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Herzlich bis herrlich

Kostprobe im Rossini Herzlich bis herrlich

Familiäre Atmosphäre zwischen Kunst und mediterraner Küche: HAZ-Kulturredakteur Ronald Meyer-Arlt war im Rossini Bistro & Restaurant in der Roscherstraße zu Gast – und hat es sich schmecken lassen.

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Leckeres umringt von viel Kunst: Chefin Pothiti Herbst-Spiliopoulou ist selbst in der Küche, an der Kasse und im Service tätig.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Die großen Fenster, aus denen gemütlich gelbes Licht auf die regennasse Straße fällt, Kunst an den Wänden und viele Gäste im Innenraum – das Bistro Rossini in der Roscherstraße macht einen überaus einladenden Eindruck. Also entschlossen wir uns zu einem Spontanbesuch.

Ein Tisch für zwei war noch frei. Die anderen Gäste sitzen hier nie weit von einem entfernt. Man kann das beengt finden – oder auch gemütlich. Klar ist jedenfalls, dass das Tischgespräch nicht allzu intim werden sollte. Nebenan ging’s um irgendwelche Geschäftsmodelle. Wir sprachen über Kunst. Das bietet sich hier an. Denn gäbe es hier keine Theke, keine Stühle und keine Tische, dann könnte das Bistro auch glatt als Galerie durchgehen. Die Wände sind voll von Bildern, vor den Fenstern stehen Skulpturen. Ein zufällig vorbeikommender Kunstkritiker würde vielleicht über einiges (nicht über alles!) die Nase rümpfen; über zu viele Rosenmotive vielleicht, zu viel Goldpapier oder über die eher naiv gemalten Zitronen.

Essen umringt von Kunst: Im Rossini Bistro & Restaurant in der Roschenstraße gibt es mediterrane Küche auf hohem Niveau. 

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Bildende Kunst, wiewohl in Fülle vorhanden, ist hier allerdings doch nur ein Randaspekt. Denn eigentlich geht es im Bistro Rossini (das mit dem benachbarten Restaurant Rossini und dem dazugehörigen Feinkosthandel nichts zu tun hat) um Kochkunst. Und damit hatten wir bei der Vorspeise unsere erste schöne Begegnung. Wir hatten uns Tonno Tortino (14 Euro) ausgeguckt: roher Thunfisch, mit Parmesan gratiniert und Radicchio. Da wir vorsichtig beginnen wollten, baten wir darum, uns eine Vorspeise teilen zu dürfen. Was problemlos möglich war.

Der zarte Thunfischgemack wird vom kräftigen Aroma des geschmolzenen Parmesans übertönt, das ist erstmal durchaus ein Schock. Hat man den aber überwunden, merkt man, wohin das führt: zu einem raffinierten Zusammenspiel der Texturen. Erstaunlicherweise harmonisiert der knusprige Käse sehr mit dem zarten, leicht bissfesten Fisch. Und darin ereignen sich dann die kleinen Geschmacksexplosionen des fein geschnitzelten Salats. Das hat was. So kann es gerne weitergehen.

Aber vorerst passiert: nix. Der Laden brummt. Es ist viel los. Und Pothiti Herbst-Spiliopoulou, die Chefin, die in der Küche, an der Kasse und auch im Service tätig ist, scheint nicht immer wirklich gut organisiert zu sein. Offensichtlich geht hier Herzlichkeit vor Effizienz. Immer wieder kann man die Chefin dabei beobachten, wie sie abrupt stehenbleibt, umkehrt, etwas Vergessenes holt, es ist ein geradezu kurioses Stop-and-Go-Ballett. Es scheint, als würde sich die freundliche Gastgeberin den Betrieb durch chaotische Organisation selbst ein bisschen schwer machen.

Aber wir haben ja einen hervorragenden Arneis aus dem Piemont im Glas (für 5,80 Euro) und also keine Eile. Und dann kam auch schon das Iberico-Milchschwein mit wildem Fenchelkraut (für 17 Euro) – heiß, zart, in reichlich Soße, die dezent zitronig schmeckte.

Beim zweiten Besuch gefiel uns besonders das Rindercarpaccio, das mit warmen (!) Steinpilzstückchen belegt war (14 Euro). Die Linsensuppe (7,50 Euro) dagegen enttäuschte, sie schmeckte fad, es fehlte Petersilie oder Balsamico, irgendetwas, das der Sache ein bisschen Pep hätte geben können; wahrscheinlich wäre es klüger gewesen, die Suppe mit der würzigen Salsiccia (dann für 10,50 Euro) zu nehmen.
Die Ravioli All’Agnello aber zeigten, dass man hier durchaus mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis rechnen kann. Handgemachte Ravioli gefüllt mit Lamm in Butter-Rosmarin-Sauce für 11 Euro – das ist absolut in Ordnung. Die Spaghetti mit Lachs waren auch als halbe Portion (Spag mi La, 7,50 Euro) zu ordern – und trotzdem nicht zu schaffen.

Mittlerweile war es 22 Uhr, wir waren die einzigen Gäste im Bistro, nur draußen auf der Terrasse saß noch eine vergnügte Kleingruppe. Während wir noch bei der Hauptspeise waren, legte das Küchenpersonal schon mit den Reinigungsarbeiten los, die überall im Gastraum gut zu hören waren. Man kann das als unfreundlich empfinden oder auch als familiär. Die Entscheidung fiel uns nicht schwer: Uns kam’s familiär vor.     

Mein Fazit:  Mediterrane Küche auf hohem Niveau bei gutem Preis-Leistungsverhältnis.     

Adresse: Rossini Bistro
& Restaurant
Roscherstraße 8
Telefon: (05 11) 3 88 43 48

rossini-bistro.de
Geöffnet: montags bis freitags 12 – 23.30 Uhr 
(Küche bis 22 Uhr), am Wochenende und 
feiertags geschlossen.

Preiskategorie: moderat     

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