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So schmeckt griechische Tradition im "Minoas"

HAZ-Kostprobe So schmeckt griechische Tradition im "Minoas"

Das Minoas von Nico Kerastas in Hannover-Bothfeld ist eines der traditionsreichsten griechischen Restaurants der Stadt – seit mehr als 30 Jahren werden dort Gyros und Bifteki serviert und der Chef begrüßt viele Gäste mit Handschlag. Unser Restauranttester Ralf Heußinger berichtet, wie es ihm geschmeckt hat.

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Minoas-Chef Nico Kerastas begrüßt auch viele Stammgäste. 

Quelle: von Ditfurth

Hannover. Alle neun Jahre wurden dem Minotaurus der Legende nach sieben junge Männer und Frauen geopfert. Das hungrige Zwitterwesen (halb Mensch, halb Stier) steckte in seinem Labyrinth im mythischen Palast Knossos auf Kreta – und erinnerte König Minos daran, dass im Menschen zuweilen das Tier zum Vorschein kommt. Einen leibhaftigen Stier haben wir im Restaurant Minoas in Bothfeld zwar nicht gesehen, schon gar keinen mit menschlichem Körper, und doch ruft das Ambiente die griechische Sagenwelt wach. „Knossos“ steht groß auf einer Buntglasdeko, ein Stierkopf ziert das Logo des Restaurants, und auf der Internetseite des Lokals ist sogar die Rede davon, man könne sich regelrecht in die Palastlandschaft Kretas versetzen lassen. Das gelingt dann doch nicht ganz, aber alles ist besser als Fischernetze, und hungrig wie der Minotaurus sollte am besten auch sein, wer dort einkehrt.

Das Bothfelder Traditionsrestaurant Minoas bietet griechische Gerichte an. Ein Kostprobe.

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Minoas ist einer der traditionsreichsten Griechen der Stadt, seit mehr als 30 Jahren werden dort Bifteki und Gyros serviert. Man muss Chef Nico Kerastas zugutehalten, dass er sein Restaurant frisch gehalten hat. Vor zwei Jahren wurde renoviert, die Gäste danken es offenbar. Das Restaurant rühmt sich zahlreicher positiver Bewertungen im Internet, bei unseren zwei Besuchen waren immer diverse Tische besetzt, und Promis wie Oliver Pocher wurden dort ebenfalls schon gesehen. Mancher Gast wird mit Handschlag begrüßt, mancher hält ein Schwätzchen. Ansonsten läuft der Betrieb im Minoas routiniert und mit einer professionellen Freundlichkeit ab.

Das bedeutet unter anderem, dass die Hauptgerichte eben serviert werden, wenn sie serviert werden – auch wenn noch Vorspeisen auf dem Tisch stehen. Wir lassen uns beim ersten Mal nicht davon irritieren und sind beim zweiten Mal schon darauf vorbereitet. Aber eigentlich kommt man auch gut ohne ersten Gang aus, schließlich sind wir beim Griechen, und auch im Minoas sind die Teller üppig bestückt. Traditionalisten kommen also auf ihre Kosten, ob mit Mykonos-, Athen- oder Spezialteller.

MINOAS

Im Heidkampe 25
30659 Hannover
(05 11) 64 85 24
minoas-der-grieche.de

Geöffnet:
täglich 17 bis 23 Uhr,
Sonntag und Feiertag auch
12 bis 15 Uhr

Preiskategorie: moderat

Wer neugierig ist, lässt sich aber vielleicht erst einmal Dakos servieren – eine „Spezialität aus Kreta“, wie es in der Speisekarte heißt. Es handelt sich dabei gewissermaßen um ein griechisches Bruschetta, bei dem das Brot mit Oliven, Kapern Schafskäse und Tomaten belegt ist. Die Mischung schmeckt gut, ist aber so kalt, dass die Vermutung naheliegt, die drei zwiebackartigen Brote mussten fertig vorbereitet nur aus der Kühlung geholt werden. Und den Preis von 7,90 Euro finden wir auch beachtlich.

Beim Hauptgericht wird es besser: Wir lassen uns zu den Babykalamares (18,90 Euro) überreden, und können die Entscheidung nur begrüßen. Die Tintenfische sind zart gegrillt, glücklicherweise nicht zu üppig paniert und werden von knackigem Zucchini-Paprika-Gemüse begleitet. Außerdem gibt es feine frittierte Kartoffelscheiben, fast wie Chips, nur besser. Und nicht so salzig. Letzteres ist insbesondere deshalb von Bedeutung, weil die Kartoffeln auch auf dem Ouzo-Teller (15,50 Euro) zu finden sind. Und darauf tragen bereits Gyros, Suflaki und Suzuki recht starke Würze. Das Fleisch an sich ist gut gebraten und saftig, und der Teller hat seinen Namen vom Ouzo, der dazu serviert wird. Bereits der zweite, denn auch als Aperitiv bekommt jeder Gast automatisch einen der griechischen Schnäpse serviert. Da ist das Minoas ganz traditionell. Das gilt auch für die hierzulande etablierte Tradition des Salatbüfetts, das allerdings recht übersichtlich ausfällt.

Beim zweiten Besuch probieren wir eine Art Lammgulasch (14,50 Euro) mit Tomaten und Chili, pikant und durchaus schmackhaft. Begleitet wird es von einem Auberginen-Tomaten-Zucchini-Kartoffel-Auflauf. Die gemischte Vorspeisenplatte (11,90 Euro) hat auch manches zu bieten – den zarten Oktopussalat etwa, die gebratene Paprika, die Schafskäsecreme mit Paprika. Das Zaziki dagegen leidet für unseren Geschmack unter zu viel und zu scharfem Knoblauch.

Ein Blick in die Weinkarte lohnt sich übrigens: Zu großen Teilen enthält sie Tropfen aus Italien, den etwas schweren roten Hauswein (0,2 Liter/4,10 Euro) zum Beispiel, einen Montepulciano oder den selten zu findenden Aglianico (0,2 Liter/7,50 Euro) aus dem süditalienischen Irpinia, einen trockenen, variantenreichen Rotwein.

Mein Fazit

Guter Wein, leckere Meeresfrüchte und viel griechischer Standard.

von Ralf Heußinger

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