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Gasstätte Kaiser

Deutsche Küche Gasstätte Kaiser

Die Gaststätte „Kaiser“ ist seit Jahrzehnten eine Institution in der Nordstadt. Im Universitätsviertel gelegen, zieht sie mit bürgerlich-deutscher Küche Professoren, Studenten und Anwohner an; sie ist eine Mischung aus Kneipe und Restaurant. Auch mit neuem Küchenchef: Kaiser ist geblieben was es war - gut so!

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Kaisers Neuer: Zurab Mikava führt jetzt das Küchenregime in der Gaststätte „Kaiser“ in der Nordstadt.

Quelle: Florian Wallenwein

Für uns verbinden sich mit dem Ort nostalgische Erinnerungen: Hier fanden einst vorweihnachtliche Skatrunden statt, und hier haben wir vor 27 Jahren unser Hochzeitsessen gegeben (die Ehe hält noch immer – liegt es auch an der Solidität von „Kaiser“?). Die Gaststätte war immer mit dem Namen von Wirt Wolfgang Franke verbunden, doch vor eineinhalb Jahren hat er aufgehört. Hat sich dadurch etwas verändert? Sehr wenig, was wohl auch daran liegt, dass Franke sich aushilfsweise noch immer wieder einmal sehen lässt.

Zurab Mikava heißt der neue Küchenchef, gearbeitet hat er vorher in der Buchholzer Mühle. Da die Gaststätte „Kaiser“ praktisch als Markenzeichen eingeführt ist, sind mit Absicht keine großen Neuerungen vorgenommen worden. Nur gibt es jetzt auf der Speisekarte mehr Schnitzel, die Franke nach eigenem Bekunden nie gern hat braten wollen. Der Erfolg scheint dem Konzept der Kontinuität recht zu geben, denn bei unseren beiden Besuchen war das Lokal gut besucht.

Beim ersten Mal probierte meine Mittesterin eine Kürbissuppe (2,90 Euro), eine reichliche Portion mit etwas viel Sahne darin, doch konnte der Kürbisgeschmack sich trotzdem durchsetzen. Danach nahm sie eine Entenkeule (9,50 Euro), die in Ordnung war. Auch der Rotkohl dazu war nicht so lappig, wie er sonst oft serviert wird. Ich bestellte Grünkohl mit Kasseler und Bregenwurst (9,90 Euro), schließlich ist ja gerade die Zeit dafür. Der Grünkohl war gut gewürzt, das Kasseler musste einem eingebrannten Gittermuster zufolge Bekanntschaft mit einem Grill gemacht haben. Das war zwar seltsam, aber trotzdem war das Fleisch nicht zu salzig, wohl aber die Bregenwurst (in der schon längst kein Bregen mehr ist).

Bei unserem zweiten Besuch bestellte ich dann die „Neuerung“ Schweineschnitzel mit Pfifferlingen, Spiegelei und Bratkartoffeln (9,90 Euro) – und war sehr zufrieden. Besser kann man es kaum hinbekommen: das Fleisch zart, die Panade sehr gut und die Bratkartoffeln ebenfalls. Meine Begleiterin entschied sich für ein Gericht, das aus Anlass einer deutsch-afrikanischen Hochzeit kreiert worden ist: Grünkohl afrikanisch mit Chili, Ingwer und zwei Spiegeleiern (7,60 Euro). Das hört sich allerdings exotischer an, als es schmeckte (und mir war im Grünkohl auch ein Tick Salz zu viel darin).

Getrunken haben wir jedes Mal einen trockenen Trollinger (0,2 Liter zu 3,20 Euro), aber ansonsten ist hier Bier das bevorzugte Getränk.

  • Hinweis für Gehbehinderte: Zum Gastraum führt eine Stufe, innen sind wegen der starken Verwinkelung mehrere Stufen.
  • Preiskategorie: günstig

Ekkehard Böhm

Die Gaststätte „Kaiser“ in der Nordstadt im Branchenführer

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