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Im Gustimo hat der Gast die Qual der Wahl

Italienische Küche Im Gustimo hat der Gast die Qual der Wahl

Das italienische Restaurant in der Oststadt ist kein Ort für Entscheidungsmuffel. Aus sechs Nudelsorten, sieben Saucen, 17 Zutaten wählt der Gast sein eigenes Gericht zusammen. Getreu dem Prinzip „Fast casual“, weiß der Gast: „So isst man Pasta heute“.

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Es ist angerichtet: Mitarbeiter Michael Fischer mit einem Teller Penne mit Pesto und Rucola.

Quelle: Hagemann

List. Das Gustimo ist ein junges Restaurant, ein gutes Jahr erst alt, und wäre es ein Kind, dann würde man sagen: Seine Eltern sind ein sehr ungleiches Paar. Zwei Familien haben sich da zusammengetan, die eigentlich nicht miteinander verkehrten: die Fast-Food-Lokale und die klassischen Restaurants.

Das Gustimo sieht beiden ähnlich. Von den einen hat es die Schnelligkeit, die offene Küche, die langen Bänke und das Prinzip, dass sich jeder seinen Teller selbst von der Theke holen muss. Von den klassischen Restaurants hat es den höheren Anspruch, die edlere Einrichtung, dunkles Massivholz und SchwarzWeiß-Fotos an roten Wänden, das bessere Essen. Beim Preis bewegt es sich recht mittig zwischen beiden.

Gustimo ist ein Einzelkind, kein Teil einer Kette, aber doch Teil eines Trends. „Fast casual“ heißt diese Mode, was sich mit „schnell und zwanglos“ übersetzen lässt und der Idee folgt, dass „schnell“, „leicht“ und „gut“ keine Gegensätze bilden müssen. Stilprägend dafür ist das „Vapiano“, eine Pizza- und Pastaküche mit deutschlandweit mehreren Dutzend Filialen, das unübersehbar auch beim Gustimo Pate stand. „Vapiano“ liebäugelt seit Längerem schon mit einem Ableger in Hannover, sucht aber noch nach einem passenden Standort. Fürchten muss das Gustimo die Konkurrenz des großen Vorbilds allerdings nicht.

So einen Platz müssen die anderen ja auch erst mal finden: Gerade die Tische draußen, auf der Lister Meile, gehören zum Feinsten, wo sich in der Mittagspause oder beim Einkaufsbummel für Pasta und Salat einkehren lässt. Vor das Menü haben die Betreiber aber nun noch die Mühe gesetzt.

Es gilt das Prinzip Baukasten: Jeder darf – oder auch: muss – sich sein Mahl selbst basteln. Sechs Nudelsorten, sieben Saucen, 17 Zutaten: Du hast die Wahl. Ich gebe zu, dass ich dieses System eher anstrengend finde. Ich will vor dem Essen nicht so viele Fragen beantworten müssen und finde, dass das Kreieren von Gerichten eine schöne Aufgabe für einen Koch ist. Aber man kann das Ganze natürlich auch als Demokratisierung der Kulinarik feiern, als Prinzip Pasta 2.0.

Für Menschen wie mich hat das Gustimo stets eine Empfehlung parat, sozusagen einen fertigen Mittagstisch für Entscheidungsfaule. Bei unseren beiden Besuchen waren das grüner und weißer Spargel mit Pasta in einer Zitronenvinaigrette mit Kirschtomaten und Schnittlauch (6,90 Euro). Als Nudeln nahm ich die breiten, welligen Riccia und ergänzten das Ganze um gebratene Gambas (2,90 Euro): ein wunderbares Sommergericht mit fruchtiger Note, der Spargel hat noch genau den richtigen Biss.

Der Clou hier ist die Pasta selbst: Das Gustimo verwendet getrocknete Nudeln aus einer italienischen Manufaktur, eine dickere, rauere Variante – eine gute Alternative auch zur frischen Pasta. Von den Soßen haben wir drei getestet: Sehr gut gefielen uns die milde, leicht süßliche Currysoße und die erstaunlich nuancierte und nicht zu schwere Käsesahnevariante. Eher enttäuscht hat uns hingegen das Steinpilzpesto, das uns schlicht zu wenig steinpilzig war.

Am Ende landeten wir dann also bei Tagliatelle mit Currysoße und Mozzarella (man hat hier eben auch das Recht, das eigentlich Unkombinierbare zu kombinieren) für 6,40 Euro, Spaghetti mit Käsesahnesoße und gebratener Hähnchenbrust (6,70 Euro) und Tagliatelle mit Steinpilzpesto, Champignons und Parmaschinken (der Schinken hat’s gerettet) für 7,60 Euro.

Den Salat haben wir in Zeiten von EHEC sicherheitshalber verschmäht. Bei den Vorspeisen war das Brot von Gaues mit Tomatentartar (2,10 Euro) tadellos. Wunderbar aromatisches Olivenöl rundete die Parmaschinkenröllchen mit einer Füllung aus Rucola, Schafskäse und Parmesan ab (3,80 Euro). Bei den Desserts hatten wir dann hingegen nicht so viel Glück: Tiramisu war an den beiden Tagen unserer Besuche ausverkauft. Der angebotene Ersatz, ein Erdbeer-Tiramisu mit Schokokuchenbröckchen (2,90 Euro), war zu kalt, Gleiches galt für den obendrein zu trockenen Schoko-Cupcake.

Bei den Desserts kann das Gustimo durchaus noch ein wenig wachsen. Bei den Nudeln hat es sein Prinzip schon fast zur Perfektion gebracht. Man kann hier nämlich fast kombinieren, was man möchte – zusammen, am Ende, wird’s dann schon schmecken. Das ist die hohe Schule der Nudel 2.0.

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