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Essen mit Glanz und Gloria

Kostprobe im Royal City Essen mit Glanz und Gloria

Edles Ambiente, freundlicher Service, schwieriger Ort: Das asiatische Restaurant Royal City in der Osterstraße in Hannover macht das Beste aus seiner Lage - und will eigentlich sogar etwas mehr sein als ein Restaurant.

Osterstraße 42, Hannover 52.37057 9.73977
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Hier präsentiert der Patron: Inhaber The Ha Vu zeigt das Gericht Bun Nem, Reisfadennudeln mit frittierten Reispapierrollen, Salat, Kräutern und Erdnüssen.

Quelle: von Ditfurth

Hannover. Plötzlich, ohne ersichtlichen Grund, ändert sich das Licht, die fußballkleine Discokugel unter der Decke beginnt zu rotieren, und die Musik wird lauter. Partytime? Um kurz vor zehn? Eigentlich nicht. Alle Gäste – darunter erstaunlich viele Einzelesserinnen – bleiben ruhig an ihren Tischen sitzen, keiner steht auf, wirft die Arme in die Höhe und beginnt jetzt zu Gloria Gaynors „I Will Survive“ zu tanzen.

Wahrscheinlich gehört der Stimmungswechsel zum Konzept. Denn das Royal City in der Osterstraße will ein bisschen mehr sein als nur ein Restaurant. Das zeigt auch der Untertitel, der auf dem Namensschild steht: Asian Food & Bar. Die Discokugel soll wohl signalisieren, dass jetzt auch der Barbetrieb beginnt.

Auf den haben wir uns schon ein bisschen früher eingelassen – mit einem sehr angenehmen Mai Tai (für 6 Euro) als Aperitif. Thailändisches Bier gibt’s aus der Flasche (Singha für 3 Euro), Bitburger und schwarzes Köstritzer (3,10 Euro) kommen vom Fass. Die Speisekarte des Royal City deckt ganz Asien ab. Schwerpunkt ist Vietnam. Aber es gibt auch Kimchi aus Korea (schön säuerlich, zurückhaltend in der Schärfe, zum Preis von 3 Euro) und Hühnerfleisch süß-sauer (9,50 Euro), wie man es aus chinesischen Restaurants kennt.

Die Einrichtung im Royal City ist edel, aber nicht ganz neu – es ist das Mobiliar des Joka (nach dem Inhaber John Kandy), dem Vorgängerrestaurant hier neben dem Bowlingcenter in der Osterstraße. Die drehbaren Sessel sind sehr bequem, die Bar sieht cool aus. Aber die Lage ist nicht ganz einfach. Das Parkhaus an der Osterstraße dominiert mit seiner ulkigen Fassade den Platz. Wer sein Menü draußen auf der Terrasse genießt, muss schon ein großer Betonfreund sein. Und mit dem Barbetrieb ist das auch so eine Sache. Zwar gibt es hier viel vergnügungssüchtige Laufkundschaft, aber die läuft eben auch gern vorbei – ins Stadtzentrum. An einem Sonnabend (!) gegen 22 Uhr war jedenfalls schon nichts mehr los im Royal City. Die Discokugel funkelt nicht, Gäste sind keine zu sehen. Schade. Wir versuchen es trotzdem und fragen, ob wir noch etwas zu essen bekommen können. Kurze Rückversicherung in der Küche. Ja, klar, bitte sehr – und: freie Platzwahl. Das Team um Inhaber The Ha Vu, das eigentlich schon Feierabend hätte haben können, kümmert sich hingebungsvoll um uns.

Das Restaurant

Royal City

Asian Food & Bar

Osterstraße 42

30159 Hannover

Telefon: (0511) 89829908

Geöffnet: montags bis sonnabends von 11.30 bis 22.30 Uhr, sonntags von 15 bis 21 Uhr.

www.royal-city.de

Preiskategorie: günstig

Als Vorspeise gibt es Goi Cuon (4 Euro), vietnamesische Sommerrollen – lauwarmer Reis, knackiges Gemüse und wahlweise Tofu, Ei oder Garnelen in Reispapier eingewickelt. Am besten isst man die Rolle mit der Hand. Das Reispapier ist perfekt um das Gemüse herum gefaltet und hält das Ganze auch nach zwei, drei Bissen noch gut in Form. Dazu gibt’s eine – in Teilen – selbst gefertigte Fischsoße. Das Royal-City-Team nimmt eine der Fischsoßen aus dem Asia Markt und peppt sie durch eigene Gewürze und Essig ein bisschen auf. Lecker.

Bei der Bestellung der anderen Vorspeise kommt es zu einem Missverständnis. Statt der gebackenen Garnelen wird eine Suppe gebracht. Ein erstaunter Blick, ein „Oh, eigentlich hatte ich doch …“ – schon wird die Sache korrigiert, und in weniger als drei Minuten kommen die gewünschten Garnelen mit süßer Chilisoße (4 Euro) auf den Tisch. Dass asiatische Restaurants mit vorproduzierten Gerichten und großherzigem Einsatz der Mikrowelle arbeiten, ist ja kein Geheimnis – hier zeigt sich, dass ein solches Vorgehen auch Vorteile haben kann.

Die Nachteile allerdings zeigen sich beim Hähnchen (9,50 Euro). Das sieht so aus wie in jedem beliebigen Asia-Imbiss: ein helles Irgendwas, das kaum mehr die Faserstruktur des Fleisches erkennen lässt. Die Ente in Mango-Soße (Vit-Mango für 12,90 Euro) wirkt da deutlich eigenständiger. Das Entenfleisch hat Struktur und Aroma, die Panade ist schön kross. Die Soße hat zwar die Sämigkeit einer üblichen Chinasoße, ist aber doch von ganz eigener Fruchtigkeit. Die Paprika- und Mangostreifen in der Soße schmecken frisch und knackig.

Sehr freundlich und aufgeschlossen ist die nette Bedienung, die – ohne zu stören – immer mal wieder nachfragt, ob alles in Ordnung sei. Sie bringt uns auch die Stäbchen (die viel edler sind als die Leichtholzstifte vom Sushi-Service, die eher im Modellflugzeugbau als beim Essen eingesetzt werden sollten). Mit Stäbchen dauert das Essen ja meist ein wenig länger. Aber das scheint hier kein Problem zu sein. Wir sind die einzigen Gäste – und fühlen uns trotzdem wohl. Das muss ein Restaurant erst mal hinkriegen.

Mein Fazit:

Hier kann man gut asiatisch essen.

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