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Hier kann man Kaffee, Tee und Kakao genießen

Finkbeiners Kostprobe Hier kann man Kaffee, Tee und Kakao genießen

Der Winter will nicht mehr, aber der Frühling kann noch nicht. Solche Tage sind perfekt für eine gemütliche Tasse Tee, Kaffee oder Kakao. Wo kann man hingehen, wo lohnt es sich? HAZ-Feinschmecker Hannes Finkeiner hat drei Läden in der City besucht – zwei Klassiker und einen Exoten.

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 Maria Kormbaki verwöhnt die Gäste in der Holländischen Kakao-Stube 

Quelle: Tim Schaarschmidt

Draußen ist es grau, aber nicht mehr so kalt, dass man den heimischen Sessel nicht mehr verlassen mag. Die richtige Zeit also, um sich mal wieder mit einem Kaffee, Tee oder Kakao zu verwöhnen. HAZ-Feinschmecker hat drei Lokale dafür getestet.

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Holländische 
Kakao-Stube

Kakao-Stube – da könnte man natürlich denken, es handele sich um eine Art Stube. Es ist dann aber doch eher ein Saal, hoch und weit. Aber eindeutig mit Grandezza und Stil. Dafür sorgen Kronleuchter, blau-weiß gekachelte Säulen und die Holzverschalung an der Wand. Es liegt was in der Luft, beinahe physisch spürbar: Etikette, eine gewisse Sittlichkeit und Manieren aus der Zeit, bevor die 68er derlei Tugenden in die Mangel nahmen.

Wir nehmen Platz und beobachten an uns selbst, dass wir unwillkürlich etwas gerader sitzen als in anderen Lokalen, und die Hände liegen auf dem Tisch. Neben uns sitzt eine ältere Dame, mit Hütchen, vor sich eine Sahnetorte. Sie nippt an einem Likör. Es ist ein Zeitsprung in die guten, alten Tage – die ja im Grunde gar nicht so gut waren, aber immerhin konnte man sich mittags noch ohne schlechtes Gewissen einen Likör genehmigen.

Bei der äußerst höflichen Servicekraft mit Spitzenschürzchen bestellen wir natürlich eine Trinkschokolade, die hier in diversen Varianten angeboten wird. Mit Kaffee, Gewürzen, Sirup oder einem Schuss Whisky, Rum, Cointreau, Kirschwasser, Eierlikör, Amaretto, Weinbrand oder Baileys. Der Kakao pur oder mit Schuss ist vielleicht die bessere Wahl, nur keinesfalls mit Fruchtsirup. Wir haben den Fehler gemacht. Banane – das schmeckt trotz der hohen Qualität des Sirups (Monin?) irgendwie künstlich.

Ganz herausragend fällt der Kirschkuchen mit Baiser aus, der Schicht für Schicht ein Genuss ist. Boden aus feinem Mürbeteig, darauf ein luftiger Biskuit und gebundene, süßlich-säuerliche Schattenmorellen, getoppt von einem süßlich-weichen, abgeflämmten Baiser. Ebenso darf man von dem Frankfurter Kranz schwärmen, dessen Geschmack ein herrliches Zusammenspiel von Buttercreme, Biskuit und Konfitüre ist und der augenscheinlich aus dem Schulbuch stammen könnte: Handwerklich präzise und aufwendig zubereitet.

Holländische Kakao-Stube: Ständehausstraße 2, geöffnet montags bis freitags 9 bis 19.30 Uhr, sonnabends 9 bis 18.30 Uhr, sonntags Ruhetag.  

Teestübchen

Sonnabendmittag, Ballhofplatz, rein ins Teestübchen. Das Publikum ist bunt gemischt wie eine Schachtel Konfekt. Vielleicht kann man um diese Tageszeit nirgends in Hannover so schön klönen, ratschen, tratschen. Die Atmosphäre: wirklich toll. Der Laden: wirklich voll. Nach kurzer Wartezeit ergattern wir einen Bartisch gegenüber vom Tresen.

Das ist bedingt gemütlich, aber wir haben einen schönen Überblick über das nostalgische Lokal. Wenn jemand erzählte, König Ernst August I. habe sich hier schon zum High Tea eingefunden, würde man das glauben. Allerdings starb der König schon im Jahr 1851, und das Teestübchen gibt es so erst seit 1970. Immerhin: Es war schon vor uns da. Da ist es dann auch kein Wunder, dass das Mobiliar stellenweise ein Lifting vertragen könnte.

Das Teesortiment ist durchdacht und bietet neben Standardsorten auch Spezialitäten wie an- und halbfermentierten weißen oder Oolong Tee, der von der Bitterkeit irgendwo zwischen grünem und schwarzem Tee liegt und in China als geschmacklich besonders vornehm gilt. Es gibt aromatisierte Teesorten, Nebel-, Kräuter- oder Rotbuschtee, Apfelpunsch, Beeren-Glühwein und Marzipan-Trinkschokolade. Und natürlich Kuchen.

Wir kosten den Apfelkuchen mit Zimtstreuseln, oder besser Zimtstreusel mit Apfelkuchen – Sie ahnen das Mischungsverhältnis der Zutaten. Das ist schon besonders und schmeckt mit Sahne ganz gut, auch wenn stellenweise der Teig etwas speckig geraten ist – Absicht?

Wir bestellen einen Earl Grey, der sehr kräftig ausfällt, und einen Organic Chai Tee, der in einem hohen Glas ohne Henkel serviert wird. Man kann das Gefäß nicht anfassen, ohne sich die Finger zu verbrennen. Weil wir nicht warten wollen, beugen wir uns herunter, pusten und schlürfen. Irgendwann kann man dann doch zugreifen. Oder man macht es wie die drei Studentinnen am Nebentisch: Sie löffeln ihren Latte macchiato einfach, ein Vorgang von einer gewissen zeremoniellen Eleganz.

Teestübchen: Ballhofplatz 2, geöffnet sonntags bis donnerstags 10 bis 23 Uhr, freitags und sonnabends 10 bis 1 Uhr.

 

Kostprobe im Teestübchen

Kostprobe im Teestübchen

Quelle: Philipp von Ditfurth

Efendi Bey

Im kühlen Tageslicht, bei diesigem Schmuddelwetter, unterwegs auf einem Hindernisparcours der Baustellen – das Steintor mag seine Sonnenseiten haben, manchmal macht es aber einfach: traurig. Derart gestimmt flüchten wir in den Eingangsbereich der Efendi Bey Patisserie & Café.

Doch auch das tröstet noch nicht recht: lange Ladenzeile, Kachelboden, Neonlicht – wo ist die Wärme eines Cafés? Rauf ins Obergeschoss, modernes Ambiente, nett hergerichtet, nur das aus Lautsprechern dröppelnde Dance-Gedudel stört ein wenig. Aber immerhin: Hier drinnen kann man glatt für einige Zeit den Innenstadttrubel von draußen vergessen.

Unser türkischer Mocca wird unter einer silbernen Cloche serviert, das ist schon eine beachtliche Inszenierung. Dazu probieren wir ein Gebäck namens Arap Poaçası, das vollständig mit Teig umhüllt und mit einer schnittfesten, süßlichen Masse aus Haselnussgrieß und Walnüssen gefüllt ist. Es schmeckt sehr gut. Anschließend versuchen wir uns an Baklava (mit Pistazien und Kokosnuss sowie als Pistazienröllchen), und alle Sorgen fallen von uns ab.

Da ist der feine Biss des hauchdünnen Filoteigs, das Aroma der Pistazien oder der Kokosnuss, alles getragen vom Zuckerwasser, mit dem das Gebäck wie mit einem heiligen Elixier durchtränkt ist.

Wir haben woanders schon einiges an Baklava probiert, aber diese unverschämten Kerlchen gehören zu den besten. Und dann noch der Auftritt des Schokotörtchens: im Kern etwas Biskuit, umhüllt von hellbrauner Schokocreme, gespickt mit weißen Schokolinsen und überzogen mit dunkler Schokosoße. Würden die Kalorien uns nicht am Boden halten, wir würden hinausschweben, so gut war das Gebäck.

Patisserie & Café Efendi Bey: Münzstraße 7, geöffnet sonntags bis donnerstags 7 bis 23 Uhr, freitags und sonnabends
7 bis 1 Uhr.     

Den Mocca gibt es unter einer Cloche

Den Mocca gibt es unter einer Cloche

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannes Finkbeiner- HAZ Feinschmecker  

  

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