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So schmeckt es im 6 Sinne mit himmlischer Aussicht

Kostprobe So schmeckt es im 6 Sinne mit himmlischer Aussicht

HAZ-Feinschmecker Hannes Finkbeiner hat sich hoch hinaus gewagt und ist in das 6 Sinne Skybar & Restaurant eingekehrt. Dort hat es ihm mit einigen Abstrichen gut gefallen. Denn was die Küche stellenweise nicht schafft, gleichen Service und das nette Ambiente aus.

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Kostprobe bei 6 Sinne Skybar & Restaraunt.

Quelle: Villegas

Hannover. Zum Gesamtpaket später, erst ein Blick auf die Teller, denn die Karotten-Ingwer-Suppe (6,50 Euro) schmeckt wirklich klasse, auch wenn das zugegebenermaßen keine sonderlich ausgefallene Kombination mehr ist. Wird landauf, landab ja gerne angeboten.

Es passt schließlich auch gut zusammen, die süßlich-dumpfe (je nach Züchtung und Sorte auch erdige) Note der Möhre im Verbund mit fruchtig-scharfem Ingwer, das passt. Im 6 Sinne dominiert der Ingwer sogar das Geschmacksbild, aber im positiven Sinne: Die intensive Schärfe scheint dem Eigengeschmack der Möhre sogar regelrecht den Teppich auszurollen. Toll gemacht!

Kostprobe beim 6 Sinne Skybar & Restaurant in der Heiligerstraße. 

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So könnte es gerne weitergehen! Beim folgenden Salat Landlust mit jungem Spinat, Sesamöl, Sesampaste und Gambas (12,90 Euro) steigt uns allerdings schon vor der Kostprobe eine sehr strenge Note nach Sesamöl in die Nase. Da hat es der Koch mit der Zutat wahrscheinlich etwas gut gemeint. Und wirklich: Der intensive Geschmack des Öls kleistert unseren Gaumen aus und lässt den im Grunde gut gegarten Krustentieren und dem knackigen Spinat kaum Raum zur Entfaltung. Wir schmecken Sesamöl, bei jedem Bissen. Die paar halbierten Kirschtomaten sind sehr säuerlich, die Croutons wirken wie Fertigware. Als Topping dienen viele getrocknete Cranberries.

Sensationelles Brot!

Dass die Küche mit Sesamöl umzugehen weiß, das zeigt der Flammkuchen Blütenzauber (14,50 Euro) mit Crème Fraîche, Mozzarella, Tomaten, Avocado, Ingwer, Kresse, Poulardenbrust und Sesamöl. Die Kombination aus Geflügel, Avocado und Sesam ist ja auch oft zu finden und funktioniert auch hier sehr gut, nicht zuletzt, da das Sesamöl den anderen Zutaten hier nicht den Rang streitig macht. Hervorragend ist auch der hauchdünne, knusprige Teigboden. Die Kresse gibt dem ganzen Pfiff. Leider haben die überreifen Avocado-Scheiben allesamt braun-schwarze Flecken – diese Ware gehört in dieser Form auf keinen Teller.

Sehr gut in Qualität und obendrein schön arrangiert ist das Lachs-Carpaccio mit Octopus, Kresse und Zitronenöl (13,50 Euro), das mit Gewürzen und Aromaten wunderbar ausbalanciert wurde, es ist eine Freude, vor allem mit dem sensationellen Brot, das dazu gereicht wird. Garniert wurde das Gericht zusätzlich mit Rucola – und Cranberries. Letztere finden wir auch in den etwas zu weich gegarten Nudeln mit Tomatensoße, die übrigens mit Curry abgeschmeckt wurden.

Großartig schmeckt uns der Caesar Salat (12,50 Euro), vor allem das Dressing ist gut gelungen. Die Salate sind knackig, die Poulardenbrust (die für uns wie eine Hühnerbrust wirkt) ist ordentlich gegrillt. Gekrönt wird die Kreation allerdings von: Cranberries. Ja. Was soll man zu diesem fast schon inflationären Einsatz sagen? Das ist jetzt übrigens alles andere als die berühmte Erbsenzählerei: Die säuerlichen Beeren sind schließlich kein dekoratives Petersilienblättchen, das keine große Bedeutung hat, sondern in dieser Menge eine geschmacksgebende Zutat. Bis auf den Caesar Salat haben die Beeren aber keinerlei Mehrwert ins Essen gebracht.

Service ist spitzenmäßig!

Zum Abschluss verkosten wir noch das Lammfilet (24,90 Euro), das (nach kurzem Grillen) mit Kartoffeln, Paprika, Zucchini, Tomaten sowie Kräutern in Alufolie eingeschlagen und gegart wurde. Enttäuschend ist leider das Gemüse, das teilweise noch fast roh ist, aber vor allem auch geschmacklich nicht überzeugen kann. So schmeckt durchschnittliche Großhandelsware. Was wirklich schade ist, denn das Lammfleisch ist wiederum bemerkenswert gut – ach Quatsch, das Fleisch ist so zart, so saftig und aromatisch, dass wir regelrecht schwelgen! Die grob zerstoßenen Pfefferkörner bringen zwar eine extrem scharf-herbe Note ein, werden aber durch die milde und ganz vorzügliche Tsatsiki prima in Schach gehalten. Ein echter Genuss!

Eindeutiger fällt unser Resümee in puncto Service aus, kurz gesagt: Spitzenmäßig! Bei unserer Ankunft grüßt ein Koch aus dem offenen Küchenbereich, der Barkeeper nickt uns höflich zu und alle Servicekräfte stehen uns immer lächelnd und beratend zur Seite. Hinzu kommt das nette Ambiente (sieht man einmal von den vielen rissigen Sessellehnen ab), der ganz nette Ausblick vom sechsten Stockwerk des Gebäudes und die schöne Außenterrasse – von der exorbitanten Auswahl an Spirituosen und den zahlreichen klassischen Cocktails ganz zu schweigen! Wer also nur auf einen Drink herkommt, hat sicher eine gute Zeit.

Fazit

Was die Küche stellenweise nicht schafft, gleichen der tolle 
Service und das nette Ambiente aus: 
Das Gesamtpaket stimmt.
Gesamtnote: 7/10
(Ambiente: 8, Service: 8, Küche: 6)

6 Sinne – Skybar & Restaurant  
 Heiligerstr. 15 
30159 Hannover
Telefon: 05 11/47 38 80 38  

Mail:  info@6sinne-hannover.de 
Internet: www.6sinne-hannover.de
Öffnungszeiten:
So. bis Do. 11 bis 1 Uhr,
Fr. und Sa. 11 bis 3 Uhr 

Von Hannes Finkbeiner

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