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Szene-Safe für Sashimi-Fans

Kostprobe im Tresor Szene-Safe für Sashimi-Fans

In Isernhagen-Süd bieten die Betreiber des Restaurans Tresor modern interpretierte japanische und europäische Klassiker an. Susanne Bauch hat die außergewöhnliche Küche getestet.

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Barchef Ilja Berkovich und Restaurantleiter Claudio Cairo mit japanischer und europäischer Küche.

Quelle: Wallmüller

Hannover. In Tresoren wird bekanntlich Wertvolles aufbewahrt – Gold zum Beispiel. Oder aber ausgesprochen guter Geschmack. Darauf jedenfalls setzen die Betreiber des Restaurants Tresor in Isernhagen-Süd, die seit einigen Monaten an der Prüßentrift „modern interpretierte Geschmacksfusion europäischer und japanischer Klassiker“ servieren. Dafür wurde eine ehemalige Sparkassenfiliale zu einem modernen Ess-Ambiente umgebaut – Herzstück des Lokals ist der echte Tresor, jetzt eine Loungebar, in der es sich in einer Gruppe sicher prima feiern lässt. Für einzelne Gäste dürfte der Safe indes zu geräumig sein.

Der Umbau vom Geldinstitut zum Gastro-Tempel ist durchweg gelungen. Dunkles Holz, warme Farben an den Wänden, metallene Riesenlampen, gemütliche Nischen und bequeme Stühle dominieren den Raum mit seinen „Unterabteilungen“. Allein Plastiktürgriffe im WC-Bereich, gummiartige Blumendekoration und Einmalholzstäbchen aus der Tüte passen nicht so recht ins edle Ambiente.

In Isernhagen-Süd befindet sich ein Schatz unter den hannoverschen Restaurants: das Tresor. 

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Bei unserem ersten Besuch ist das Lokal komplett besetzt. Am frühen Abend hantieren vorwiegend gut situierte Ehepaare vermutlich aus der Nachbarschaft mit den Stäbchen, zu vorgerückter Stunde glänzen nicht nur High-Heels und blonde Mähnen, sondern auch die luxuriösen Autos vor der Tür – schließlich gehört zum Tresor auch die/der Bar-Code, die/der von donnerstags bis sonntags ab 18 Uhr geöffnet hat. Den Zapfenstreich bestimmen hier die allein die zahlenden Besucher.

Wir bekommen von der freundlichen und angenehm zurückhaltenden Servicekraft einen fruchtig-frischen Aperitif auf Campari-Basis (4,90 Euro), dazu hausgemachte Salzkräcker mit Wasabi-Dip – der reichlich nach Majonnaise schmeckt. Als Vorspeise gibt es karamellisierte Ente (16 Euro) und Rinderfilet Sashimi (15,50 Euro). Das roh servierte Rind ist hauchdünn geschnitten, das Sashimi wird traditionell nicht auf Reis serviert, im Tresor kommt es mild mariniert mit Wasabi auf den Keramikteller. Dass ein Nachschlag in Walnussgröße des japanischen Meerrettichs später als Extra auf der Rechnung steht, ist für uns das einzige echte No-Go des kulinarisch wertvollen Abends. Die Ente ist leicht knusprig gebraten und liegt in einem Bett von frischem Salat, interessant süß-sauer abgeschmeckt.

Die Hauptgänge sind dann zunächst einmal eine Augenweide. Die Küche gibt sich erfolgreich Mühe, die Gerichte appetitlich und kreativ anzurichten. Dem „Knusprigen Thunfisch“ (19,50 Euro) fehlt es ein wenig an Knusprigkeit, der Fisch jedoch ist frisch, butterzart und ein echter Genuss. Sojasauce steht im Schälchen auf dem Tisch, ist aber eher unspektakulär und bei den Gerichten nicht vonnöten. Was auf den Tellern nach wenig aussieht, sättigt überraschenderweise ungemein, dennoch soll es noch einen Käseabschluss geben. Wir entscheiden uns für den Käseteller (15,50 Euro) – eine reiche Auswahl von einem guten halben Dutzend Sorten mit saftigem Nussbrot – sowie einen Cheesecake (7,50 Euro), der arg trocken und daher verzichtbar ist.

Beim Herunterspülen helfen ein Glas trockener Riesling (7,50 Euro) und ein sehr runder Primitivo di Manduria (7 Euro). Und da das Tresor ja nun einmal auch Cocktailbar ist, probieren wir noch einen Absacker. Mein Begleiter ist Brandy-Kenner, doch keine der Sorten auf der Karte kennt er. Der Barkeeper kommt persönlich und empfiehlt ihm den günstigsten – einen Gonzalez Byass Soberano (8 Euro), der sehr gut ist.

Beim zweiten Mal kommen wir mittags und sind eine Woche zu früh: Denn die Mittagskarte, die zwei verschiedene Menüs mit Vor- und Hauptspeise für 18,90 Euro offeriert, liegt erst seit dieser Woche auf den Tischen. Also blicken wir in die angenehm übersichtliche Karte und wählen Thunfischburger (18,50 Euro) und Garnelenrolle (13,50 Euro). Der Burger mit dem rohen, zwei Zentimeter dick geschnittenen Fisch und krossem dunklen Brötchen schmeckt köstlich, dazu gibt es Pommes aus Süßkartoffeln – ein sättigendes Gedicht. Die Garnelen sind verpackt in Reis und Wasabi, hauchzart und frisch. Die gebackene Softshell Crab (15,90 Euro) als Vorspeise hätten wir uns sparen sollen – sie war Tresor-Gold wert, aber zu viel des Guten für die Mittagszeit.     

Fazit:  Ein sehr spezieller Safe
 mit viel kulinarischem 
Potenzial. 

Tresor
Prüßentrift 61, 
30657 Hannover
Telefon: (05  11) 5 24 75 20

tresor-hannover.com

Geöffnet: dienstags bis 
sonntags von 12 bis 22.30, 
Küchenpause 16 bis 18 Uhr
.
Bar-Code donnerstags bis 
sonntags ab 18 Uhr.

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