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KostProbe im „Al-Dar“
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Auf Entdeckungstour durchs „Haus“ KostProbe im „Al-Dar“

Wir machen den Härtetest: Mit vier Mädchen im Alter von drei bis neun Jahren und einem zehnjährigen Jungen, alle - wie sagt man so schön - sehr aufgeweckt, besuchen wir das „Al-Dar“ in der Königstraße, und das am Abend, wenn bei Kindern der Akku schon fast leer ist.

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Kleinigkeiten
von der
Vorspeisenkarte – Geschäftsführer Bob Askourih tischt auf.

Hagemann

Quelle: Insa Cathérine Hagemann

Hannover. Doch das Interieur des syrischen Restaurants hält die Lebensgeister wach. Überall Kristalle, bunte Mosaike, Glitzer. So oder ähnlich muss es in den Märchen aus Tausendundeiner Nacht aussehen, da sind sich zumindest die Mädchen einig.

Eine Kinderkarte gibt es nicht, auch keine Pommes, dafür einen ausgesprochen netten Kellner, der gleich einen Vorschlag parat hat. Er empfiehlt eine Portion „Syrische Pommes“ (knusprig gebratene Kartoffelscheiben) mit leicht gewürztem Hähnchenfleisch (5 Euro). Dabei überzeugt er sogar das Mädchen, das vorher laut kundgetan hat, dass es keine Pommes mag. Der Zehnjährige will kein Kinderessen und bestellt Kleinigkeiten von der Vorspeisenkarte, schon allein deshalb, weil ihm der Name Mazza für Vorspeise so gut gefällt: Batata Hara (6 Euro), Kartoffelscheiben mit Knoblauch, Koriander und Petersilie in Olivenöl gebraten, dazu Muhammara (6 Euro), ein Mus von Walnüssen und Paprika, sowie Humus Lahme (7,50 Euro), Lammfleischwürfel mit Pinienkernen.

So mutig, wie er beim Bestellen ist, so zögerlich gibt er sich beim Essen. Kartoffeln und Lammfleisch schmecken ihm, das Fladenbrot geht auch noch, nur das Mus trifft dann doch nicht sein junges Geschmacksempfinden. Sobald die Kinder ihre Auswahl getroffen haben, flitzen sie zur Theke, um nach Papier und Stift zu fragen. Ich bestelle unterdessen Lahm Meschwi (17,50 Euro), gegrillte und mit syrischen Gewürzen marinierte Lammkeule an Safran-Tomaten-Soße. Das Fleisch ist zart und bekommt durch die Marinade einen ungewohnten, aber sehr angenehmen Geschmack.

Unsere beiden Begleiter, zu ihnen gehören drei der vier Mädchen, wagen sich auf eine Reise durch Syrien, die ab zwei Personen buchbar ist. Diese Reise (pro Person 33 Euro) gibt es auch für Vegetarier. Die Vorspeisenplatte ist üppig, zu den vielen kleinen Schalen mit Olivensalat, Falafel, Lamm, Rote-Bete-Salat, Kichererbsen und verschiedenen Pasten wird warmes Brot gereicht. Alle dürfen probieren, nur die Kinder wollen nicht. Als Hauptgericht wird eine Grillplatte aufgetischt - neben der Lammkeule und gegrilltem Hähnchenbrustfilet gibt es auch Kafta, einen kräftig gewürzten Hackfleisch-Kebab. Meine beiden Begleiter sind mit ihrer Reise hochzufrieden und beenden sie mit einer Auswahl gebackener syrischer Süßigkeiten. Hier greifen die Kinder wieder gerne zu und machen eine neue Geschmackserfahrung: zu süße Süßigkeiten.

Während wir Erwachsenen uns zum Essen eine Flasche Les Gourmets Rouge (22 Euro), einen üppigen Rotwein mit Zimtnote aus dem Libanon, genehmigen, machen die Kinder ihre ganz eigene Reise durch „Das Haus“, wie das „Al-Dar“ übersetzt heißt. Es gibt viel zu entdecken. Den Mädchen haben es besonders die Toiletten angetan. Wir Erwachsenen müssen immer wieder unsere Mobiltelefone hergeben, damit sie die Mosaike in den Waschräumen fotografieren können, um sie dann am Tisch nachzumalen. In ihrem Eifer sind sie schnell unterwegs - teilweise zu schnell. Manch einem Kellner kommen sie in die Quere. Doch das Erstaunliche: Alle bleiben freundlich und ruhig, und wenn die Horde zu weit geht, reden die Kellner freundlich, auf Augenhöhe, aber bestimmt mit den Kindern - nicht mit uns als Eltern. Das funktioniert. Und gibt uns ein gutes Gefühl, dass man hier auch mit Kindern willkommen ist.

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