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India Curry Haus

Indische Küche India Curry Haus

Indische Küche im „India Curry Haus“ in Hannover - Wülfel. Hier bekommt der Gast Indisches für Neugierige, die für ihre Tapferkeit belohnt werden.

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Afzal Hickmann serviert indische Gerichte.

Quelle: Uwe Dillenberg

Manchmal muss man eben an die Grenzen gehen. In diesem Falle erstens an die Geschmacksgrenze zwischen scharf und sehr scharf und zweitens an die Stadtgrenze von Laatzen und Hannover. Dort liegt das vor Kurzem eröffnete „India Curry Haus“. Wenn das Ortsschild exakt platziert wurde, woran in dieser peniblen Stadt niemand zweifelt, dann liegt zwar der größere Teil des Anwesens auf Laatzener Gebiet, das Ganze gehört aber (wegen des nördlich gelegenen Hauseingangs?) zur Landeshauptstadt.

Das „India Curry Haus“ hält, was sein Name verspricht. Also viel Currys (was zunächst mal nur Eintopfgericht mit einer Sauce bedeutet). Und für das India sorgen folkloristische Bilder an den Wänden und ein paar Figuren auf dem Fensterbrett. Nicht zu vergessen der Patron Afzal Hickmann, der gelassen, souverän und selbstbewusst ist. Er steht mit Rat zur Verfügung, empfiehlt etwa als gemeinsame Vorspeise die gemischten Pakora: sechs Teigtaschen aus Kichererbsenmehl mit unterschiedlicher Füllung (6,90 Euro), die aber ein bisschen trocken ausfallen.

Wir wagen uns an Lamm Moghlai (14,50 Euro), dessen Fleischanteil unterschiedlich zart ausfällt. Was auch für Gosht Madras (13,50 Euro) gilt, also das Rindfleisch. In der Vindaloo-Version, sagt der Chef, falle es schärfer aus. Er fragt bei jeder Bestellung fürsorglich, wie scharf es denn sein solle. Unser Rat auch an Kampferprobte, die – wie wir – viel mit Chilischärfe kochen: Überschätzen Sie sich nicht. Mittelscharf ist hier reichlich scharf. Wir mussten gelegentlich schlucken oder zumindest schwitzen. Also lieber einen Gang zurückschalten, auf Wunsch wird hausgemachte Chilisauce nachgereicht. Wobei für die Schärfe hier auch andere Gewürze zuständig sind – und nicht zuletzt der frische Ingwer, der (gottlob) eigentlich bei keinem Gericht fehlt.

Bemerkenswert dabei ist, dass die sämigen Saucen nicht einfach nur scharf sind, sondern durchaus raffiniert abgeschmeckt – wenn sich die Geschmackspapillen auf der Zunge erst einmal eingewöhnt haben. Notfalls hilft ein Bissen des köstlichen Fladenbrots Lahsooni Naan (2,90 Euro) weiter, das mit einer feinwürzigen Minzsauce gereicht wird. Der zum Hauptgericht gehörende Reis puffert die Schärfe nicht ganz so effektiv ab.

Wer da löschen will, findet auch indisches Bier auf der Karte (die Flasche für 3,50 Euro), wer’s bodenständiger mag, für den gibt es Beck’s (0,4 l Pils für 2,90 Euro). Die Weinkarte ist übersichtlich, bietet aber durchaus Erfreuliches, etwa einen fruchtig-frischen Bianco di Custoza von Zeni (20 Euro). Aber wer zu diesen Currys Wein trinkt, sollte ordentlich Wasser dazu bestellen.

Beim zweiten Besuch starte ich mit der gebundenen Hühnersuppe Murghi ka shorba (4,50 Euro), die nicht so gallertartig ist wie die chinesischen Hühnersuppen, die man bei den hiesigen Chinesen bekommt. Die Fleischeinlage ist reichlich, die Suppe ist scharf, aber subtil gewürzt – wie überhaupt die Schärfe hier nicht alles plattwalzt, obschon sie die Macht hätte. Denn extrascharf sollte hier wirklich nur versuchen, wer Mutproben sucht. Die Wartezeit auf die Hauptgerichte vertreiben wir uns mit hauchdünnen Papadam aus Linsenmehl (je 1,50 Euro) mit köstlicher Minzsauce.

Diesmal erinnern wir uns daran, dass der Subkontinent Indien von viel Wasser umspült ist, auch wenn das Rotbarschfilet für das Machli Bhuna mit knackigem Ingwer, Tomaten und vielen Gewürzen (14,50) wohl nicht aus dem Indischen Ozean stammt. Die sechs großen Garnelen für das Jingha masala (16,90 Euro) sind knackig und frisch, die Sauce wieder kess abgeschmeckt.

Aber die Geschmacksnerven werden zum Abschluss vom gemischten Dessert vom Büfett (4,90 Euro) wieder geglättet – was man aus Karotten und Nuss und Honig alles machen kann. Das ist gut und süß, aber weniger pappig-süß als die Sweeties bei vielen türkischen Lokalen. Wer es noch subtiler süß mag, sollte den Old Monk (3,50 Euro) versuchen: einen Rum, der Ruhm verdient.

Hinweis für Gehbehinderte: Sechs Stufen führen zum Lokal
Preiskategorie: günstig

Das „India Curry Haus“ im Branchenführer

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