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So schmeckt es im Piazza Italiana in Kirchhorst

Kostprobe im Piazza Italiana So schmeckt es im Piazza Italiana in Kirchhorst

Das Restaurant Piazza Italiana liegt im Kirchhorster Gewerbegebiet. Das Ambiente ist gewöhnungsbedürftig – aber es lohnt trotzdem, dort einmal einzukehren.

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Frische Lebensmittel ohne Chi-Chi in Szene gesetzt: Das Piazza Italiana setzt auf rustikalen Charme.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Ist es nur der Blickwinkel? Botticellis Venus scheint über die Jahre nämlich etwas mollig geworden. Entweder das, oder ein Grafiker hat leichtfertig mit der Skalierung gespielt, um das Gemälde dem Bereich über dem Ein- und Ausgang anzupassen. Hat ja funktioniert, jetzt hat die Gute eben etwas mehr Speck auf den Hüften. Was soll’s. Von einer schönen Frau kann es ja bekanntlich nicht genug geben. Wo wir sind? Im Gewerbegebiet Kirchhorst. In einem Hallenbau, der sich Piazza Italiana nennt.

Das Restaurant Piazza Italiana liegt im Kirchhorster Gewerbegebiet. Das Ambiente ist gewöhnungsbedürftig – aber es lohnt trotzdem, dort einmal einzukehren.

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Zur linken Hand ziehen sich die Regale bis zur Decke, es gibt italienische Basiswaren: Pasta, Wein, Öl, Käse und Schinken. Ein kleiner Großmarkt. Zur rechten Hand liegt der gastronomische Bereich, überspannt mit Michelangelos Deckenfresko der Sixtinischen Kapelle. An der Grenze zum Marktbereich wacht eine geköpfte, monumentale Engelsfigur, und ganz oben, bei den Oberlichtern, steht eine Marienstatue auf einem Sims, als ob sie dieser Völlerei nur aus der Ferne beizuwohnen gedenkt.

Hier ist alles in Bewegung

Zugegeben, das klingt alles ein wenig eigenartig, aber das Ambiente ist bekanntlich etwas anderes als das Flair. Und über Letzteres muss in diesem Zusammenhang auch ein Wort gesprochen werden. Italienische Klänge rieseln aus Lautsprechern auf uns herab. Die Tische sind fast vollends besetzt, an der Bar lehnen zwei Männer und trinken Espresso, es wird laut gelacht und geplappert. Überhaupt ist hier alles in Bewegung: hinter der Bar, in der offenen Küche, im Marktbereich - herrlich quirlig und lebendig.

Piazza Italiana

Piazza Italiana
Tischlerstraße 12
30916 Isernhagen

Telefon (05136) 9720333

Geöffnet: montags bis mittwochs und freitags 9 bis 18 Uhr,
donnerstags 9 bis 21 Uhr,
sonnabends 9 bis 16 Uhr

Speisekarten bekommen wir nicht, Kreidetafeln am Küchenpass informieren über das Tagesangebot. Bestellt wird dann anschließend an der Bar, die Getränke nehmen wir selbst mit zum Tisch. Besteck, Brot oder Servietten stehen an einem kleinen Büfett bereit. Viele Gäste besorgen sich auch einfach nur einen Teller mit Aufschnitt aus dem Marktbereich und trinken dazu ein Glas Wein oder einen Milchkaffee. Nichts also mit Dolcefarniente, dem süßen Nichtstun, hier muss was für’s Essen getan werden.

Und dann sitzen wir endlich, die Ellenbogen auf dem Tisch, vor uns zwei ordentliche Gläser Wein (je 2,80 Euro) und ein großer Teller mit Antipasti. Gut schmecken uns der Kartoffelsalat mit Oliven und Bohnen, das gegrillte mediterrane Gemüse, die süßen, eingekochten Zwiebeln oder die Quiche mit Bohnen. Unser Fazit fällt aber - nicht zuletzt wegen der verhältnismäßig vielen Fertigware (Tomaten, Artischocken, Oliven, Perlzwiebeln) - noch etwas verhalten aus. Das ist anderswo auch zu bekommen.

Aus der Reserve werden wir bei den ersten beiden Nudelgerichten gelockt, die wir ganz klassisch zur Vorspeise verkosten: Die rustikalen Spaghetti Carbonara (7,90 Euro) wurden einwandfrei zubereitet, mit Eiern, Speck, Hartkäse und - Gott behüte! - natürlich ohne Sahne. Die deftigen Komponenten der Krebs-Ravioli mit Lauch-Hummer-Soße und Gambas (16,90 Euro) wurden hervorragend aufeinander abgestimmt, das saftig-süße Garnelenfleisch ist so zart, dass wir es am Gaumen zerdrücken können.

Es duftet nach Meer

Die Miesmuscheln in Weißwein (10,90 Euro) sind von ordentlicher Qualität. Sie duften dezent nach Meer und sind frei von jedem muffigen, gar brackigen Ton, hätten aber etwas heißer serviert werden müssen. Spannender ist hierbei aber Folgendes: Angesetzt wurden die Schalentiere mit süßlichen Karotten, angerösteten Zwiebeln und Knoblauch, weswegen sich ein wenig dunkler Bratensatz in der Soße wiederfindet - eine Röstnote, die wunderbar mit dem würzigen Muschelaroma harmoniert.

Toll gelungen ist auch die ganze Dorade (15,90 Euro), die mit Petersilie und Zitrone gegrillt wurde, und getoppt von einem herzhaften Rucola-Tomate-Zwiebel-Mix an den Tisch kommt. Das ist nun wirklich rustikale Italienküche von ihrer schönsten Seite: Tolle, frische Lebensmittel ohne Chi-Chi in Szene gesetzt - obwohl das kleine, ovale Tellerchen, auf dem der Fisch serviert wird, recht unpraktisch ist. An so einem Gericht muss ja zwangsläufig gearbeitet werden, da braucht es Platz, und es macht wenig Sinn, wenn die Flossen über den Tellerrand baumeln.

Gehaltvolle Pizzas

Pizza gibt es übrigens auch. Wir probieren zwei Varianten, einmal mit Rucola und Parmaschinken (9,50 Euro) und einmal mit Salsiccia und Spinat (11,50 Euro). Der Teigboden ist für unseren Geschmack allerdings etwas zu dick und nicht knusprig genug, was auch am beherzten Einsatz von Käse liegt, der den Boden etwas aufweicht.

Geschmacklich sind die Pizzas jedoch absolut in Ordnung. Und gehaltvoll, sodass wir Göttin Venus zum Abschluss verständnisvoll zuprosten - wir bringen morgen früh auch etwas mehr auf die Waage.

Fazit

Gute, rustikale Italienküche in ausgefallenem Großmarkthallen-Flair – und wer Lust hat, kann sich auch gleich mit Pasta, Öl und Wein eindecken (Ambiente: 7, Service: 6, Essen: 7, gesamt: 7/10 ).

Von Hannes Finkbeiner

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