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Gosch an der Markthalle

Deutsche Küche Gosch an der Markthalle

Es ist schon ein Phänomen: Kaum hat die neue „Gosch″-Dependance neben Hannovers Markthalle eröffnet, ist sie auch schon brechend voll. Und zwar mehr oder weniger von morgens bis abends.

Karmarschstr. 49 30159 Hannover 52.3701 9.73539
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Christian Moltzen und Nina Thiele servieren leckere Fischspezialitäten.

Quelle: Michael Thomas

Hannover-Mitte. Die Gosch-Dependance in Hannover-Mitte ist auch für Landratten ein guter Fang. Und zwar mehr oder weniger von morgens bis abends. Gut, die hannoverschen Sylt-Fans mussten auch ein Dreivierteljahr warten, bis nach der Schließung im Hauptbahnhof „Gosch″ im neuen Domizil den Betrieb aufnahm. Aber nun haben sie wieder all das, was sie am liebsten mögen: frischen Fisch von durchgängig guter Qualität, eine vernünftige kleine Weinauswahl – und jede Menge Gleichgesinnte nebenan am Tisch oder an der Theke.

Womit das Geheimnis auch schon fast ergründet wäre: Ganz im Sinne der Franchise-Idee kommt in Hannover das Gleiche auf den Teller wie auf Sylt, in Hamburg oder Düsseldorf. Kombiniert mit ebenso professionellem wie sympathisch-freundlichem Service ergibt das ein Erfolgsrezept, das auf der Insel ebenso gut funktioniert wie auf dem Festland. Wer also gerade keine Zeit hat, gen Norden zu reisen, kann auch auf ein Lachsrösti oder ein paar Gambas in der Karmarschstraße einkehren. Der lichte, große Raum, in dem zuvor die Markthallen-Gaststätte residierte, ist geschickt in Bereiche mit hohen Bistro- tischen einerseits und bequemeren Esstischen andererseits aufgeteilt. Helles, grauweiß gebeiztes Holz dominiert, mit maritimen Dekoelementen ist man zum Glück geschmackvoll dezent umgegangen. Wer mag, kann auch an der geräumigen Getränketheke Platz nehmen – es muss ja nicht gleich mit der Flasche Champagner für 145 Euro enden.

An einem Dienstagabend gegen 19 Uhr ist das Restaurant so voll, dass wir nur noch ganz hinten in der Ecke ein Plätzchen finden. Macht aber nichts, von hier aus haben wir die Essensausgabe gut im Blick und können beobachten, mit welch beeindruckender Frequenz das Personal gefüllte Teller über den Tresen reicht. Das Serviceprinzip ist einfach und pfiffig: Oben über dem Tresen sind die Gerichte aufgelistet, unten in den Glasvitrinen ist eine große Auswahl kalter Speisen schon zu begutachten. Also aussuchen, bestellen – und nicht wundern, dass es statt eines Tellers zunächst etwas eher Tellerminenähnliches gibt. Dabei handelt es sich um eine Art Alarmscheibe, die durch Leuchten und Vibrieren davon kündet, dass die Bestellung abholbereit ist.

Durch Beobachtung klug geworden, bestellen wir einmal Rösti mit Krabben (9 Euro), einmal den Tapas-Teller (12 Euro) und nehmen dann ganz nonchalant die kleine schwarze Scheibe entgegen. Am Tresen bekommt mein Begleiter dann einen opulenten Teller mit Rösti und einem ganzen Berg köstlich frischer Nordseekrabben. Mein Tapas-Teller ist ein Best of der kalten „Gosch″-Küche, appetitlich angerichtet auf einem riesigen Glasteller und so üppig, dass danach kaum noch Raum für anderes ist. Die Palette reicht vom Algensalat über Curryscampi und Lachstatar bis hin zu Matjes.

Dazu passt wunderbar der fruchtig-leichte Chenin Blanc, den es hier für faire 4,50 Euro pro 0,2-Liter-Glas gibt. Mein Mittester hat keine Hemmungen, sein Mahl mit einer Cola zu krönen. Aber darüber rümpft man hier genauso wenig die Nase wie über Fleischfreunde, für die sogar ein Steak auf der Karte steht.

Beim zweiten Mal komme ich in Seniorinnenbegleitung zur Mittagszeit und muss erneut lange nach einem freien Tisch Ausschau halten. Offensichtlich sind nicht nur Stadtbummler und Hannover-Touristen, sondern auch zahlreiche Mittagspäusler aus den umliegenden Behörden und Büros auf einen maritimen Snack eingekehrt. Küche und Service sind dem Ansturm aber gewachsen, und schon bald haben wir unsere Folienkartoffeln (je 9,50 Euro)vor uns. Das Lachstatar, das ich als Beigabe gewählt habe, ist für meinen Geschmack ein wenig zu zwiebellastig und dadurch recht streng im Aroma. Und auf dem Teller meiner Begleiterin liegen gerade mal zwei Scheibchen Lachs – zwar ist ihr das genug, ich finde es aber fast ein bisschen knauserig.

Immerhin reicht der Appetit so noch für ein Dessert. Die Crème brûlée (5 Euro) scheint aber nicht zu den Spezialitäten von der Küste zu gehören: In einem Suppenteller bekommen wir eine Art warmen Vanillepudding mit dünner Zuckerkruste, der mehr Ähnlichkeit mit Milchsuppe als mit Crème hat. Aber sei’s drum, der Espresso (1,90 Euro) ist dafür umso besser und wird stilvoll mit einem Gläschen Wasser serviert. Von unserem Platz aus blicken wir auf eine Wand mit wellenförmigem Putz, die in wechselnden Farbtönen angeleuchtet wird. Als ein sanfter Rotton an der Reihe ist, wirkt das fast wie Sonnenuntergang am Strand. Spätestens jetzt sind wir reif für die Insel – im allerbesten Sinne ...

Preiskategorie: günstig

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