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Danke für die Tunke

KostProbe im "The Harp" Danke für die Tunke

Der Bierexperte hatte uns den Rat gegeben, diese Kneipe aufzusuchen. Aber nicht wegen des Bieres sollten wir uns auf den Weg ins The Harp nach Linden machen, nein, wegen der wunderbaren Hamburger, die sie dort machen würden, sei der Laden so zu empfehlen.

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Groß aus der Küche: Florian Stürmer, 33, bringt ein Guinness sowie ein Rinderhüftsteak mit Salat und gebratenen Waldpilzen.

Quelle: Eberstein

Und natürlich auch wegen des Bieres. Beziehungsweise: der Biere. Das Harp böte eine erstaunlich reiche Auswahl hochinteressanter Biere, nicht nur Guinness und Kilkenny, sagte der Bierexperte. Und natürlich die Hamburger, die sollte man wirklich mal probieren. Soweit der Bierkenner. Das erste Mal waren wir an einem Montag dort. Montag, dachten wir, sei nicht so der Biertrinkertag, da dürfte es wohl möglich sein, schnell einen Sitzplatz am Tisch zu bekommen. Und so war es dann auch.

Zwar nicht mehr ganz so irisch wie früher, aber doch mit großer Whiskyauswahl: „The Harp“ am Schwarzen Bären.

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#Wir nehmen am Rundtisch in der Ecke vor dem Fenster Platz. Genau vor dem Fenster leuchtet der Hochbahnsteig der Straßenbahn in der Abendsonne – eine Bühne für interessante Selbstdarsteller. Mädchen mit zerrissenen Leggings stehen hier herum, Anzugträger blicken suchend die Gleise entlang, ein sonnengegerbter Lebenskünstler mit erstaunlich langen weißen Haaren, die aber nur spärlich an der Außenseite seines Kopfes wachsen, lacht über irgendetwas. Stundenlang könnte man den Lindenern hier beim Warten zuschauen.

Aber da kommt schon die freundliche Bedienung. Wir bestellen den Hamburger gleich doppelt: als Originalhamburger mit Pommes frites und in der vegetarischen Version, ohne Pommes – also doppelt so gesund.

Infos

Schwarzer Bär 1
30449 Hannover
Telefon: (0 15 12) 5 26 38 82
www.facebook.com/
harpbusiness

Geöffnet: Montag,
Mittwoch, Donnerstag,
Sonntag 18 bis 1 Uhr, Freitag und Sonnabend 18 bis 3 Uhr.

Preiskategorie:
günstig

Die freundliche Servicekraft (Hipsterbrille, weiträumig tätowierter Unterarm) ist sehr aufmerksam. Ihr entgeht nicht, dass wir Neulinge im Harp sind. Also klärt uns die Dame auf. „Früher war das mal sehr irisch hier. Ist jetzt aber nicht mehr so.“ Mit den neuen Besitzern habe sich das vor etwa einem Jahr geändert. Da sei aus The Irish Harp einfach nur The Harp geworden. Und die Küche? „Die geht jetzt so mehr Richtung England“, sagt die junge Frau, bevor sie sich anschickt, Richtung Küche und Theke zu gehen.

Mit eiskalten Getränken kehrt sie zurück: für mich ein Newcastle Brown Ale vom Fass im Originalglas. Meine Begleitung hat sich für Cider entschieden. Interessanterweise kann man dabei auch Äpfel mit Birnen vermischen: Bulmers Pear – gebracht in der 0,568-Liter-Flasche – schmeckt nach beiderlei Obst: frisch, fruchtig, ein bisschen samtig, insgesamt recht nett, aber wohl doch nichts für jeden Montag.

Gegenüber, am Tisch vor dem andern Fenster, haben sich offenbar einige Whiskyexperten zum Tasting verabredet. Lauter Männer. Sie sind jung, einige tragen kurze Hosen und Sandalen. Tiefernst blicken sie ins Probierglas, schnuppern, nehmen ein Schlückchen, schauen ausdruckslos in den Raum, senken wieder die Nase ins Glas, gucken noch mal, trinken. Es scheint eine komplizierte Angelegenheit zu sein. Erstaunlich, was manche Männer an einem Montagabend treiben.

Und da kommen schon die Hamburger. Zwei Scheiben Focaccia umschließen den Hackfleischbratling. So wird die amerikanisch-britische Küche noch um eine italienische Komponente bereichert. Die flachen und lockeren Hefeteigscheiben passen recht gut als Unterlage und Deckel für das Hackfleisch. Das ist angenehm weich und raffiniert gewürzt, der Ketchup dazu („Flo’s Tunke“ sagt die Speisekarte) wird im separaten Näpfchen serviert. Das ist gut, denn so wird die Focaccia nicht so schnell matschig. Und wer immer auch Flo sein mag: Das hat er gut gemacht. Danke für die Tunke. Die Pommes frites allerdings sind ein Reinfall. Sie werden in Mini-Frittiersieben gereicht – die in unserem Fall allerdings nicht mit Papier ausgekleidet sind. Die Drahtkisten stören zwar mächtig auf dem Teller, bieten aber die Chance, die aufrecht darin stehenden Kartoffelstäbchen von allen Seiten zu betrachten. Sie haben die Farbe von geöltem Buchenparkett und das Aussehen von etwas, das man auch am Waldboden hätte finden können. Mit gutem Willen könnte man sagen: schön kross. Mit ein bisschen medizinischem Sachverstand aber müsste man sagen: Finger weg. Da steckt viel böses Cholesterin drin! Und – bei dem Bräunungsgrad – wohl auch reichlich Acrylamid. Geschmacklich sind sie auch nicht der Hit. Also lieber ohne. Wie beim Veggieburger meiner Begleiterin. Der ist gut gewürzt, recht fluffig und so sättigend, dass es ohne Pommes frites geht. Supersättigend war auch das Sandwich mit Hähnchenbrust, dessen beide Weißbrothälften nicht im Backofen sanft erwärmt, sondern in der Pfanne gebraten wurden. In Öl. In sehr viel Öl. Darauf ein Ale.

Im Lauf des Abends wurden die Whiskytaster vom Nachbartisch immer ausgelassener. So musste der Herr, der plötzlich mitten im Raum stand, erst mal um Ruhe in der Whiskyrunde bitten. Dann stellte er Fragen. Aha: ein Table-Quiz. Und wir sind mittendrin. Und natürlich auch dabei. Der Mann will wissen, was eine „Waschflotte“ ist. Keine Ahnung ¹ . Aber was wir wissen, ist dies: Der Bier­experte hatte recht – das Bier hier ist wirklich gut.

Mein Fazit: Gute Bierauswahl, gute Hamburger. Voll fett, der Laden!

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¹ Das mit der „Waschflotte“ wurde auch noch geklärt. Dabei handelt es sich nicht um eine maritime Reinigungseinheit, sondern um die Flüssigkeitsmenge, die während eines Waschgangs in der Maschine gebraucht wird.

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