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Der richtige Schwenk im "Das Ding"

Kostprobe Der richtige Schwenk im "Das Ding"

Zum Restaurant "Das Ding" in der List gehört neben dem "Ding", einem dünn geschnittenen Stück Schweinefleisch, auch der offene Kamin im Gastraum dazu. So können die Gäste live zugucken, wie Küchenchefin Anna Barimou die Gerüchte über dem Feuer zubereitet. Eine Restaurantkritik von Ronald Meyer-Arlt.

Hannover Wöhlerstraße 34 52.39707 9.74928
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Am Kamin bereitet Anna Barimou direkt an den Tischen viele Hauptgerichte zu.

Quelle: Kutter

Hannover. Mitten im Restaurant lodern die Flammen. Ein voluminöser Kamin steht im Zentrum des Restaurants, das den zwar leicht verständlichen, aber doch auch etwas ratlos machenden Namen „Das Ding“ trägt. Das Ding. Das klingt eher nach Spaßkneipe aus den Siebzigerjahren als nach kulinarischer Verheißung. Und auch die Speisekarte scheint (was die grafische Gestaltung und die etwas bemühten Witze angeht) in Richtung Vergangenheit zu weisen. Andererseits sollte man auf Namen und Witze auch nicht zu viel geben. Sie sind ja doch nur Schall und Rauch.

Schall und Rauch

Rauch gibt’s hier im Übrigen auch, ein bisschen davon zieht auch durch den - fast immer voll besetzten - Gastraum. Aber nur so wenig, dass es angenehm rustikal riecht. Er hat mit der Spezialität des Hauses zu tun. „Das Ding“ ist nicht nur der Name des Restaurants, es steht auch auf der Speisekarte. Und zwar in den Größen S, M und XL. Das Ding hat zwei Begleiterscheinungen, die zusammen mit Vollkornbrot vorab serviert werden: eine rote und eine grüne Soße. Die rote besteht aus Tomaten, Salz und einigen Kräutern, bei der grünen handelt es sich um eine Kräutersoße mit Petersilie, Zwiebeln und Knoblauch.

Was sich sonst noch in dieser grandiosen Soße befindet, wollte die charmante Bedienung auch auf drängendes Nachfragen nicht preisgeben. Das sei ein Betriebsgeheimnis, sagte sie, und überhaupt würde allein die Chefin das Soßenrezept kennen. Und die würde es für sich behalten. Die beiden Soßen, die dazu verleiten, dass man sie auf maritime Weise - steuerbord die grüne, backbord die rote Soße - auf dem Teller platziert, kommen schon vor dem Ding, aber sie sollen auch das Ding begleiten.

Das Ding ist ein Stück Schweinefleisch

Und dann kommt das Ding. Lange hat es nicht gedauert, aber dank der vielversprechenden Soßen war die Vorfreude groß. Das Ding ist ein dünn geschnittenes Stück Schweinefleisch, das auf dem Schwenkrost über dem offenen Feuer gegrillt wurde. Kein Feuer ohne Rauch - das spürt man hier. Das Fleischstück ist auf dem Rost mehrfach durch den Kaminholzrauch gesegelt - und hat dessen Aroma angenommen. Eingeschworene Nichtraucher könnten vielleicht irritiert sein, andere erfreuen sich an dem interessanten Geschmack.

Das offene Feuer im Restaurant Das Ding sorgt nicht nur für gemütliche Atmosphäre in dem Lokal. Dort kann man auch direkt dabei zugucken, wie Küchenchefin Anna Barimou viele Gerichte zubereitet.

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Das Ding ist angenehm zart. Das Ding hat wenig Fett. Das Ding macht satt. Vor allem, wenn man Pommes Frites dazu bestellt - die hier als mächtige Stäbe serviert werden (und 3,30 Euro kosten). „Das kleine Ding“ (ungefähr 160 Gramm Steak vom Schwein für 11,50 Euro) ist für den normalen Hunger absolut ausreichend. Wer verschiedene Fleischsorten vom Schwenkgrill probieren möchte, ist mit dem „Das Ding-Drittel-Mix“ bestens (und reichhaltig) bedient: jeweils ein Stück Schweinefleisch, Roastbeef und vom Rinderfilet (für 19,50 Euro).

Das Schwenkfleisch mit dem Raucharoma und die Soßenkombination ist so etwas wie Alleinstellungsmerkmale des Restaurants, das zu den Traditionsgaststätten der Stadt gehört. Seit 1969 gibt es „Das Ding“ in Hannover, und einige der Dinge vom Grill stehen seitdem unverändert auf der Speisekarte. Fleischeslust kennt eben keine Zeit.

Weitere Infos

Das Ding
Wöhlerstraße 34, 
30 163 Hannover, geöffnet 
täglich von 11 Uhr 
bis Mitternacht. 
Reservierung und 
Bringdienst unter 
Telefon (0511) 39 29 99
Preiskategorie: moderat

Lieber zu viel als zu wenig

Der kann man im Ding auch jenseits des Kamins frönen. Etwa mit dem „Club Sandwich“, auf dem sich Hühnchenbrust, Tomaten, Käse und gebratener Speck türmen (9,80 Euro) oder dem Cheeseburger (für 9,50 Euro), bei dem reichlich Speck für zusätzliches Aroma sorgt.

Die Gerichte entsprechen der Dekoration des Restaurants. Denn auch hier gilt: Lieber von allem zu viel als zu wenig. Die Fachwerkwände sind eng gepflastert mit Fotos, Plakaten, Leuchtreklamen. Hinten im Wintergarten prangt eine Fototapete mit der Ansicht des Monument Valley. Und auch das passt ganz gut.

Fazit

Viel Rauch um viel. Muss man mal probiert haben.

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