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Genießen und Verweilen im „La Stazione“ am Bismarckbahnhof

Italienische Küche Genießen und Verweilen im „La Stazione“ am Bismarckbahnhof

Statt Pommes und Asia-Nudeln für den schnellen Hunger gibt es am Bismarckbahnhof im „La Stazione“ finessreiche Gerichte in südländischem Ambiente. Vor vier Monaten hat das italienische Restaurant am Bahnhof eröffnet und unseren Stresstest jetzt erfolgreich bestanden.

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Patrick Vogt, Michelangelo Ronzullo und Matthias Metzig servieren im „La Stazione“ Gerichte der italienischen Küche.

Quelle: Kristoffer Finn

Südstadt. Bahnhöfe sind Orte der Rastlosigkeit. Kein Aufenthalt soll hier von Dauer sein – das ist das Gesetz des Bahnhofs, dem auch der Bismarckbahnhof folgt, auch wenn hier nie ein ICE zum Halt kommt. Nach nur ein paar Monaten war zuletzt der „Adana“-Nachfolger „Asian Prince“ weitergezogen – nach gastronomischen Maßstäben war das kaum mehr als ein ausgedehntes Umsteigen. Vor vier Monaten sind nun Matthias Metzig (zuvor im „Amici Miei“), Patrick Vogt (ehemals „Alte Mühle“) und Michelangelo Ronzullo angetreten, hier sesshaft zu werden. Der Name ihres Restaurants, „La Stazione“ – der Bahnhof –, ist ein demonstratives Bekenntnis zum Standort: Hier schweift nichts in die Ferne, sie sind gekommen, um zu bleiben.

Auf den großen Umbau haben die drei verzichtet und stattdessen mit einigen überlegten Griffen aus dem asiatischen Prinzen einen italienischen Bahnhof gemacht: hier ein wenig zartes Violett, dort helles Grün und moderne Kunst. Draußen sorgen nun eine Holzterrasse und Olivenbäume für südländisches Ambiente im südstädtischen Umfeld.

Die Karte umfasst das klassische italienische Sortiment – weswegen wir auch sehr klassisch beginnen, mit Antipasti (für zwei Personen: 9,50 Euro). Die Auswahl verrät Liebe zum Detail: Bei den Zucchini etwa hat der Knoblauch einen wichtigen und dennoch unaufdringlichen Auftritt, die Auberginen sind so großzügig mit Parmesan abgeschmeckt, dass sie fast fleischartige Intensität entwickeln.

Bei den Hauptgerichten wählen wir die Kombination „bewährt & gewagter“: Saltimbocca sowie Lachsfilet mit einer Möhren-Ingwer-Sauce (je 15,50 Euro). Begleitet werden beide von noch leicht bissfestem Mangold und gerösteten Kartoffeln – Beilagen deutlich über dem Standard. Bei den Saltimbocca spielt sich der Salbei nicht in den Vordergrund, ist aber in den entscheidenden Geschmacksmomenten verlässlich zur Stelle – so soll’s sein. Fleisch und Schinken allerdings tragen Spuren zu heftiger Hitze und sind etwas zäh geraten. Der Fisch ist dagegen tadellos gebraten. Der Ingwer trägt zur Sauce eine sehr dezente Nuance bei – was sie gefällig, aber auch beliebig macht.

Die Auswahl offener Weine ist klein – der Pinot Grigio (0,2 Liter 3,90 Euro) ist aber ein sehr seriöser Vertreter seiner Art. Erfreulich, dass im „La Stazione“ großzügig ein- und nachgeschenkt wird.

Mittags bietet der Bahnhof eine hübsche Alternative zum klassischen Mittagstisch: Statt der üblichen eingeschränkten Auswahl gibt es alle Vorspeisen, Pizza, Pasta und Desserts von der Karte in kleineren Portionen zu kleineren Preisen. Für völlig angemessene Mengen Melone mit mildem Schinken und hübsch kaperigem Vitello Tonnato (aus zarter Poulardenbrust statt Kalbfleisch) zahlen wir so je 3 Euro. Weniger angetan sind wir hingegen von den folgenden Bandnudeln mit Garnelen, Limette und Minze (mittags 6 Euro): Klingt wunderbar – leider sind Frucht und Kraut hier aber so homöopathisch eingesetzt, dass sie in der tomatigen Sauce kaum zu erahnen sind.

Das wirkt insgesamt ein wenig mutlos (falls dem Koch nicht schlicht die Minze ausgegangen ist). Umso beherzter hat er dann hingegen die Pizza Tonno (ebenfalls mittags 6 Euro) ausgestattet – leider allerdings mit so viel Öl, dass es dafür eigentlich eines kleinen Deiches bedurft hätte. Es spricht für den Teig und einen kräftigen Ofen, dass er sich darunter dennoch seine Knusprigkeit bewahrt hat. Am Ende steht ein mittags spektakulär preiswertes Tiramisu (1,50 Euro), das gleich zwei Personen zufrieden stimmt.

So ist letztlich vieles hier solide, manches wirklich gut, und mitten hinein mischt sich dann leider die eine oder andere Nachlässigkeit. Oder, in der Sprache der Bahnhöfe: Das „La Stazione“ hat das Zeug zum Knotenpunkt – da sollte man sich nicht mit der Rolle als Regionalhalt begnügen.

Das Restaurant „La Stazione“ in der Südstadt im Branchenführer der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

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