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So lecker schmecken Spätzle aus Herrenhausen

Kostprobe im Spätzle-Haus So lecker schmecken Spätzle aus Herrenhausen

Im Spätzle-Haus dreht sich alles um die schwäbischen Teigwaren. Rund 40 Spätzle-Varianten hat Holger Türpitz, der das Restaurant seit 1999 betreibt, nach eigener Aussage schon ausprobiert. HAZ-Restaurantkritiker Ralf Heussinger hat die Spezialitäten des Restaurants in Herrenhausen getestet. 

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Restaurantchef Holger Türpitz im Spätzle-Haus.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover . Es knirscht etwas im Gebälk – doch mit Charme: Wenn wir uns etwa ganz unelegant auf unsere Ellenbogen stützen, dann quietscht der Tisch. Und wer sich auf den Weg zur Toilette macht, dem öffnet sich eine Tür, die ebenfalls schon länger in den Angeln hängen muss. So hört sich halt Authentizität an.

Das Spätzle-Haus in Herrenhausen atmet Geschichte, nicht nur wegen der schönen historischen Schwarz-Weiß-Fotos im Gang zum WC, nicht nur, weil es schon seit Jahrzehnten Gastronomie in dem Gebäude am Hegebläch gibt, sondern einfach, weil die Gaststätte urgemütlich ist. Halbhoch sind die Wände mit dunklem Holz vertäfelt, Kerzen in klassischen Zinnständern sorgen für angenehmes Licht, im Vorgarten bieten die Nischen zwischen den Hecken schnuckelige Plätze – und das Porzellan ist ganz unprätenziös, nicht eckig, nicht oval und auch nicht aus Glas, sondern einfach rund. Rund und gut.

Das Spätzle-Haus

Hegebläch 33
30419 Herrenhausen

Telefon: (05 11) 79 54 33
www.spaetzlehaus.de
Täglich ab 17 Uhr geöffnet

Preiskategorie: gehoben

Damit wäre auch die Spezialität des Hauses schon ganz treffend beschrieben. Das Restaurant trägt seinen Namen wegen der Spätzle, die es in zahlreichen Variationen gibt. Wer beim Begriff Spätzle-Haus jedoch an schwere Sättigungsbeilagen denkt, der liegt falsch. Die schwäbischen Teigwaren á la Herrenhausen sind länglich und dünn, leicht, aber mit Biss – egal, ob sie als Tomaten-, Lauch-, Kräuter-, Mohn- oder Nuss-Variante daherkommen. Kurz: eine runde und gute Sache.

Spätzle an Krokodil oder Zebra

Rund 40 Varianten hat Holger Türpitz, der das Restaurant seit 1999 betreibt, nach eigener Aussage schon ausprobiert. Ein paar sind zu Standards geworden, andere kommen auf der Tageskarte zu Ehren. Türpitz scheint experimentierfreudig zu sein, das gilt auch für Fleisch und Fisch. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, greift er zu Exoten – Zebra, Strauß, Krokodil zum Beispiel. Alles mit EU-Zertifikat, wie er versichert, um Wilderei auszuschließen.

Bei unserem Besuch ist nichts dergleichen im Angebot, dafür aber eine Spargelkarte und diverse Fleisch und Fischgerichte. Die Spanne reicht von bodenständig (Schweinefilet) bis überraschend (Zungenragout). Doch zunächst erhalten wir einen Aperitif aufs Haus, einen kleinen Kir: Weißwein mit Cassis. Eine nette Geste. Überhaupt ist der Service ausgesprochen nett, zuvorkommend – und unverkrampft. Wir erfahren vom Kellner etwa, dass der Spargelsalat mit Jakobsmuscheln (10 Euro) schon echt geil sei und sind damit überredet. Dem Urteil schließen wir uns dann auch an: Der grüne und weiße Spargel, der in einem großen Blatt Radicchio liegt, ist in dünne Streifen geschnitten, roh mariniert, frisch und knackig und mit einer Thymiannote versehen. Die Jakobsmuscheln sind gut gebraten. Ungewöhnlich aber sehr gut ist die Knoblauchsuppe (6,60 Euro), in der dem Knollengemüse die Schärfe genommen wurde und stattdessen die angenehme schwere Süße von geröstetem Knoblauch in den Vordergrund tritt. Gut war auch die Curry-Kokos-Suppe mit Seesaibling (7 Euro) aus dem Tagesangebot, wenngleich das Curry die Kokosnote klar dominiert. Die Fischstücke sind knusprig gebraten, aber etwas garer als sie sein sollten.

Im Spätzle-Haus dreht sich alles um die schwäbischen Teigwaren. HAZ-Restaurantkritiker Ralf Heussinger hat die Spezialitäten des Restaurants in Herrenhausen getestet. 

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Zurück zum Markenzeichen des Hauses: Rund zwei Tonnen Spätzle produziere er jedes Jahr in seiner Küche, schätzt Türpitz. Man kann sie klassisch mit Käse bekommen, aber auch als Roggenvollkornvariante. Bei uns begleiten Walnussspätzle und Mohnspätzle die Hauptgerichte, zart geschmortes Zungenragout (16,50 Euro) und Kalbsbäckchen (22  Euro), wobei die Nüsse geschmacklich weniger ins Gewicht fallen als der Mohn. Schon wird uns ein Nachschlag angeboten. Ob wir gerne mehr Spätzle und Soße wollen? Vielen Dank für das freundliche Angebot, aber die Portionen sind durchaus ausreichend.

Die Weinauswahl bietet weniger Überraschungen, ist aber sehr wohl ausgewogen. Mit dem Riesling vom Weingut Tesch an der Nahe (0,2 Liter/ 5,60 Euro) macht man nie etwas falsch, doch auch der Grauburgunder vom Kaiserstuhl (0,2 Liter/5 Euro) kann sich sehen lassen.

Regelrecht extravagant kommt dagegen das Dessert daher. Auf dunklen Schieferplatten sind kunstvoll Joghurteis, Waldbeerencrumble und Rhabarbersoße (7 Euro) arrangiert. Das hört sich gut an und schmeckt genauso.

Mein Fazit:  Traditionelle Gerichte, ganz modern: Das Spätzle-Haus hat Ideen.

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