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Wie gut ist der Spanier "Cañon de Pao" in Linden?

HAZ-Kostprobe Wie gut ist der Spanier "Cañon de Pao" in Linden?

Das Cañon de Pao ist der älteste Spanier der Stadt. Dort erwartet die Gäste eine große Auswahl an Tapas, Hauptgerichten und Nachspeisen. Ob das Essen in dem Restaurant in Linden schmeckt, lesen Sie in der Kostprobe von Grit Hempelt.

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Inhaberin Evelyn Auerbach serviert im Cañon de Pao eine Tapasplatte. Das Restaurant ist der älteste Spanier in der Stadt.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. Ich solle doch mal den Spanier in Linden ausprobieren, an dem ich bisher immer vorbeigelaufen bin, sagt mein Kollege. Das mache ich gerne und bereue es fast, als ich zum ersten Besuch an einem Freitagabend durch die Tür trete, den Windfang dahinter zur Seite nehme und den kleinen Gastraum betrete. Dieser ist gut gefüllt – und die Luft ist zum Schneiden. Um es vorwegzunehmen: Der Sauerstoffmangel ist das Schlechteste am Cañon de Pao.

Aber was bedeutet dieser Name? Eine Angestellte klärt mich auf: Cañon de Pao ist eine Holzkanone. Was die mit dem Restaurant zu tun hat? Nichts! Dafür nehmen Inhaberin Evelyn Auerbach und ihr Team in Anspruch, das älteste spanische Gasthaus in Hannover zu sein, seit mehr als 30 Jahren ansässig. Das glaube ich mal, die Einrichtung sagt mir nichts anderes. Sie ist schlicht, etwas dunkel für meinen Geschmack. Eine Landesflagge, diverse Dekoartikel und viele alte Bilder zieren den Nichtrauchergastraum, der mit etwa 40 Plätzen sehr eng bestuhlt ist. Für Raucher gibt es einen Extrabereich.

Der älteste Spanier Hannover: Im Cañon de Pao gibt es eine große Auswahl an Tapas, Hauptgerichten und Nachspeisen. Da ist für jeden etwas dabei.

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Wir haben reserviert und nehmen am Tisch direkt unter der Tageskarte Platz. Die Kellnerin ist freundlich und kompetent. Sie bringt uns schnell die Karte, die sehr umfangreich Tapas, Suppen, Salate, Fisch, Fleisch, Nachspeisen und Kindergerichte aufführt. Ihren Tipp („Wo scharf dransteht, ist auch scharf drin“) beherzigen wir lieber – ich vertrage nichts Scharfes. Nachdem wir das obligatorische Weißbrot mit Aioli verzehrt und von der leckeren Sangria (0,5 l für 8,50 Euro) mit frischem Obst darin gekostet haben, beginnt der Tapas-Reigen. Mein Begleiter versucht sich an scharfen Caracoles (3,50 Euro). Die Schnecken kommen üppig in heißer Tomatensoße daher und lassen sich mit einer Rouladennadel und zwei Fingern nur schwer aus ihren Häusern zerren. Ein Halter für die glitschigen Dinger könnte das Verbrennen der Finger und die Sauerei auf dem Tisch verhindern. Von den Schnecken ist wegen der Schärfe der Soße leider nichts zu schmecken, zudem fehlt meinem Begleiter anschließend eine ganze Weile jeglicher Geschmackssinn.

Cañon de Pao

Charlottenstraße 64, 30449 Hannover (Linden)
Telefon: (05 11) 45  15 95

E-Mail: canon_de_pao@web.de

Geöffnet: Di. bis Sa. 18 bis 23 Uhr
Preiskategorie: moderat    

Mein Fazit:
Große Auswahl an Tapas, 
Hauptgerichten und 
Nachspeisen, da findet 
jeder was.     

Wesentlich empfehlenswerter sind die gebratenen Pfifferlinge (4 Euro), die sehr knusprig und gut gewürzt sind, sowie die kleinen Tintenfische nach Art des Hauses (Chipirones a la casa), also in pikanter Zwiebel-Paprika-Tomatensoße (8,50 Euro). Die drei Lachs-Spinat-Törtchen im Blätterteig (3 Euro) sind okay, die Patatas bravas (3 Euro) knusprig, die pikante Soße passt gut dazu. Optisch und geschmacklich die Krönung sind vier überbackene Jacobsmuscheln (10 Euro).

Alle Gerichte kommen sehr schnell, trotz vieler Gäste legt die Küche ein gutes Tempo hin. Und überzeugt beim Nachtisch: Der typisch spanische Flan (2,50 Euro), eine Art Pudding mit Karamellsoße, geschmeckt gut, das Spritzgebäck (Churros) mit jeder Menge heißer Schokoladensoße (3 Euro) ist zum Niederknien.

Beim zweiten Besuch an einem Mittwochabend kommen wir ohne Reservierung, finden dennoch einen Platz direkt neben der Theke in dem sich schnell füllenden Restaurant. Diesmal wollen wir die Paella probieren und stellen uns – wie in der Karte vermerkt – auf 30 bis 45 Minuten Wartezeit ein. Der sehr freundliche Kellner, der alle Gäste allein bedient, bringt uns derweil ein großes Glas Sangria (5 Euro), stilles Wasser in der 0,25-Liter-Flasche (1,80 Euro) sowie einen weißen Bio-Landwein La Mancha Blanca (0,25 l für 4,30 Euro), der gut zu Fisch passen soll. Er ist in der Tat sehr süffig, allerdings schon leer, ehe der Fisch kommt.

Die Tapas, mit denen wir die Wartezeit auf die Paella verkürzen wollten, kommen erst nach einer halbe Stunde. Die in Knoblauch eingelegten Oliven (2,50 Euro) und vier Krebskroketten (4,50 Euro) sind sehr gut, bei den vier Gambas in Kartoffelmantel (4 Euro) dominiert die Kartoffelnote. Nach mehr als einer Stunde kommen die beiden Hauptgerichte. Die Portion gegrillte kleine Tintenfische (12,50 Euro) ist reichlich und schmeckt auch mit viel Knoblauch, die Patatas sind etwas zu knusprig und deshalb kaum aufspießbar. Der zuvor gereichte Salat hätte gut schmecken können, wäre er nicht in einem mächtigen Dressing ertränkt worden. Da wäre weniger mehr.

Leider kann sich die Fisch-Paella (15 Euro) nicht in unserer Top-Ten-Liste platzieren. Zwar ist sie geschmacklich okay und mit je zwei Muscheln, Lachsstücken und Garnelen dekoriert, doch dann findet mein Begleiter nicht mehr viel Fisch darin, und der Reis knirscht bei jedem Bissen. Für den Preis könnte die Metallpfanne auch etwas größer sein. Die Kritik bringen wir beim Kellner an, der sehr souverän reagiert – und als kleine Wiedergutmachung den obligatorischen Abschiedstrunk, einen Kaffeelikör, in XXL-Ausführung bringt.

Ob ich wieder mal reinschaue? Für Tapas bestimmt.     

Von Grit Hempelt

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