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Mehr als eine Dönerbude

Kostprobe im Urfa Class Mehr als eine Dönerbude

Steintor? Keineswegs: Das Urfa Class bietet an der Lister Meile türkische Spezialitäten zu moderaten Preisen an. Den Reiz des Restaurants macht der Holzkohlegrill aus. Über offenem Feuer werden dort Fleisch- und Gemüsespieße gegrillt.

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Hungrig muss hier niemand nach Hause gehen: Inhaber Abdullah Arslan präsentiert Fleisch- und Vorspeisenplatte im Urfa Class.

Quelle: Alexander Körner

Hannover. Ein Platz ist noch frei, in der Ecke neben der Eingangstür. An allen anderen Tischen herrscht ausgesprochen reges Treiben - man plaudert, isst, holt sich Nachschub vom Büfett: Familienbrunch am Sonntagmittag. Nur: Der Tisch ist kulturübergreifend gedeckt. Neben dem Schafskäse liegt Gouda, neben dem Zaziki die gekochten Frühstückseier. Der Brunch im Urfa Class in der Oststadt ist der Renner - sowohl bei türkischen als auch bei deutschen Gästen. Über den Fernsehschirm in der Ecke flimmern historische Aufnahmen aus Hannover, an der Wand hängen Bilder antiker Tempel in der Türkei. Alle Gäste scheinen sich wohlzufühlen. Eine Reservierung wird absolut empfohlen.

Das Restaurant hat tatsächlich mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick erwarten würde. Von außen betrachtet wirkt es wie eine größere Dönerbude, die eigentlich am Steintor stehen müsste, aber versehentlich an der Lister Meile gelandet ist. Die Einrichtung ist nicht mehr als zweckmäßig, und wer sich im Vorbeigehen mit einem Döner (4 Euro) versorgen will, kommt auf seine Kosten. Den Reiz des Restaurants macht jedoch der Holzkohlegrill aus. Über offenem Feuer werden dort Fleisch- und Gemüsespieße gegrillt, bevor sie mit Soßen, Salat und Brot auf dem Teller landen.

Das Urfa Class hat mit einer klassischen Dönerbude wenig zu tun. In dem Restaurant auf der Lister Meile gibt es türkische Spezialitäten vom Holzkohlegrill.

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Auch beim Brunch am Sonntag (15,90 Euro pro Person) gehören gegrillte Hackfleisch- und Hähnchenstücke zum Programm. Pikant gewürzt, mit geschmorten Tomaten und Paprika sowie dem eindeutig rauchigen Aroma des Holzkohlegrills bilden sie das deftige Ende des reichhaltigen Büfetts. Typisch türkisch sind auch die Teigtaschen Pide, etwa mit Schafskäse und Oliven, die allerdings nicht mehr warm sind, da sie offenbar schon einige Zeit auf dem Büfett liegen. Überraschend ist eine Art türkische Lasagne und eine andere Nudelform, die zunächst an Tortellini in Sahnesoße erinnert. Doch der Teig ist dünner, die Füllung intensiver, die Soße feiner und von einer Knoblauchnote durchzogen. Kleine Böreks aus Blätterteig, gebratenes Gemüse, Spinat, Thunfischsalat, Reis, cremiger Zaziki und gefüllte Weinblätter gehören ebenfalls zum Angebot.

Seit einem guten Jahr hat das Urfa Class mit seinen türkischen Spezialitäten bis 23 Uhr geöffnet und offenbar inzwischen seine Fans gefunden. Im Sommer setzten sich Anwohner per Internetpetition sogar für das Restaurant ein, als es Streit mit der Stadt um die Terrasse gab. Auch an ganz normalen Wochentagen kommen zahlreiche Gäste - als wir bei unserem zweiten Besuch am späteren Abend das Restaurant betreten, sind einige Tische besetzt.

Dieses Mal orientieren wir uns an der normalen Karte und bestellen zunächst einen gemischten Vorspeisenteller. Wir beherzigen den Rat, uns mit einer Portion für eine Person (6,90 Euro) zu begnügen und staunen trotzdem über die immense Auswahl an Gemüse, Böreks und Dips (vor allem die scharfe Paprikapaste ist zu empfehlen). „Manche Gäste essen nur die Vorspeisen“, sagt der Kellner noch, und wir verstehen, was er damit meint. Dennoch kommen noch Hauptgerichte auf den Tisch - etwa der Beyti genannte Lammhackspieß (13,90 Euro), der in Dürümbrot eingewickelt wird. In Kranzform liegt er auf dem Teller, darüber eine Joghurt-Tomatensoße, unter der das frisch gebackene Brot leider wieder etwas weich wird. Das Fleisch jedoch ist zu empfehlen - es ist mit Paprika gewürzt und trägt ebenfalls die Rauchzeichen des Grills. Das gilt auch für die zarten Lammfleischstücke Kusbasi (13,90 Euro), die mit einer ordentlichen Menge Reis serviert werden. Den Wein kann man ebenfalls gut trinken: Der Montepulciano (0,2 Liter/3,90 Euro) ist trocken und vernünftig und passt zum unkomplizierten Konzept des Urfa Class, das zwischen Imbiss und Restaurant seinen Platz gefunden hat.

Urfa Class

Fazit:  Mehr als eine Dönerbude: 
Sattessen mit Vergnügen.

Adresse: Urfa Class
Lister Meile 32 (Oststadt)
Telefon: (05 11) 38 82 64  20
www.urfaclass.de

Geöffnet: täglich von
10 bis 23 Uhr
 Sonntagsbüfett: 
10 bis 15 Uhr

Lieferservice:
12 bis 21.30 Uhr     

Preiskategorien: 
günstig (Hauptgerichte bis 10 Euro), 
moderat (bis 15 Euro), gehoben (um 20 Euro)

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