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(Straßen-)Namen sind Schall und Rauch

Kostprobe im 5th Avenue (Straßen-)Namen sind Schall und Rauch

Die 5th Avenue in Manhattan gilt nicht nur als die bekannteste, sondern auch als die teuerste Straße der Welt. So weckt das Restaurant 5th Avenue im Sheraton Hannover Pelikan Hotel allein wegen des Namens gewisse Erwartungen.  Eine Restaurantkritik von Meike Hakemeyer.

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Restaurantleiter Bastian Strobel – hier mit Ann-Cathrin Bertram – hat gerade das Küchenteam im Sheraton-Restaurant komplett ausgetauscht.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Die 5th Avenue in Manhattan gilt nicht nur als die bekannteste, sondern auch als die teuerste Straße der Welt. So weckt das Restaurant 5th Avenue im Sheraton Hannover Pelikan Hotel allein wegen des Namens gewisse Erwartungen. Zumal das Designhotel selbst mit vier Sternen plus Superior-Auszeichnung als Unterkunft für gehobene Ansprüche rangiert. Deshalb betreten wir mit großer Vorfreude auf „kulinarische Highlights“, wie sie auf der Internetseite des Restaurants versprochen werden, die Räume im Souterrain der ehemaligen Füllerfabrik in Hannovers Pelikanviertel.

Das Restaurant 5th Avenue im Sheraton Hannover Pelikan Hotel weckt Erwartungen: Zumal das Designhotel selbst mit vier Sternen plus Superior-Auszeichnung als Unterkunft für gehobene Ansprüche rangiert. 

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Bodentiefe Fenster, hohe Decken und schmale, türkisfarbene Sessel unterstreichen das Loft-Ambiente. So ist der erste Eindruck durchweg positiv. Dass wir die einzigen Gäste sind, schieben wir zunächst auf den Montagabend Mitte November. Leider ist es furchtbar kalt, sodass wir wenig später mit eiskalten Händen und Füßen auf unser Essen warten. Dem eher nüchternen Gruß aus der Küche in Form von Tafelspitzröllchen mit Balsamico folgen Brot und Pistazienbutter, kunstvoll drapiert auf modernem Porzellan. Doch was nützt das gute Aussehen, wenn die Butter so stark gekühlt daherkommt, dass sie ihr wahres Aroma erst zum Ende des Hauptganges entfalten kann?

Mein Vier-Gänge-Menü (49 Euro) startet mit Carpaccio, Ziegenkäse und Rucola als Vorspeise, die wenig beeindruckt. Das Carpaccio ist fad, der Ziegenkäse schmeckt würzig. Meine Begleiterin beginnt mit einem Caesar’s Salad, der als Vorspeise (11,50 Euro) so üppig ausfällt, dass die Hälfte zurückbleibt. Geschmacklich war der Salat gut, allerdings hätte es mehr Parmesan sein können, sagt meine Begleiterin. Mit dem Hinweis „Vorsicht, der Teller ist sehr heiß!“ serviert mir die sehr aufmerksame Bedienung meinen zweiten Gang, eine Kürbissuppe mit Ingwer und Kürbiskernen. Der Teller ist tatsächlich heiß, die Suppe aber leider eher lau. Die sonst übliche Sämigkeit einer Kürbissuppe fehlt gänzlich, ebenso wie der Ingwergeschmack.

Mit einem Flank Steak, das mit Parmesanspinat serviert wird, erhalte ich den Lichtblick des Abends. Das Steak ist auf den Punkt, der Spinat würzig und lecker. Die dazu aufgetragenen Steak­house Fries passen für meinen Geschmack aber schlicht nicht zu der Kombination und gehen fast unberührt zurück. Meine Begleiterin hat mit ihrem Strip Steak (32,50 Euro) weniger Glück. Statt medium kommt es fast blutig aus der Küche. Das Antipasti-Gemüse dazu bezeichnet sie als „unspektakulär und wenig gewürzt“, die Kartoffelwedges sind in Ordnung. Bei meiner Nachtischvariation aus Pistazieneis, Wan Tan und Zabaione ist das Eis eine besondere Erwähnung wert. Dass die kleinen Espressotassen zum Abschluss mit großen Teelöffeln serviert werden, die von der Untertasse rutschen, passt zum insgesamt wenig gelungenen Abend. Enttäuscht, durchgefroren und mit 110 Euro weniger im Portemonnaie verlassen wir das Lokal.

„Das sind Dinge, die nicht passieren dürfen“, sagt David Nagel, seit zweieinhalb Jahren Küchenchef im 5th Avenue. Jeder Koch sollte den Anspruch haben, immer das beste Essen herauszugeben. Nagel erklärt, dass in den vergangenen Monaten sein Küchenteam neu strukturiert worden ist. Bis auf seinen Sous-Chef und die Frühstückschefin hat die Küchenmannschaft komplett gewechselt. Das will Nagel aber nicht als Entschuldigung verstanden wissen.

Für unseren zweiten Besuch haben wir extra einen Freitagabend gewählt, doch die Online-Reservierung hätten wir uns erneut sparen können. Lediglich ein weiterer Tisch ist besetzt. Es ist wieder kalt, aber wir sind mit dicken Socken und Wollpullover besser vorbereitet. Zuvor habe ich mir im Internet die Speisekarte angeschaut, die inzwischen neu gestaltet worden ist. Ich freue mich insgeheim auf Hummersuppe sowie Nudeln mit Lammhüfte. Doch am Tisch wird uns leider die Speisekarte vom ersten Besuch vorgelegt. Die Vorspeise – Büffelmozzarella mit Tomaten und Balsamico­soße (11 Euro) – verzehren wir beide nicht einmal zur Hälfte. Eine Balsamicosoße ist auf dem Teller nicht zu finden, der Rucola auf den Mozzarellakugeln ist versalzen. Als ich meine Kritik gegenüber der – erneut sehr freundlichen und aufmerksamen – Bedienung äußere, bietet diese mir an, das Gericht in die Küche zurückzugeben und noch einmal neu machen zu lassen. Angesichts des noch folgenden Hauptganges lehne ich dankend ab.

An meinem Hamburger mit Pommes Frites (16,50 Euro) aus der Kategorie „Sheraton Klassiker“ ist nichts auszusetzen. Das Fleisch ist saftig, der Baconstreifen schön kross. Die Pommes Frites sind auf den Punkt frittiert. Meine Begleiterin ist vom Wiener Schnitzel mit Pommes Frites (22 Euro) indes nicht überzeugt. Es wird in zwei kleinen Stücken serviert, das eine sei schlicht zu dick geraten, das zweite soweit okay, aber etwas zu trocken, findet sie. Für ihren Geschmack hätten die Pommes Frites weniger Fett vertragen können.
Der doppelte Espresso zum Abschluss – als Wiedergutmachung wegen des versalzenen Büffelmozzarellas serviert – kam dann auch mit den passenden Löffeln.    

Von Meike Hakemeyer 

Das 5th Avenue

5th Avenue
Pelikanplatz 31, im Sheraton Hannover Pelikan Hotel
Telefon: (05 11) 9 09 38 60

www.5-avenue.de
restaurant.hannover@sheraton.com

Geöffnet: Montag bis Freitag 6.30 bis 23 Uhr
Sonnabend und Sonntag
: 7 bis 22.30 Uhr

Quick Business Lunch Menü
: Montag bis Freitag 
12 bis 15 Uhr.

Preiskategorie: gehoben     

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