in einem exzellenten Erdbeerdressing angemacht, wobei er durch den Chili-Schmand eine Spur zu scharf ist. Ein Genuss sind auch die Urtomaten mit Büffelmozzarella, fermentiertem Knoblauch und Saiblingskaviar (15 Euro). Dabei ist es nicht so sehr der Gesamteindruck, der uns gefällt, sondern vor allem die herausragende Qualität der Komponenten. Wildkräuter erzeugen mit ihren fremden Aromen einen schönen Spannungsbogen, nur der Biss aufs Olivenkraut erinnert uns an einen Schluck aus einer Flasche mit Kiefernaufguss aus der Sauna.

Die Variation von der Karotte (16 Euro), als vegetarisches Hauptgericht angeboten, ist zwar nicht sehr sättigend, spielt aber wunderbar mit einer Bandbreite an Sinneswahrnehmungen. Warm und kalt, knackig und cremig, salzig und süß, gegrillt und gedörrt, als Pulver, Sorbet, Salat und Creme kommen orangefarbene, gelbe und violette Möhrensorten zum Einsatz – der bunte Teller wirkt fast wie ein Gemälde von Jackson Pollock. Ohne viel Spielerei zeigt sich das Mecklenburger Wiesenlamm (29 Euro): wunderbar gegartes Fleisch von herausragender Qualität mit kraftstrotzender Soße, dazu gehobelter Fenchel, Chorizocreme und Selleriepüree.

Klassisches mit Pep

Beim Wolfsbarsch aus Wildfang mit Melone, Chilikohl und Kalbsbäckchenpraline (35 Euro) offenbart Küchenchef Viktor Rundau deutlicher seinen Stil: Naheliegende Harmonien und bekannte Geschmacksstrukturen werden handwerklich nahezu makellos umgesetzt, um sie dann mit spannenden Akzenten und intensiven Aromen zu ummanteln. Der saftig-festfleischige Fisch ist von bester Güte, die Haut hätte vielleicht etwas krosser gebraten werden dürfen. Dazu gibt es eine Krustentiersoße und schaumige Beurre Blanc wie aus dem Lehrbuch. Die Melonen haben zwar etwas zu viel Zuwendung erfahren und schmecken nur noch nach der süß-säuerlichen Marinade, aber der roh marinierte Chilikohl gibt dem klassischen Gericht den Pep. Und gäbe es die gebackene Praline mit einer Füllung aus Kalbsbäckchen, Kräutern und Schmand zum Mitnehmen – wir hätten einen neuen Lieblingsimbiss gefunden.
Ein Dessert muss noch sein. Unsere Wahl fällt auf Kuchen von grünem Tee, Paprika-Eis, Kefir, Honig und Limette (12 Euro). Gut gefällt uns die Intensität der Aromen. Vor allem Paprika, Kefir und Limette kommen zur Geltung. Allerdings ist das Limettenaroma so streng, das es den anderen Komponenten etwas den Rang abläuft. Aber das ist uns fast egal nach diesem kleinen kulinarischen Kunststück im Zauberlehrling, zu dem es auch nicht mehr viel zu sagen gibt. Ein Applaus wäre angebrachter.     

Fazit von Hannes Finkbeiner

Fazit: Ein starkes Stück. Im
Zauberlehrling reiht sich Genuss-
moment an Genussmoment.
Gesamtnote: 9/10
(Ambiente: 9, Service: 7, Küche: 9)
Geibelstraße 77
30173 Hannover
Telefon: (05 11) 89 96 36 33
E-Mail: info@derzauberlehrling.com
Internet: www.derzauberlehrling.com
Öffnungszeiten: Mo bis Sa, 
ab 17.30 Uhr     

von Hannes Finkbeiner 

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